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FC Bayern:"Es geht gerade nicht so leichtfüßig"

Bundesliga - FC Augsburg v Bayern Munich

Robert Lewandowski steht nun bei 22 Saisontore - musste das Feld aber schon nach 67 Minuten verlassen.

(Foto: Pool via REUTERS)

Die Münchner spielen beim 1:0 in Augsburg erstmals seit Oktober wieder zu Null. Doch in der zweiten Halbzeit ist der Sieg gefährdet - Stürmer Finnbogason schießt einen Strafstoß an den Pfosten.

Von Sebastian Fischer, Augsburg

Manuel Neuer hat in dieser Saison schon einige ungemütliche Abende erlebt, oft liefen die Stürmer reihenweise auf ihn zu, selbst bei Siegen seiner Mannschaft vergingen selten 90 Minuten, in denen er nicht eingreifen musste. Am Mittwochabend trat man ihm aber wohl nicht zu nahe, wenn man vermutet, dass ihm zwischenzeitlich sehr kalt geworden ist, so wenig hatte er zu tun. Schließlich hatte er es allerdings dem Pfosten zu verdanken, dass er zum ersten Mal seit Oktober in der Bundesliga ohne Gegentor blieb.

Der FC Bayern ist weiterhin klarer Tabellenführer der Bundesliga, zum Ende der Hinrunde schlugen die Münchner den FC Augsburg mit 1:0 (1:0). Doch ganz ähnlich wie beim 2:1 gegen den SC Freiburg zuvor, zitterte der Rekordmeister sich wieder zum Erfolg. "Es geht gerade nicht so leichtfüßig. Wir brauchen schon wieder diese Gier, die Spiele nicht nur über die Zeit zu retten, sondern mit Souveränität zu gewinnen", sagte Bayerns Joshua Kimmich. Gegen Freiburg war es ein Schuss an die Latte in der Nachspielzeit gewesen, der die drei Punkte gefährdete; diesmal war es ein Strafstoß von Augsburgs Stürmer Alfred Finnbogason an den Innenpfosten nach 76 Minuten. "Den muss ich machen, da gibt es keine Entschuldigung. Das ist sehr, sehr bitter", sagte er danach.

Es ist ja weiterhin die Defensivarbeit, die beim Tabellenführer ein Thema ist, und Augsburg erschien dahingehend eigentlich als ausgesprochen dankbarer Gegner, dem in den vorangegangenen fünf Partien nur zwei Tore gelungen waren. Am Mittwoch entschied sich FCA-Trainer Heiko Herrlich außerdem für eine Startaufstellung ohne echten Stürmer. Vorn spielte der nicht als klassischer Neuner bekannte Marco Richter.

So war es von Beginn an der Favorit, der das Spiel so klar dominierte wie lange nicht mehr. Nach einem Foul des Augsburgers Rani Khedira an Lucas Hernández in der 13. Minute verwandelte Robert Lewandowski den Strafstoß souverän, es war bereits sein 22. Saisontor. Mit der Führung im Rücken wurde das Münchner Spiel zunächst noch sicherer. Und zur Halbzeit konnte man ihnen bloß vorwerfen, aus der großen Überlegenheit nicht mehr gemacht zu haben. 12:0 lautete die Torschussbilanz aus Münchner Sicht zur Pause.

Die Bayern fanden immer wieder die Lücken in Augsburgs Fünfer-Abwehrkette, Joshua Kimmich chippte seine Pässe in aller Ruhe in die gefährlichen Zonen. Dort vergaben aber mal der ausgesprochen agile Serge Gnabry, mal Thomas Müller und mal Lewandowski.

Flügelstürmer Gnabry, gegen Freiburg angeschlagen ausgewechselt, war rechtzeitig fit geworden, weshalb Flick seine Startaufstellung nur auf einer Position geändert hatte: Erstmals im Jahr 2021 begann auf der linken Abwehrseite statt Alphonso Davies der Franzose Lucas Hernández. Ihm traue er die Rolle des Abwehrchefs zu, hatte Flick am Vortag gesagt, als es um den erwarteten Abschied von David Alaba im Sommer ging. In der Innenverteidigung durfte Hernández zuletzt bei der Niederlage im DFB-Pokal in Kiel allerdings nur ausnahmsweise spielen.

Als Linksverteidiger überzeugte er am Mittwoch zunächst nicht nur, weil er den Strafstoß herausholte und sich fleißig am Offensivspiel beteiligte. Einmal hatte er zwar ein wenig Glück, dass Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck es nicht als Handspiel wertete, als ihm der Ball im Strafraum an den Arm sprang. Ansonsten war der Franzose aber lange souverän im Spiel nach hinten und ohne leichtsinnige Fehler, die Davies zuletzt immer mal wieder unterliefen.

In der zweiten Halbzeit wurde die Augsburger Gegenwehr dann größer, gefährlich wurde es vor Manuel Neuer aber trotzdem lange eher nicht. Ein Schuss von Daniel Caligiuri kam dem Tor am nächsten, bis der Ball in der Schlussphase dann doch immer gefährlicher durch den Münchner Strafraum rollte - und schließlich, in der 75. Minute, auf Brusthöhe flog. Benjamin Pavard fuhr leicht den Arm aus, es gab zu Recht Handelfmeter. Aber der eingewechselte Finnbogason traf nur den linken Pfosten, Neuer hatte sich für die andere Ecke entschieden.

Die Münchner ihrerseits schafften es weiterhin nicht, ihre Überlegenheit in einen beruhigenden Vorsprung zu verwandeln, sodass Flick eine ungewöhnliche Entscheidung traf: Er wechselte nicht nur Gnabry aus und Leroy Sané ein, auch Lewandowski ging vom Platz. Es kam Corentin Tolisso, in der Spitze spielte zum Schluss Thomas Müller. Eine Torchance hatten die Münchner allerdings nicht mehr, die letzte vergab der Augsburger Innenverteidiger Felix Uduokhai in der Nachspielzeit per Kopfball aus dem Fünfmeterraum.

Neuer sah dabei zu, wie der Ball über sein Tor flog. Und nach dem Schlusspfiff jubelte er mit Torwarttrainer Toni Tapalovic. Es war Neuers 196. Spiel ohne Gegentor. Vorher hat das in der Bundesliga nur Oliver Kahn geschafft.

© SZ/pps
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