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FC Bayern:Aus Peru nach Pfaffenhofen

Ist es legitim, ein Kind im vorpubertären Alter auf einen anderen Kontinent zu verfrachten? Der FC Bayern will erstmals sein Prinzip aushebeln, auf Kindertransfers aus dem Ausland zu verzichten.

Ist es legitim, ein Kind im vorpubertären Alter aus seinen angestammten Verhältnissen zu reißen und es auf einen anderen Kontinent zu verfrachten? Aus der Spekulation heraus, es zu einem wertvollen Berufsfußballer zu veredeln? Und wenn ja: Ist es dann auch ratsam? Diese Frage schwebt nun auch über der Bundesliga, seit Branchenvorreiter Bayern München plant, einen 13-jährigen Peruaner namens Pier Larrauri Corroy in die Jugend aufzunehmen. In seiner Heimat heißt es, er sei ein Wiedergänger des legendären Argentiniers Diego Armando Maradona.

Pier Larrauri Corroy

Pier Larrauri Corroy gibt schon Interviews wie ein Profi.

(Foto: Screenshot: Youtube)

Am vergangenen Donnerstag wurde Larrauri im Rahmen einer Pressekonferenz von den Verantwortlichen einer Fußballschule namens Esther Grande Bentín (EGB) verabschiedet. Er werde nun sein Glück beim großen FC Bayern in Alemania versuchen dürfen, erklärten die Vereinsverantwortlichen voller Stolz. Die Freunde spendierten zum Abschied Beifall, ein paar neue, rote Fußballschuhe gab es auch, für die Fotografen drückten Mama und Papa dem Kind links und rechts einen Kuss auf die Wangen. Flugs wurde die Nachricht von Agenturen aufgegriffen und auch nach Deutschland gekabelt, dass der FC Bayern einen 13-jährigen verpflichtet habe. Ebenso flugs dementierte der Verein. "Er war zweimal hier", sagte Jugendleiter Werner Kern, "aber einen Vertrag gibt es nicht."

"Für uns ist es eine Ehre"

Offenbar hatte das Dementi nur legalistische Gründe. Gemäß Fifa-Statuten wäre eine Verpflichtung nämlich illegal. Die Reise von Larrauri war aber bereits fest terminiert; sie ist, wie es in Lima heißt, für die erste Augusthälfte vorgesehen. Auch Esther Grande Bentín korrigierte die Angaben zur Personalie. Es handele sich in der nicht um eine ,,Verpflichtung'', davon sei auch nie die Rede gewesen, es sei ein Vereinswechsel unter vielen. ,,Für uns ist es eine Ehre und eine Befriedigung zugleich, dass Pier zum FCBayern geht'', sagte Jaime Noriega Bentín, der EGB-Vorsitzende.

Eine Woche später gab Kern zu: "Er kommt für ein Jahr. Mal schauen, wie sich das entwickelt.'' Larrauri werde voraussichtlich in der U14 spielen, in der C-Junioren-Bezirksoberliga Oberbayern. Gegen Vereine wie den TuS Geretsried und den FSV Pfaffenhofen. Für weitere Auskünfte sei Manager Uli Hoeneß zuständig. Hoeneß ließ ausrichten, er sage dazu nichts, "es ist noch nichts fest''.

Lesen Sie im zweiten Teil: Die Zweifel des FC Bayern, due Fähigkeiten des jungen Mannes und die seines Agenten.