Aytac Sulu

Vermutlich haben sie es in Darmstadt zu Beginn dieser Saison selbst nicht gewusst, dass sie den torgefährlichsten Abwehrmann Europas im Kader haben. Aytac Sulu, das ist der Typ, dessen Kopfbälle wie Torpedos einschlagen. Kein Verteidiger wuchtete so viele Geschosse aus der Luft ins Tor wie der Darmstädter. Mit sieben Saisontoren liegt Sulu in der teaminternen Schützenliste auf Rang zwei. Nur Sandro Wagner traf bei den Lilien häufiger. "Er ist einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga", schwärmt Trainer Dirk Schuster.

Und natürlich sind auf Sulu, diese Ein-Mann-Bisonherde aus Heidelberg, schon andere Klubs aufmerksam geworden. Freiburg kursierte zuletzt als Abnehmer, doch ob das wirklich eine Option ist? Eins steht jedenfalls fest: Dieser Sulu weiß sich zu helfen - erst zeigte er den Bayern-Fans im Dezember im Pokal den Mittelfinger, dann holte er sich absichtlich die fünfte Gelbe ab, um sich das Rückrundenspiel in München zu ersparen. Clever fanden das manche. Man könnte auch sagen: dreist.

(jbe)

Bild: Bongarts/Getty Images 16. Mai 2016, 10:022016-05-16 10:02:06 © Süddeutsche.de/ebc/jbe/jobr