Fußball in Spanien FC Barcelona bestätigt Boateng-Wechsel

  • Ex-Bundesligaprofi Kevin-Prince Boateng geht aus Italien zum FC Barcelona.
  • Laut spanischen Medienberichten plant ihn Barça als alternative Sturmspitze ein, die Luis Suárez entlasten und unterstützen soll.
Von Thomas Hürner

Die Idee des schönen und filigranen Spiels ist beim FC Barcelona so tief in der Identität verankert wie bei keinem anderen Fußballklub. Das ist aber nicht der Grund dafür, dass die spanische Sportzeitung Marca den anstehenden Wechsel von Kevin-Prince Boateng am Montagnachmittag als "Bombentransfer" angekündigt hat, denn in den vergangenen Jahren haben die Katalanen immer wieder kampfstarke Spieler verpflichtet, die eher weniger zum eigentlichen Geist des Klubs zu passen schienen. Boateng soll allerdings auch selbst eine für ihn eher ungewohnte Rolle einnehmen: als Spezialkraft.

Laut spanischen Medienberichten plant ihn Barça als alternative Sturmspitze ein, die den gesetzten Uruguayer Luis Suárez entlasten und bei Bedarf auch während des Spiels unterstützen soll. Dass der gelernte Mittelfeldspieler Boateng über eine formidable Stärke im Abschluss verfügt, ist in Spanien bestens bekannt: In der Saison 2016/2017 schaffte Boateng im Trikot von UD Las Palmas seinen bisherigen Karrierebestwert von zehn Toren. Der inzwischen 31-Jährige wird zunächst für ein Jahr von seinem aktuellen Verein US Sassuolo an Barça ausgeliehen, dank einer Kaufoption soll nach der Saison auch die Möglichkeit bestehen, ihn fest zu verpflichten. Noch am Montag wurde der Transfer bestätigt, am Dienstag wird er in Barcelona vorgestellt.

Mit Frankfurt gewann Boateng den DFB-Pokal

Boatengs Rückkehr in die Serie A war damit nur von kurzer Dauer. Erst im vergangenen Sommer hatte Boateng nach einer erfolgreichen Saison mit Eintracht Frankfurt, gekrönt durch den DFB-Pokalsieg gegen den FC Bayern, selbst darum gebeten, den Verein in Richtung Italien verlassen zu dürfen. Das hatte vor allem familiäre Gründe: Seine Ehefrau lebt mit den Kindern in Mailand.

Der Ruf des spanischen Tabellenführers war dann aber einfach zu verlockend. Worauf sich Kevin-Prince Boateng aber schon mal einstellen sollte: Er findet sich nun wohl häufiger auf der anderen Seite seiner Siegesformel vom DFB-Pokalfinale 2018 wieder. "Bruder, ich schlag den Ball lang", hatte er damals in der Halbzeit zu Eintracht-Stürmer Ante Rebic gesagt. Bei Barça, wo sie die Bälle eher nicht lang schlagen, soll nun Boateng selbst die Verteidiger mit seiner Physis beschäftigen, ihnen entwischen und Tore schießen.

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