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FC Bayern:Aus Peru nach Pfaffenhofen

Die Verantwortlichen des FCB weichen dem Thema aus, so gut es geht - offenbar beschleichen sie Zweifel. Schließlich gehörte es seit Jahren zu ihren Grundsätzen, dass Transfers aus dem Ausland frühestens ab 16 Jahren sinnvoll sind - während sich die internationale Konkurrenz da ganz anders verhielt. Für einen ganz besonderen Spieler, unkte Kern schon vor Monaten, könne man die Prinzipien mal über Bord werfen.

Dass er damit Larrauri gemeint hat, bestreitet der Jugendleiter. Es ist aber gut möglich. Schon seit zwei Jahren vergießen die Peruaner Tränen der Vorfreude auf das fußballerische Glück, das auf sie zukommt. Damals machten erstmals die Sagen und Legenden von Larrauri die Runde. Es wurde berichtet, dass Larrauri zusammen mit seinem Partner Augusto Elías "das beste Duo seit Maradona und Caniggia'' bilde, und auch Julio César Uribe, einer der besten Fußballer Perus, jubelte ihn hoch: "Dieser kleine Weiße wird eines Tages besser sein als ich.'' Und in der Internet-Videothek youtube.com sind Piers Tricks weltweit zu bestaunen, in Ausschnitten aus peruanischen Nachrichtensendungen.

Larrauri fing mit fünf Jahren an, Fußball zu spielen, auch wenn die Mutter in den peruanischen Medien weidlich davon berichtet, dass er bereits im Mutterleib nichts anderes tat, als zu treten. Mit neun nahm ihn EGB auf, Perus führende Fußballschule. Dort arbeiten die besten Jugendtrainer von Sporting Cristal und Alianza Lima; darunter Jorge Gutti und Miguel Arrechua, die Larrauri trainierten. Und es bestehen enge Bande zu der Firma des Spieleragenten Carlos Delgado, Grupo Image. Sie hat die meisten peruanischen Nationalspieler unter Vertrag, auch die früheren Bayern-Profis Claudio Pizarro und Paolo Guerrero. "Über den Berater kam der Kontakt zu Larrauri zustande'', bestätigt Kern.

Lesen Sie im dritten Teil: Die Vorbilder von Larrauri, andere junge Spieler und deren Entwicklung.