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Champions League:Beim FC Bayern knarzt es noch

Thiago beim CL-Spiel FC Bayern gegen AEK Athen

Auch Bayerns Mittelfeldspieler Thiago offenbart in Athen Schwächen.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Trotz des zähen 2:0-Erfolgs lobt Bayerns Trainer Niko Kovac sowohl Ergebnis als auch Leistung des FC Bayern.
  • Dabei werden die Schwächen des FC Bayern recht deutlich: Das flinke Spiel nach vorne funktioniert wegen vermeidbarer Fehler nicht.

An diesem Abend, an dem es vor allem um Ästhetik ging, sollte Joshua Kimmich noch über die kommenden Gegner nachdenken. Mainz, Rödinghausen, Freiburg, Athen - ob der FC Bayern da überhaupt die Chance bekomme zu glänzen, war er gefragt worden. Kimmich wartete nicht lange, er sagte: "Solange wir die Spiele gewinnen, ist es mir völlig egal, ob wir glänzen oder nicht." In diesem Satz steckte ein ganzer Abend, vielleicht sogar die Gegenwart des FC Bayern.

2:0 (0:0) gewannen die Münchner am Dienstag bei AEK Athen, es war ein Spiel, mit dem das Team von Niko Kovac dem Achtelfinale in der Champions League ein bisschen näher gekommen ist, mit nun sieben Punkten in Gruppe E. Es war aber auch ein Spiel, das zeigte: Der Münchner Patient ist nach den jüngsten Leiden noch nicht vollständig über die Akropolis, im Lehrbuch taucht so ein Kick unter "A" wie Arbeitssieg auf, womöglich auch unter "z" wie zäh. Aber dass irgendein Bayern-Spieler deshalb unruhig geworden wäre, ließ sich nicht behaupten.

Zählt derzeit, wie der FC Bayern gewinnt - oder nur, dass er gewinnt?

"Für uns ist das Allerwichtigste, Spiele zu gewinnen" - so hat es Arjen Robben später gesagt, und dieser eher banale Satz enthielt eine nicht ganz so banale Erkenntnis. Es ist ja so: Formschönheit bekommt das Publikum im Moment nur sehr dosiert geboten, die Münchner haben den Anspruch an sich mal eben aufs Ursprünglichste reduziert. Sie wollen: gewinnen, egal wie.

FC Bayern in der Einzelkritik

Martínez hext das Tor herbei

Und das ist nun die Frage: Ist es gegenwärtig wichtig, wie der FC Bayern seine Spiele gewinnt? Oder zählt nur, dass er gewinnt, weil dann langfristig die verloren gegangene Form schon wieder zurückkehrt?

Niko Kovac, 47, hatte ja schon auf der Pressekonferenz vor dem Spiel eine Antwort gegeben: Er sagte, dass für ihn nicht die B-Note zählt. Dass er also einfach gewinnen will. Aber nun, nach diesem Zweinull in Athen, klang das ein bisschen anders, Kovac fand das Ergebnis schlichtweg so positiv wie die Leistung. "Ich finde, wir haben heute ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht", sagte er bei Sky. Man habe "den Gegner beherrscht", hier und da hätte sein Team dieses oder jenes noch besser können. "Kritiker werden jetzt einiges sehen, das nicht gut war", sagte Kovac: "Ich habe heute sehr viel Gutes gesehen." Es war eine Sichtweise, die viele seiner Spieler teilten. Es war eine sehr wohlwollende Sichtweise auf das Spiel.