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Schalke vor Aus in der Europa League:Rangnicks Blamage im Raúl-freien Raum

Der FC Schalke 04 zeigt eine kopf- und planlose Vorstellung in Helsinki und bangt nach dem 0:2 ums Weiterkommen in der Europa League. Für noch mehr Probleme könnte allerdings der Umgang mit Raúl sorgen.

Franz Beckenbauer hat bekanntlich immer recht. Ein Beckenbauer-Zitat können die Archivare als immerwährende Wahrheit in Stein meißeln lassen. So bleibt der Uefa-Cup bis in alle Ewigkeit der "Cup der Verlierer", auch wenn ihn der Europäische Fußball-Verband in Europa League umbenannt hat. Und wer will schon Teil eines Verlierer-Cups sein?

HJK Helsinki vs FC Schalke 04

Schwerer Gang: Schalkes Spieler nach dem 0:2 in Helsinki.

(Foto: dpa)

Ob die deutschen Klubs in dieser Saison besonders an Beckenbauer denken? Nach den ersten Auftritten der Verlierer-Cup-Aspiranten ist jedenfalls auffällig, dass sie viel dafür tun, nicht dabei sein zu müssen. Es könnte der Bundesliga zum ersten Mal passieren, dass sie überhaupt nicht an der Europa League teilnimmt.

Der FSV Mainz 05 hat sich bereits in der Qualifikation als erster deutscher Klub verabschiedet. Gegen einen Klub namens Gaz Metan Media aus Rumänien, der in dieser Woche in den so genannten Play-offs gegen den Fußballriesen Austria Wien 1:3 verlor.

Hannover 96 ist Opfer des schwersten Loses geworden, lieferte gegen den FC Sevilla zwar ein begeisterndes Hinspiel und gewann 2:1. Der Einzug in die Gruppenphase ist den Niedersachsen zweifellos zuzutrauen, angesichts internationaler Unerfahrenheit aber unsicher. Bleibt noch der FC Schalke 04.

Angesichts der Teilnahme am Champions-League-Halbfinale im April kann hier von internationaler Unerfahrenheit niemand sprechen, der Kader beinhaltet sogar den Rekordspieler und Rekord-Torschützen der Champions-League-Geschichte. Doch weder das eine noch das andere nutzte am Donnerstagabend. Die Schalker Mannschaft kickte beim 0:2 in Helsinki, als würde sie nicht nur das erste Mal im Europapokal, sondern das erste Mal überhaupt zusammen auf dem Platz stehen. Und Rekordspieler Raúl war nicht einmal mitgefahren in den Norden, was in Gelsenkirchen nun für erheblichen Ärger sorgen wird.

Raúl ist durch seine Leistungen, vor allem aber durch seinen integeren, freundlichen und professionellen Charakter in Schalke zum Publikumsliebling geworden. In den Tumulten der vergangenen Saison strahlte der Spanier so etwas wie Vertrauen aus. Als sich Manuel Neuer nach dem Pokalsieg nicht traute, im Stadion vor die Fans zu treten, nahm ihn Raúl an der Hand und zog ihn nach vorne. Kein Fan traute sich da noch zu pfeifen.

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