Die aktiven Fußball-Anhänger kritisieren im neuen Sicherheitspapier vor allem die Intensivierung der Personenkontrollen. Demnach sei es möglich, dass Vereine und örtliche Polizei und Ordnungsdienst Kontrollzelte aufstellen, in denen sich Zuschauer einer Ganzkörperkontrolle unterziehen müssten. Das halten auch Anwälte für rechtswidrig.
Zudem steht im Raum, die Anzahl der Gäste-Tickets weiter zu reduzieren beziehungsweise den Gäste-Zuschauern nur noch Sitzplatz-Tickets anzubieten. Was laut Fans zu einer sozialen Auslese führe, weil sich nicht alle die teureren Sitzplätze leisten könnten. Außerdem schwebt weiterhin die Drohung durch die Stadien, die Stehplätze wie in England komplett abzuschaffen, was viele Fans als Kriegserklärung verstehen.
Zwar hatte es zuletzt wieder Exzesse mit Pyrotechnik in den Stadien von Düsseldorf und Gelsenkirchen gegeben, dennoch kündigen einige Vereine an, den Fans weiter entgegenkommen zu wollen. Vor allem wollen nun erste Klubvertreter, dass der Abstimmungstermin verschoben wird. "Wir sollten den Dialog weiterführen und den 12. Dezember als Entscheidungstag noch mal überdenken", sagte Martin Kind, Vorstand von Hannover 96, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
In der Hamburger Morgenpost erklärt der Vorstand des Hamburger SV, Oliver Scheel: "Wir sind der Meinung, dass die Zeit bis dahin zu knapp ist. Wir wollen Anfang des Jahres selbst noch mal in größerer Runde diskutieren." Außerdem spreche sich der HSV gegen eine Verschärfung der Einlasskontrollen am Stadion aus.
Dagegen hat die DFL zuletzt häufig argumentiert, dass der Druck der Innenminister der Länder und von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) so stark sei, dass die Gesandten des Fußballs eine Entscheidung baldmöglichst treffen müssten, weil sonst drohe, dass die Politik Entscheidungen treffe. Vielleicht ändert sich der Zeitplan, wenn am Wochenende ein paar Innenminister ein Stadion besuchen.
Denn der Protest der Fans soll an den kommenden beiden Spieltagen weitergehen. Wer die Stille nicht aushält, der kann ja wieder auf das gute alte Transistor-Radio zurückgreifen und im Radio die Berichterstattung zu den anderen Partien anhören. Ganz in Ruhe, zwölf Minuten und zwölf Sekunden lang.
Mit Material von dpa und sid