bedeckt München

Euroleague:Spanischer Kurzbesuch

Greg Monroe (re.) (FC Bayern) gegen Nikola Mirotic FC Barcelona, Barca / Basketball / Euroleague / FC Bayern Basketball

FCB-Cheftrainer Dejan Radonjic hatte offenbar andere Akteure als noch in Berlin aufs Feld entsandt, wie beispielsweise Greg Monroe (re.).

(Foto: imago)

Die Basketball des FC Bayern München unterliegen dem Favoriten Barcelona mit 67:77. In einer hochklassigen Partie konnten sie teils überzeugen.

Von Ralf Tögel

Die Basketballer des FC Bayern München mussten sich den klar favorisierten Gästen des FC Barcelona im Euroleague-Heimspiel erwartungsgemäß geschlagen geben, konnten trotz der klaren 67:77-Niederlage in einer teils hochklassigen Partie aber überzeugen. Mit 6:9-Siegen bleibt Platz acht, der für die Playoffs berechtigt, in Reichweite. Barca verbleibt mit einer Bilanz von 12:3 in einer sieggleichen dreiköpfigen Spitzengruppe.

1:32 Minuten waren gespielt, da erzielte Nikola Mirotic seine ersten beiden von insgesamt 14 Punkten. Mirotic ist so etwas wie der Basketball-Messi des FC Barcelona, wenngleich sich ein Vergleich nicht nur wegen der doch sehr gegensätzlichen Sportarten eigentlich verbietet. Der spanische Nationalspieler mit montenegrinischen Wurzeln ist ungefähr dreimal so groß wie der Fußball-Flitzer aus Argentinien, in der Euroleague ist er eine Attraktion, denn der 28-Jährige wurde von den Katalanen frisch von den Milwaukee Bucks importiert. Aus der nordamerikanischen Profiliga NBA, die ja gemeinhin als die beste Liga der Welt gilt. Nicht aber von Svetislav Pesic, der die europäische Königsklasse besser findet, weil dort schulmäßiger verteidigt werde. Pesic, der an alter Wirkungsstätte im ausverkauften Audi Dome wie immer mit viel Applaus von den 6400 Zuschauern empfangen wurde, hatte einen einfachen Plan: spielen, gewinnen, heimfliegen. Für einen Besuch in seiner Schwabinger Wohnung war kein Zeitfenster vorgesehen, entsprechend temperamentvoll war der 70-jährige Altmeister an der Seitenlinie unterwegs - meist (unerlaubt) einen Schritt im Spielfeld wie zu besten Münchner Zeiten. Pesic hatte ja angekündigt, dass er nicht gedenke, wie beim letzten Gastspiel mit Barcelona im März, die Punkte generös dem FC Bayern zu überlassen. Es gehe "um eine gute Ausgangsposition für die Endrunde". Ein Vorhaben, das sich in der Anfangsphase nicht so leicht für die wohl bestbesetzte Mannschaft der Euroleague gestaltete, denn FCB-Cheftrainer Dejan Radonjic hatte eine besser startenden Mannschaft als noch in Berlin aufs Feld geschickt (im Bild Greg Monroe, rechts)

. Denn so fehlerhaft das Spiel der Münchner zwei Tagen zuvor bei Alba auch war, nun eröffneten sie konzentriert gegen die Katalanen. Bis zum 20:22 war es ein Schlagabtausch auf Augenhöhe, vor allem Topscorer Paul Zipser (19) und Vladimir Lucic (11) beeindruckten. Doch die Gäste erhöhten das Tempo dank Spielern wie Topscorer Cory Higgins (16), der von Titelverteidiger ZSKA Moskau kam. Oder Malcolm Delaney (7), der die Bayern 2014 zum deutschen Meistertitel geführt hatte. Beeindruckend war aber auch das Defensivspiel des Titelkandidaten, der zur Pause 39:25 führte und meist zweistellig vorne blieb. Auch der Basketball-Messi Mirotic wurde einige Mal hart angegangen, erzielte aber dennoch 14 Punkte und sammelte acht Rebounds.

© SZ vom 21.12.2019

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite