England schlägt die NiederlandeUnterhaltung fürs Königshaus

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Lauren James (rechts) feiert mit Ella Toone ihr erstes Tor gegen die Niederlande.
Lauren James (rechts) feiert mit Ella Toone ihr erstes Tor gegen die Niederlande. Annegret Hilse/Reuters
  • England besiegt die Niederlande mit 4:0 und rehabilitiert sich nach der Auftaktniederlage gegen Frankreich bei der EM.
  • Die niederländische Mannschaft zeigt eine rätselhaft energielose Leistung, was Fragen zu Trainer Andries Jonker und dem Verband KNVB aufwirft.
  • Lauren James erzielt zwei Tore für England, während Prinz William das Spiel im Stadion verfolgt.
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Mit 4:0 besiegt England die Niederlande und rehabilitiert sich nach der Niederlage zum Auftakt. Die Leistung von Oranje gibt derweil Rätsel auf.

Von Felix Haselsteiner, Zürich

Der Prinz war nach Zürich gereist, mehr musste man zum Ernst der Lage eigentlich gar nicht mehr sagen. Im Unterrang des Letzigrund-Stadions wurden am Mittwochabend schon vor dem Spiel die Handys gezückt, um ein Foto von William in freudiger Stimmung zu bekommen, zur Sicherheit. Wie das ausgehen würde, wusste man zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht: Ein Vorrunden-Aus bei der EM hätte wohl selbst die royale Mine verdunkelt, beim Anpfiff war das noch im Bereich des Möglichen. Allein das war nach der Niederlage zum Auftakt gegen Frankreich schon eine halbe Sensation, selbst in der Todesgruppe D, wo nur Wales als kleine Fußballnation ein dankbarerer Gegner ist.

Allein: Es blieb nur für wenige Minuten bei der theoretischen Möglichkeit für England, auszuscheiden. Akut in Gefahr geriet beim 4:0 gegen die Niederlande nur die Würde der Fußballnation in Orange auf der anderen Seite des Feldes.

Es war die Ohnmacht der Niederländerinnen, die dieses Spiel mehr bestimmte als die Brillanz der Engländerinnen. Man konnte das an vielen, kleinen Aktionen im Mittelfeld erkennen, an Ballverlusten und Fehlpässen. Man konnte es auch mit vielen, kleinen Zahlen nachweisen, etwa den gerade einmal acht Ballkontakten, die Stürmerin Vivianne Miedema über 66 Spielminuten bis zu ihrer Auswechslung sammelte. Miedema, 28, war mal eine der Hoffnungsträgerinnen eines ganzen Landes – nun steht sie gemeinsam mit vielen anderen Protagonistinnen in Orange für einen der Tiefpunkte im niederländischen Frauenfußball. Für den wird sich auch der Trainer Andries Jonker verantworten müssen, der in Lethargie an der Seitenlinie verharrte. Sowie der Verband KNVB, der Trainer und Mannschaft überhaupt erst in die Lage brachte, eine EM miteinander zu absolvieren, obwohl alle Beteiligten seit Januar wissen, dass sich die Wege danach trennen werden.

Die Engländerinnen, sie mussten nur ihre grundsätzliche Aufgabenstellung erfüllen. Anders als gegen Frankreich war das Passspiel diesmal genauer, simpler, zielgerichteter, auch wenn die großen, herausgespielten Chancen aus dem Spiel vorerst ausblieben. England allerdings hat genug individuelle Klasse in der Startelf, um auf anderen Wegen zum Erfolg zu kommen.

Prinz William gefiel, was die Spielerinnen ihm in Zürich boten.
Prinz William gefiel, was die Spielerinnen ihm in Zürich boten. Alexander Hassenstein/Getty Images

Lauren James ist eine dieser Spielerinnen für besondere Momente. Was passiert, wenn man der 23-Jährigen vom FC Chelsea Platz zum Dribbeln und Schießen lässt, war in der 22. Minute zu sehen: Mit einem Distanzschuss ins rechte Eck brachte James England erstmals bei dieser EM in Führung. Das tat dem Team von Sarina Wiegman sichtlich gut, sie überließen den Niederländerinnen in der Folge den Ball, ohne dass der jemals in die gefährliche Zone gelangte. Stattdessen legte Georgia Stanway noch das 2:0 nach: Auch sie traf kurz vor der Halbzeit wuchtig aus der Distanz.

An der Überlegenheit konnten in der Folge auch drei niederländische Wechsel nichts ändern, die Jonker noch zur Halbzeit vornahm. Die Anwesenheit der bis vor Kurzem verletzten Stürmerin Lineth Beerensteyn bewirkte genauso wenig wie die Präsenz der erfahrenen Abwehrspielerin Sherida Spitse. Es blieb eine rätselhaft energielose niederländische Mannschaft auf dem Rasen, die in dieser Form nicht nur in der Gruppe D Schwierigkeiten hätte, weiterzukommen.

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Nur Russo bleibt noch ohne Treffer

England nutzte das für beste Unterhaltung für das angereiste Königshaus: Erneut Lauren James (60. Minute) und Ella Toone (67.) erhöhten in der zweiten Halbzeit auf 4:0, diesmal aus kürzerer Distanz. Allein Stürmerin Alessia Russo blieb ohne Treffer, trotz vieler bester Gelegenheiten. Sie wurde dennoch zur Spielerin des Spiels ausgezeichnet. Die Rehabilitation gelang den Engländerinnen auch so, ein Sieg gegen Wales würde die Teilnahme am Viertelfinale wohl schon absichern. Dort könnte das deutsche Team ein möglicher Gegner sein.

Den Kopf musste sich in Zürich auf der englischen Bank beim Gedanken an die nahe und ferne Zukunft nur einer zerbrechen: Arjan Veurink, der Co-Trainer der Engländerinnen. Er übernimmt ab August das Amt des Nationaltrainers der Niederlande.

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