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Europa League:Trotz Aufholjagd: Leverkusen verliert in Bern

FUSSBALL EUROPA LEAGUE SAISON 2020/2021 Sechzehntelfinale Hinspiel BSC Young Boys Bern - Bayer 04 Leverkusen 18.02.2021

Leverkusens Demarai Gray hängt nach vergebener Torchance im Netz

(Foto: ULMER via www.imago-images.de/imago images/ULMER Pressebildage)

Die Mannschaft verliert das Hinspiel beim Schweizer Meister Young Boys Bern mit 3:4 und muss nun um den Einzug ins Achtelfinale bangen. Hoffenheim könnte diese Runde erstmals erreichen.

Eine Halbzeit katastrophal, eine Halbzeit furios - und am Ende doch verloren: Bayer Leverkusen hat in der Europa League ein verloren geglaubtes Spiel zunächst aus dem Feuer gerissen, steht im Rückspiel aber dennoch vor einer schweren Aufgabe. Die Werks-Elf verlor das Zwischenrunden-Hinspiel beim Schweizer Double-Sieger Young Boys Bern nach einem 0:3-Pausenrückstand und zwischenzeitlichem Ausgleich noch mit 3:4.

Patrik Schick mit einem Doppelschlag (49./52.) und der drei Minuten vorher eingewechselte Moussa Diaby (68.) drehten das Spiel nach der Pause zunächst für die Leverkusener, die schon in der Vorrunde mit 21 Treffern die beste Offensive des Wettbewerbs stellten. Jordan Siebatcheu sicherte Bern mit seinem zweiten Tor eine Minute vor dem Ende aber den Sieg. Die Europa League ist nach den Rückschlägen in der Liga und der Pokal-Blamage beim Viertligisten Rot-Weiss Essen die letzte Titelchance für Bayer in dieser Saison.

Schon nach 20 Minuten lag der Bundesliga-Fünfte auf dem ungewohnten Kunstrasen im Wankdorfstadion mit 0:2 zurück - und hatte sich das komplett selbst zuzuschreiben. Jeweils nach Eckbällen durften Christian Fassnacht (3.) und Siebatcheu (19.) ungehindert abschließen. Meschack Elia erhöhte nach grobem Schnitzer von Aleksandar Dragovic (44.) für das Team des offenbar von Borussia Mönchengladbach umworbenen Trainers Gerardo Seoane.

Auch abseits der Standards zeigte sich Bayer lange wenig inspiriert. Bosz hatte die beiden Winter-Zugänge Demarai Gray und Jeremie Frimpong nach je zwei Einwechslungen erstmals in der Startelf aufgeboten. Die beiden Flügelspieler waren aber nicht das Problem, sondern die Standards und das Zentrum. Bosz hatte Kapitän Charles Aranguiz, der nach langer Verletzung zuletzt mehr als geplant spielen musste, eine Pause gegönnt. Da dessen etatmäßiger Ersatz Julian Baumgartlinger wegen einer Kreuzbandverletzung lange ausfällt, fehlte im 4-3-3-System im Mittelfeld mit den drei Technikern Kerem Demirbay, Nadiem Amiri und Florian Wirtz aber das absichernde Element.

An Niklas Lomb, der den verletzten Stammkeeper Lukas Hradecky ersetzte, und zu seinem vierten Pflichtspiel für die Bayer-Profis kam, lag es nicht, dass Bayer 0:3 zurücklag. Bosz stellte zur Pause auf Dreierkette um und plötzlich lief das Spiel komplett in die andere Richtung. Bayer dominierte nun die Begegnung und den Gegner, zeigte sich endlich auch bissig und zielstrebig.

Hoffenheim hat Achtelfinale vor Augen

Am Donnerstagabend gab es ein weiteres Spiel in der Europa League. Die TSG Hoffenheim hat dadurch ihren erstmaligen Einzug in ein Europacup-Achtelfinale dicht vor Augen. Trotz des Ausfalls von elf Profis holte der Fußball-Bundesligist im Zwischenrunden-Hinspiel der Europa League gegen den viermaligen norwegischen Meister Molde FK ein 3:3 (3:1), verspielte aber vor allem wegen einer schlechten Chancenverwertung den Sieg.

Der Israeli Dabbur (8./28.) traf für Hoffenheim in Villarreal und bereitete das Tor von Christoph Baumgartner (45.+3) vor. Für Dabbur, der einen Foulelfmeter verschoss (63.), waren es die Tore Nummer fünf und sechs im laufenden Wettbewerb. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag sollte der größte internationale Erfolg der TSG-Vereinsgeschichte Formsache sein. Martin Ellingsen (41.), Eirik Andersen (70.) und David Fofana (74.) waren für Molde erfolgreich. Die Partie war nach Spanien verlegt worden, um das derzeit gültige Einreiseverbot nach Norwegen zu umgehen.

© SZ/dpa/SID/jael/jsa
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