FC Bayern Ancelotti spürt "pressione"

Unter Druck: Bayern-Trainer Carlo Ancelotti.

(Foto: dpa)

Carlo Ancelotti steht unter Druck wie lange kein Bayern-Trainer zu dieser Jahreszeit. Deshalb müssen in Mainz ein paar Kniffe her.

Von Benedikt Warmbrunn

Manche Worte, die im Deutschen unangenehm klingen, verlieren ihre abschreckende Wirkung, wenn sie nicht mehr im Deutschen ausgesprochen werden, sondern zum Beispiel im leichten Singsang des Italienischen. Das weiß auch Carlo Ancelotti, der seit knapp fünf Monaten auch hart klingende Worte erfolgreich verwendet. "Pressione", sagt er am Donnerstag, "hat man hier immer." Er lächelt fein, als ob diese pressione eine geheime Zutat sei, mit der er jede Pastasoße aufpeppe.

Knapp fünf Monate ist Ancelotti Trainer des FC Bayern, und er spürt bereits einen Druck, wie ihn zu dieser Jahreszeit lange kein Trainer des FC Bayern mehr gespürt hat. Pressione hat Ancelotti vor dem Spiel an diesem Freitag (20.30 Uhr) in Mainz, weil seine Mannschaft gewinnen muss, um zumindest für eine Nacht wieder die Tabellenführung in der Bundesliga zu übernehmen. Sollte sie nicht gewinnen, könnte der Rückstand auf Leipzig auf bis zu sechs Punkte steigen. Doch so pessimistisch sieht Ancelotti das nicht.

Eine große Chance sei das Spiel, sagt er, aber die Meisterschaft werde nicht am Wochenende entschieden. Er sei sicher, dass Leipzig bis zum Saisonende "ein großer Gegner" sein werde. Und Ancelotti erinnert daran, dass er in seiner letzten Saison bei Real Madrid von September bis Dezember 22 Spiele in Serie gewann, aber nicht Meister wurde. (Dass er danach seinen Job verlor, erwähnt er besser nicht.)

Können Vidal und Alonso wieder spielen?

Gegen Mainz muss der Trainer auf den verletzten Kingsley Coman und den erkrankten Holger Badstuber verzichten; ob Xabi Alonso und Arturo Vidal spielen können, ist unsicher. Wieder fit sind die Innenverteidiger Javier Martínez und Jérôme Boateng. Taktisch habe er "gute Lösungen", sagt Ancelotti, eine davon könnte sein, dass Philipp Lahm wie beim 2:1 gegen Leverkusen im Mittelfeld spielt und Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger.

Eine gute Lösung sieht Ancelotti auch in der Frage über Lahms Zukunft. Zuletzt wurde diskutiert, ob der Kapitän schon im Sommer 2017 Sportdirektor des FC Bayern werden soll (Standpunkt von Klubboss Rummenigge), oder erst im Sommer 2018, wenn sein Vertrag ausläuft (Präsident Uli Hoeneß). Ancelotti, der sich bisher aus vereinspolitischen Fragen heraushielt, sagt: "Ich denke, Lahm ist im Moment ein sehr wichtiger Spieler für die Mannschaft. Und das gilt auch für die nächsten Jahre."

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