FC Augsburg "Finnbogason!"

Drei Tore des Stürmer bescheren dem FCA einen 4:1-Sieg gegen Freiburg - ein eindrucksvolles Comeback des lange verletzten Isländers.

Von Sebastian Fischer, Augsburg

Als Alfred Finnbogason vor diesem Sonntag letztmals ein Tor schoss, sah ihm Diego Maradona zu. Der Augsburger Stürmer traf bei der Weltmeisterschaft zum 1:1 für Island gegen Argentinien, auf der Tribüne saß Maradona und rauchte. Für Finnbogason, 29, war es das bislang wohl berühmteste Tor seiner Karriere, aber auch das letzte, bevor komplizierte Monate begannen. Nach dem Vorrunden-Aus stieg er strapaziert in die Vorbereitung ein - und brach sie wegen einer Entzündung der Patellasehne im Knie ab.

Am Sonntagabend lief die 34. Minute im Spiel zwischen Augsburg und dem SC Freiburg, als der Augsburger Verteidiger Jeffrey Gouweleeuw den Ball vors Freiburger Tor passte. Dort trat Finnbogason in seinem ersten Spiel in dieser Saison kurz an - und verlängerte den Ball mit der Hacke an seinem Gegenspieler und Freiburgs Torhüter Alexander Schwolow vorbei in die lange Ecke zum 2:0, ein Traumtor. Als das Spiel in der zweiten Halbzeit noch mal zu kippen drohte, da verwandelte Finnbogason einen Elfmeter zum 3:1. Und dann traf er noch zum finalen 4:1 (2:0) Viel eindrucksvoller kann eine Rückkehr kaum gelingen.

Anfang September hatte er mit dem Lauftraining begonnen, war Mitte des Monats ins Mannschaftstraining eingestiegen. "Ich war sehr heiß auf das Spiel und bin froh, dass es so geklappt hat", sagte er. Im Augsburger System war er mal die einzige Spitze, mal unterstützte ihn Michael Gregoritsch aus dem Mittelfeld, jedenfalls machte er den Unterschied. Er forderte lange Bälle, kam für kurze Pässe entgegen, bereicherte eine starke Offensive. Als Caiuby per Kopfball zur Führung traf, hätte der FCA längst schon führen können (19.

). Für die Augsburger hat die Saison gut begonnen. Doch für uneingeschränkte Zufriedenheit hatten ein paar Punkte gefehlt, auch wegen unglücklicher Niederlagen in Mainz und gegen Bremen. Und so war das Spiel gegen die Freiburger, denen Nationalspieler Nils Petersen wegen einer Schulterprellung fehlte, bereits ein wichtiges.

Aber schon nach den Heimspielen gegen Gladbach (1:1) und gegen Bremen (2:3) hatte Augsburgs Trainer Manuel Baum die Leistung seiner Elf gelobt. Und gegen Freiburg war wieder zu sehen, dass sich die Augsburger Mannschaft in dieser Saison fußballerisch weiterzuentwickeln scheint: Immer wieder führten schnelle Kombinationen und flache Pässe zu Torabschlüssen, von den charakteristischen langen Bällen war eher wenig zu sehen.

Ein kurioses Eigentor brachte Freiburg in der zweiten Halbzeit zurück in die Begegnung: Verteidiger Gouweleeuw klärte einen Schuss von Niederlechner auf der Linie nicht richtig, Hinteregger schoss den heraneilenden Jonathan Schmid an (49.).

Die Fans hatten zwischenzeitlich wegen eines Notarzteinsatzes ihre Unterstützung eingestellt, doch Mitte der zweiten Halbzeit sangen sie wieder. Sie riefen also laut und deutlich den Namen des Elfmeterschützen, der in der 67. Minute von Dominique Heintz gefoult worden war, sich den Ball nahm und traf. Und sie riefen seinen Namen noch mal, als er in der 83. Minute eine Vorlage von André Hahn über die Linie drückte: "Finnbogason, Finnbogason, Finnbogason!"