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Fan-Krawalle beim Spiel gegen Hannover 96:Sportgericht schließt Dynamo Dresden vom DFB-Pokal aus

Dynamo Dresden vom Pokal ausgeschlossen

Wegen der Krawalle beim Pokalspiel in Hannover Ende Oktober ist Zweitligist Dynamo Dresden vom DFB-Pokal in der Saison 2013/2014 ausgeschlossen.

(Foto: dapd)

Die DFB-Pokal in der kommenden Saison wird ohne Zweitligist Dynamo Dresden ausgetragen. Das DFB-Sportgericht hat den Zweitliga-Verein wegen mehrfacher Ausschreitungen seiner Fans vom Wettbewerb ausgeschlossen. Auch Hannover 96 muss eine Geldstrafe zahlen.

Zweitligist Dynamo Dresden ist wegen wiederholter Ausschreitungen seiner Fans vom DFB-Pokal in der kommenden Saison ausgeschlossen worden. Dies entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes nach einer mehr als siebenstündigen Verhandlung in Frankfurt am Main. Als Grund nannte das Gericht "fortgesetztes unsportliches Verhalten" der Dynamo-Fans.

Der krisengeschüttelte Verein fürchtet nach dem Ausschluss aus dem DFB-Pokal einen Schaden von einer Million Euro. Eine Entscheidung über eine Berufung gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts will der Verein aber frühestens Donnerstag fällen. Die Verbannung aus dem Wettbewerb trifft die abstiegsbedrohten Sachsen mitten in der schweren Phase nach dem Rauswurf von Trainer Ralf Loose. "Ich finde es einen Skandal für den Verein und für den Fußball. Es trifft immer den Club und die 95 Prozent friedlichen Fans, aber nicht die, die es verursacht haben", schimpfte Dynamo-Profi Sebastian Schuppan.

Beim Pokalduell zwischen Dresden und Hannover 96 Ende Oktober hatte die Polizei insgesamt 41 Straftaten verzeichnet. Es gab neun Verletzte, drei Fans wurden festgenommen. Bereits vor dem Anpfiff hatten Dynamo-Fans in einigen Stadionbereichen die Eingänge zu den Blöcken gestürmt. Nach der Partie liefen etwa 200 Dresdener Anhänger auf den Rasen, wurden aber von der Polizei zurückgedrängt.

"Das Strafmaß für Dresden erklärt sich aus den zahlreichen, einschlägigen Vorbelastungen und dem Ausmaß der Ausschreitungen beim Pokal-Spiel in Hannover", sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, in seiner Urteilsbegründung: "Solche Stadionüberfälle sind Anschläge auf den Fußball im Allgemeinen, die einer konsequenten Ahndung bedürfen."

In der mündlichen Verhandlung hatte der als Zeuge geladene Klaus-Dieter Dunkel von der DFB-Kommission Prävention und Sicherheit die Dynamo-Anhänger schwer belastet. Sie hätten einen "äußerst aggressiven Eindruck gemacht. Man hat zum Teil hasserfüllte Gesichter gesehen", sagte Dunkel.

Bundesligist Hannover 96 muss als Folge der Krawalle eine Geldbuße von 70.000 Euro zahlen. In das Urteil des DFB-Sportgerichts flossen weitere Verfehlungen der Fans beider Mannschaften in anderen Spielen dieser Saison ein. "Im Fall Hannover 96 ist die Verhängung einer Geldstrafe ausreichend, da der Verein nur gering vorbelastet ist", sagte Lorenz. Ausdrücklich lobte er Hannovers Vorstandsvorsitzenden Martin Kind, der das Verhalten der Hannoveraner Störer öffentlich heftig kritisiert hatte.

Dresden hatte im Vorjahr wegen der Krawalle in Dortmund schon eine drastische Strafe erhalten. Der damals vom Sportgericht verhängte Pokal-Ausschluss wurde in einer Berufungsverhandlung in eine Strafe von 100.000 Euro und ein Geisterspiel in der 2. Liga umgewandelt.

© sid/da/olkl
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