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FC Bayern:Badstuber sucht Verein

Abflug FC Bayern München

Holger Badstuber beim Abflug ins Trainingslager nach Doha.

(Foto: dpa)

Von Thomas Hummel

Holger Badstuber steht zum ersten Mal in seiner Karriere als Profifußballer vor einem Vereinswechsel. Nach Angaben seines Beraters Peter Duvinage habe man sich nach "sehr guten Gesprächen" mit Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge beim FC Bayern auf eine Ausleihe im Winter verständigt, wie Duvinage dem Hamburger Abendblatt sagte.

Der 27-jährige Innenverteidiger hat sich nach dem Bruch seines Sprunggelenkes im Februar 2016 wieder ins Mannschaftstraining zurückgekämpft. Doch unter Trainer Carlo Ancelotti kommt er bislang kaum zum Einsatz. Zweimal gegen den FC Augsburg wurde er eingewechselt (einmal im Pokal, einmal in der Liga) und beim FK Rostow in der Champions League durfte er einmal ein volles Spiel absolvieren. Sonst sitzt er draußen.

In der Abwehrmitte ist Mats Hummels meistens gesetzt, daneben spielen entweder Jérôme Boateng, Javi Martínez oder auch mal David Alaba. Für den in der Vergangenheit oft verletzten Badstuber ist da offenbar kein Platz mehr. Aus dem Umfeld des FC Bayern ist zu vernehmen, dass Badstuber gehen könne, wenn ein ausreichendes Angebot vorliege. Ein Leihgeschäft oder sogar der Verkauf seien möglich. Er ist der einzige Spieler, der im Winter München verlassen könnte.

Guardiola soll ebenfalls Interesse haben

Ein Aufnahmekandidat ist der Hamburger SV. Duvinage erklärte im Abendblatt: "Es gab eine Anfrage des HSV an den FC Bayern, aber mit mir oder Holger hat keiner gesprochen." Die Wahrscheinlichkeit, dass Badstuber zum seit Jahren sportlich nur mäßig erfolgreichen HSV wechselt, sei aber "sehr gering", so der Berater.

Der amerikanische Fernsehsender ESPN hatte zuletzt berichtet, dass sich Pep Guardiola darüber Gedanken mache, seinen ehemaligen Spieler vom FC Bayern zu Manchester City zu holen. Gerade den Spielaufbau aus der Abwehr heraus hat Guardiola bislang in Manchester überhaupt nicht nach seinen Vorstellungen gestalten können - genau hierin liegt die größte Stärke des spielintelligenten Badstuber.

Doch ob Badstuber nach vielen schweren Verletzungen in den vergangenen Jahren überhaupt wieder längere Zeit auf höchstem Niveau Fußball spielen kann? Nach seiner Rückkehr im DFB-Pokal gegen Augsburg sagte er: "Ich habe jetzt beschlossen, dass es mein letztes Comeback sein wird. Für mich ist das abgeschlossen, ich will nicht noch einmal nach langer Verletzungspause zurückkommen müssen." Den Neustart bei einem anderen Verein traut er sich offenbar noch zu.

© SZ.de/ebc/mane
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