Europa League Gefährliche Unentschieden

Torschütze Martin Hinteregger.

(Foto: Uwe Anspach/dpa)

Leverkusen und Frankfurt warnen nach ihren Europacup-Ausflügen: Die Ausgangslage sieht nach den Punktgewinnen in Donezk bzw. Krasnodar gut aus. Aber beide Gegner sind auswärtsstark.

Die Ausgangsposition ist gut und gefährlich zugleich: Trotz ihrer Teilerfolge in der Fremde warnen die Verantwortlichen bei Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen davor, sich schon im Achtelfinale der Fußball-Europa League zu wähnen. "Da müssen wir an unsere Leistungsgrenze gehen, wenn wir weiterkommen wollen. Das wird ganz, ganz schwer", sagte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner nach dem 2:2 (1:1) bei Schachtjor Donezk mit Blick auf das Zwischenrunden-Rückspiel am kommenden Donnerstag. Sein Leverkusener Kollege Rudi Völler sah es nach dem 0:0 bei FK Krasnodar genauso: "Wir müssen uns vom allerbesten Gesicht zeigen." Die Eintracht ist in der Europa League zwar weiter unbezwungen, doch nach dem in Überzahl verspielten Sieg in Charkiw kamen unweigerlich Erinnerungen an den vergangenen Europa-Auftritt der Eintracht in der Saison 2013/14 hoch. Damals kehrten die Hessen vom Gastspiel beim FC Porto mit dem heutigen Donezk-Trainer Paulo Fonseca ebenfalls mit einem 2:2 heim und schieden nach einem spektakulären 3:3 im Rückspiel aufgrund der Auswärtstor-Regel aus. "Ich hoffe, Geschichte wiederholt sich nicht", unkte Präsident Peter Fischer am Donnerstagabend.

Denn für die Eintracht war in Charkiw mehr drin als die Tore von Martin Hinteregger (7. Minute) und Filip Kostic (50.). Denn obwohl die Hessen nach dem frühen Platzverweis gegen Taras Stepanenko (11.) fast die gesamte Partie in Überzahl spielte, gelang Donezk durch Marlos (10./Foulelfmeter) und Taison (67.) zweimal der Ausgleich. "Ich ärgere mich ein bisschen, weil wir viele Chancen ausgelassen haben und die zwei Gegentore unnötig waren. Das müssen wir in beiden Situationen besser lösen", bilanzierte Trainer Adi Hütter. "Im Rückspiel müssen wir richtig gut verteidigen. Da brauchen wir eine Topleistung." Zumal der ukrainische Meister dank seines temporeichen Umschaltspiels als sehr auswärtsstark gilt. Torschütze Hinteregger wischte jedoch alle negativen Gedanken beiseite: "Donezk hat vorne eine extreme Qualität, ist aber hinten anfällig", sagte der im Januar vom FC Augsburg gekommene Abwehrspieler. Im Wissen, dass die Eintracht im neuen Jahr noch keine Niederlage hinnehmen musste, betonte er: "Zuhause können wir jeden schlagen."

Das gilt auch für Leverkusen, doch die Werkself ist nach der Nullnummer erst recht gewarnt. Denn gelingt Krasnodar ein Auswärtstor, müsste Bayer dieses mit zwei eigenen Treffern beantworten, um weiter zu kommen. Kein Wunder, dass Coach Peter Bosz "nicht ganz zufrieden mit dem Resultat" war. Zwar hat es den Anschein, als sei nach den vielen Aufs und Abs in dieser Saison mehr Stabilität da und als bereite es dem Team wieder richtig Spaß, Fußball zu zelebrieren. Dennoch es gibt weiter Schwankungen in den Leistungen, was auch in Krasnodar nicht verborgen blieb. Manchmal habe man im Spielaufbau "schlampig" gearbeitet, räumte Julian Brandt ein. Das gilt es im Rückspiel unbedingt zu vermeiden.