Fußball Podolski trifft doppelt bei Debüt in Japan

Lukas Podolski feiert sein Debüt für Vissel Kobe. Dem deutschen Stürmer gelingen gleich zwei Treffer beim Einstand.

(Foto: AFP)

Der Stürmer führt Vissel Kobe in seinem ersten Spiel zum Sieg. Neymar vom FC Barcelona zofft sich im Training. Der BVB verliert beim Debüt von Mahmoud Dahoud.

Fußball, Japan: Lukas Podolski hat in der japanischen J-League einen Traum-Einstand gefeiert. Der 32-Jährige erzielte im Heimspiel seines neuen Vereins Vissel Kobe gegen den Abstiegskandidaten Omiya Ardija zwei Treffer und war bei seinem Debüt gleich mitentscheidend für den 3:1 (0:0)-Sieg.Nach mäßiger erster Halbzeit im WM-Stadion von 2002 ohne Torschuss von Podolski drehte der Kölner nach dem Seitenwechsel auf. Das 1:0 erzielte er per Linksschuss von außerhalb der Strafraumgrenze (49.), das 2:1 markierte er mit dem Kopf (62.). Auch beim dritten Treffer durch Hideo Tanaka (78.) war Podolski beteiligt.Kobe hat dank des neunten Sieges im 19. Saisonspiel 29 Punkte auf dem Konto und wahrte weiter die Chance auf den dritten Platz, der zur Qualifikation für die asiatische Champions League berechtigt.

Fußball, Neymar: Der Brasilianer ist im Training des FC Barcelona ausgerastet. Der von Paris Saint-Germain umworbene Offensivspieler legte sich nach einem Zweikampf mit Neuzugang Nélson Semedo an und ging nach einem Handgemenge schimpfend und gestikulierend vorzeitig in die Kabine. Der Zoff ereignete sich in Miami kurz vor dem ersten Clásico der Saison gegen Real Madrid am Samstag.

Beim Training am Donnerstag (Ortszeit) lieferten sich Neymar und der portugiesische Verteidiger Semedo zunächst einen normalen Zweikampf. Wie auf einem Video der englischen Zeitung Daily Mail zu sehen ist, behielt Semedo nach dem ersten Handgemenge kühlen Kopf und entfernte sich von seinem Widersacher. Neymar wollte aber keinen Frieden geben und musste von Sergio Busquets und anderen Kollegen zurückgehalten werden.

Nach dem Zwischenfall warf der 25-Jährige sein Leibchen auf den Boden, schoss einen Ball wütend gegen die Bandenwerbung und verließ den Trainingsplatz der Barry University. Trainer Ernesto Valverde sah die Auseinandersetzung, schritt aber nicht ein.

Neymar, der in Barcelona unter anderem Lionel Messi und Nationaltorwart Marc-André ter Stegen als Kollegen hat, soll nach mehreren Medienberichten vor einem Wechsel zu PSG stehen. Der Club der deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Kevin Trapp soll angeblich bereit sein, die im Vertrag von Neymar festgeschriebene Ablösesumme von 222 Millionen Euro zu zahlen.

Schwimmen, WM: Aliena Schmidtke hat innerhalb von knapp neun Stunden bei der Schwimm-WM in Budapest den zweiten deutschen Rekord aufgestellt und ist ins Finale über 50 m Schmetterling eingezogen. Die 24-Jährige schlug auf der nichtolympischen Strecke in 25,68 Sekunden über 50 m Schmetterling als Sechste an und qualifizierte sich für den Endlauf am Samstagabend.Am Morgen hatte Schmidtke, die in den USA lebt und trainiert und für Magdeburg startet, in 25,73 Sekunden im Vorlauf den ersten deutschen Rekord bei der WM aufgestellt. "Das ist traumhaft", sagte sie, "das Finale war das Ziel, das habe ich erreicht. Jetzt habe ich nichts mehr zu verlieren."

Fußball, Testspiel: Borussia Dortmund sucht drei Wochen vor dem Saisonstart in der Fußball-Bundesliga weiter nach der Form. Im Test gegen Espanyol Barcelona musste der Revierclub trotz großer Überlegenheit ein 0:1 (0:0) hinnehmen. Daniel Piatti (80. Minute) besiegelte am Freitag vor 9 500 Zuschauern in Winterthur die unglückliche Niederlage.Dennoch waren Fortschritte unverkennbar: Anders als beim glücklichen 2:2 gegen den VfL Bochum sechs Tage zuvor dominierte der BVB die Partie. Ungenutzte Chancen von Pierre-Emerick Aubameyang (24. Minute), Mario Götze (32.) und Gonzalo Castro (38.) kosteten aber den Sieg über den spanischen Erstligisten.Im insgesamt fünften Test unter seiner Regie hatte der neue BVB-Coach Peter Bosz nur eine Hälfte des Kaders für das Testspiel nominiert. Zunächst kam die zurzeit vermeintlich beste Elf zum Einsatz, in der vor allem Angreifer Ousmane Dembélé und der zur Pause ausgewechselte Rekonvaleszent Götze überzeugten. In der zweiten Halbzeit debütierte Neuzugang Mahmoud Dahoud im BVB-Trikot.Die in Winterthur nicht eingesetzten Profis sollen im zweiten Test während des Trainingslagers am kommenden Dienstag gegen Bergamo in Altach (Österreich) zum Zug kommen. Direkt nach dieser Partie reist die Borussia aus dem Trainingslager in Bad Ragaz zurück nach Dortmund.

Tennis, German Open: Erstmals seit 25 Jahren stehen in Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber zwei Deutsche im Halbfinale des Tennisturniers am Hamburger Rothenbaum. Der 33-jährige Florian Mayer aus Bayreuth gewann am Freitag bei den mit knapp 1,5 Millionen Euro dotierten 111. German Open gegen den Argentinier Diego Schwartzman 6:2, 2:6, 6:3. Zuvor hatte der Augsburger Kohlschreiber den Argentinier Nicolas Kicker 7:6 (8:6), 4:6, 6:4 bezwungen. Im ersten Halbfinale treffen am Samstag (12.00 Uhr) die argentinischen Sandplatzspezialisten Federico Delbonis und Leonardo Mayer aufeinander, danach sind die Deutschen um 15.00 Uhr (Sky) an der Reihe.

Frauenfußball-EM: Die dreimalige Welttrainerin Silvia Neid hat Kritik am bisherigen Niveau der Spiele bei der Frauenfußball-Europameisterschaft in den Niederlanden geübt. "Ich sehe keine Weiterentwicklung. Viele Mannschaften versuchen nur noch, das konstruktive Spiel der Gegner zu zerstören", sagte die ehemalige Bundestrainerin der Deutschen Presse-Agentur. "Und das Schlimme ist, dass sie das auch schaffen, weil bessere Teams technisch nicht in der Lage sind, sich mit ihrem Offensivspiel durchzusetzen."

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Derselbe Trend zum Defensivfußball sei laut Neid schon bei der Männer-EM 2016 in Frankreich zu beobachten gewesen. Aber gerade der Frauenfußball lebe von "Leidenschaft, Kreativität und Offensivgeist", sagte die 53-Jährige. Neid hatte Deutschland als Cheftrainerin zum WM-Titel 2007, zu zwei EM-Gewinnen (2009, 2013) sowie dem Olympiasieg 2016 in Rio geführt.

Danach schuf sie beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine neue Scouting-Abteilung, um auch internationale Trends aufzuspüren. Mit einem kleinen Team beobachtet Neid sämtliche EM-Spiele. Nach Abschluss der 24 Gruppenspiele warnt sie vor unerwünschten Tendenzen, der die besondere Attraktivität des Frauenfußballs entgegenwirke.

"Was nicht nur deutsche Mannschaften immer ausgezeichnet hat, ist, dass man nach einem 2:0 auch noch das dritte und vierte Tor schießen will. Das gibt es hier nicht", bedauerte Neid. Sie hofft aber, dass sie ihren bisherigen Eindruck noch etwas korrigieren kann: "Vielleicht sehen wir in der K.o.-Runde bessere Spiele."