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FC Augsburg:Kämpfen wie früher

Chef-Trainer Markus Weinzierl (FC Augsburg), VfB Stuttgart vs. FC Augsburg, 32. Spieltag, 1.Bundesliga, 07.05.2021, DFB

Sah forsch aus: Augsburgs neuer, alter Trainer Markus Weinzierl beim Spiel in Stuttgart.

(Foto: Christian Kolbert/Imago/Kolbert-Press)

Nach der Auftaktniederlage für Trainer Markus Weinzierl herrscht Zuversicht beim FCA - trotz der nun noch bedrohlicheren Situation im Kampf um den Klassenverbleib.

Von Sebastian Fischer

Im Grunde muss Markus Weinzierl dieser Tage gar nichts tun, im wahrsten Sinne des Wortes: gar nichts, um eine bessere Figur abzugeben als Heiko Herrlich, sein Vorgänger als Trainer des FC Augsburg. Die Mannschaft bezieht in dieser Woche das von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vorgeschriebene Quarantäne-Trainingslager, im Fall des FCA im Teamhotel im Vorort Bobingen. Dort war Herrlich im vergangenen Jahr, als so eine Quarantäne vor dem Neustart der Saison schon mal vorgeschrieben war, zu seiner berühmten Einkaufstour aufgebrochen, als er im benachbarten Supermarkt Hautcreme und Zahnpasta besorgte und freigiebig davon erzählte, obwohl er damit gegen die DFL-Regeln verstieß.

Weinzierl, 46, wird sich natürlich trotzdem nicht darauf beschränken, die Hygiene-Vorgaben einzuhalten. Schließlich kam er Ende April zurück nach Augsburg, um den Klassenverbleib zu sichern - und was das angeht, sieht es nach seinem ersten Spiel sogar noch bedrohlicher aus als vorher. 1:2 verloren die Augsburger am Freitag beim VfB Stuttgart, während so mancher Konkurrent im Abstiegskampf punktete. Immerhin waren sich aber alle Beteiligten einig, dass tatsächlich schon etwas besser geworden ist, seit Weinzierl zu jenem Klub zurückgekehrt ist, für den er schon von 2012 bis 2016 arbeitete - und bei dem er mit der Teilnahme an der Europa League für den größten Erfolg der Vereinsgeschichte sorgte.

"Man hat heute gesehen, wir können auch anders", sagt Flügelspieler André Hahn

Unter Herrlich hatte sich nicht mal nach den wenigen Siegen in den vergangenen Monaten Zuversicht oder gar Zufriedenheit eingestellt. Zu weit war die Mannschaft regelmäßig von dem Ziel entfernt gewesen, sich fußballerisch weiterzuentwickeln. Nun war es umgekehrt: Trotz der Niederlage war Augsburg mal wieder der Spielweise nahegekommen, die Weinzierl selbst einst etablierte, die dann bald als charakteristisch für den Standort galt, aber irgendwann wieder verloren ging. Kämpfen, den Gegner mutig attackieren, schnell und gradlinig Richtung Tor kontern, so lässt sich die Herangehensweise grob umreißen. Beleg für Veränderungen waren 21 Torschüsse, ein Saisonbestwert. "Wir hatten heute einen ganz klaren Plan, wie wir spielen wollten", sagte Flügelspieler André Hahn. "Man hat heute gesehen, wir können auch anders."

Am deutlichsten beschrieb wohl Stürmer Florian Niederlechner, dass der Trainerwechsel offenbar bereits einen Effekt hatte: "Ich hab' einmal zu viel meine Meinung geäußert, dann hab' ich die letzten Wochen draußen gehockt", sagte er über die Zeit vor Herrlichs Entlassung. Weinzierl habe ihm gleich im ersten Training das Vertrauen ausgesprochen. Niederlechner traf erstmals seit Ende Februar, bloß hatten seine Kollegen weniger Erfolg im Abschluss. Weinzierl sagte: "Wir müssen uns nur belohnen. Die Jungs und die Spieler hätten es wirklich sehr verdient gehabt." Und: "So noch zweimal, dann werden wir in der Liga bleiben."

Im Trainingslager, hat er angekündigt, sollen unter anderem Torschüsse auf dem Plan stehen. Es klingt ganz einfach: "Die Spieler brauchen Erfolgserlebnisse."

© SZ/lein
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