Süddeutsche Zeitung

Europa League:Ein 1:1, das Gladbach schmeichelt

Lesezeit: 2 min

Von Ulrich Hartmann, Gelsenkirchen

Um 21.32 Uhr am Donnerstagabend suchten die Fußballer von Borussia Mönchengladbach das Gespräch mit dem Niederländer Björn Kuipers. Dass dieses Gespräch im Stadion des FC Schalke 04 stattfand, war kein Zufall. Es ist den Gladbachern in der verbalen Auseinandersetzung mit dem Schiedsrichter explizit um eine Szene gegangen, die sie für sich reklamierten, die aber statt mit einem Freistoß für die Borussia mit einem Tor für Schalke endete.

Benedikt Höwedes hatte im Mittelfeld an Raffael gezupft, und irgendwie rechneten alle mit einem Freistoß. Bloß nicht Leon Goretzka, der schnell auf Guido Burgstaller spielte und diesen zum 1:1 ins Gladbacher Tor schießen sah. Der Ausgleich veränderte das Spiel, am Ende trennten sich die Teams in diesem Hinspiel im Europa-League-Achtelfinale mit einem 1:1 (1:1), das mit zunehmender Dauer den Mönchengladbachern schmeichelte. Man nimmt einigen Gesprächsstoff mit ins Rückspiel am nächsten Donnerstag.

Langweilig war in dieser Saison noch gar kein Duell zwischen Schalke und Gladbach, und das will etwas heißen, denn dieses war bereits das dritte. Ein Mal Hin- und Rückspiel haben die Kontrahenten in dieser Saison schon hinter sich - in der Bundesliga. Da haben die Schalker das Hinspiel 4:0 gewonnen und das Rückspiel in Gladbach am Samstag 2:4 verloren.

Am Ende trifft Schalke Pfosten und Latte

Ihr Trainer Markus Weinzierl hatte aus der vorigen Niederlage die Erkenntnis gezogen, dass er den Gladbachern nun lieber nicht mit einer Dreierkette gegenübertreten wollte, sondern mit einem stabileren 4-4-2-System. Das erwies sich aber zunächst als Trugschluss. Gladbachs Lars Stindl schickte seinen Kollegen Jonas Hofmann per Steilpass durch eine riesengroße Lücke in der Abwehrkette hindurch zur 1:0-Führung (15. Minute). Zehn Minuten später glich Burgstaller zwar umstritten aus - unverdient war's aber nicht, weil Schalke aktiv war und Gladbach passiv.

Auch beim 2:4 am Niederrhein fünf Tage zuvor hatte Schalke schon mehr Ballbesitz gehabt. Die Schalker taten sich lange mit den finalen Pässen schwer und kamen nur zu mageren Chancen. Gegen Ende erhöhten sie aber massiv das Risiko, setzten Gladbach vor allem durch den eingewechselten Choupo-Moting (72.) doch noch erheblich unter Druck und hatten viel Pech: als Choupo-Moting an den Pfosten schoss (74.), als ein abgefälschter Burgstaller-Schuss auf die Latte tropfte (76.) und Yann Sommer den Nachschuss von Caligiuri entschärfte; und als der Torwart gegen Choupo-Moting parierte (87.) und gegen Geis (89.). So oder so: Das 1:1 lässt fürs Rückspiel alles offen.

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Quelle:
SZ vom 10.03.2017
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