bedeckt München

Euroleague:Ins Rollen gekommen

Basketball Berlin 09.10.2020 Saison 2020 / 2021 Euroleague Regular Season 2. Spieltag Alba Berlin - FC Bayern München W

Wade Baldwin vom FC Bayern München gegen Ben Lammers von Alba Berlin - die Münchner dominieren und gewinnen das deutsche Duell in der Euroleague.

(Foto: Tilo Wiedensohler/imago images)

Die FC-Bayern-Basketballer beeindrucken beim Auswärtssieg in Berlin erneut mit einer starken Abwehrleistung.

Von Joachim Mölter

Die Basketballer des FC Bayern München haben in der Euroleague das Duell gegen den nationalen Rivalen und aktuellen deutschen Doublegewinner Alba Berlin am Freitagabend eindrucksvoll gewonnen - und es obendrein geschafft, die 700 zugelassenen Zuschauern in der 14 000 Fans fassenden Arena am Berliner Ostbahnhof zu ärgern. Als FC-Bayern-Spielgestalter Wade Baldwin beim 90:72 (36:52)-Erfolg mit seinem Korb zum 81:58 für die höchste Münchner Führung des Abends gesorgt hatte (35.), winkte er kurz auf die Tribünen, wo sich die dort verteilten Alba-Anhänger fast erwartungsgemäß provozieren ließen: Sie verabschiedeten den Amerikaner bei seiner anschließenden Auswechslung mit Pfiffen und Buhrufen vom Feld.

Aus den Reaktionen des Publikums sprach sehr viel Frust über die Chancenlosigkeit der heimischen Mannschaft. Auf der Basis einer erneut starken Defensivleistung legten die Münchner im zweiten Viertel einen 16:0-Lauf hin und verwandelten einen 23:29-Rückstand (12.) innerhalb von fünf Minuten in einen 39:29-Vorsprung. Den bauten sie fortan kontinuierlich aus, bis zu Baldwins besagtem Korb. Mit 14 Punkten gehörte der 24-Jährige zu Bayerns Besten, neben seinem Landsmann Nick Weiler-Babb (15), Vladimir Lucic (14, dazu sechs Rebounds) sowie Jalen Reynolds (12). Bei den Berlinern kam der Schwede Marcus Eriksson dank einiger Körbe in der Schlussphase ebenfalls noch auf 15 Zähler; der im Sommer von München nach Berlin gewechselte Maodo Lo blieb hingegen sehr unauffällig. Immerhin sorgte er für die beiden Schlusspunkte. "Die Verteidigung war der Schlüssel. Wir waren ein bisschen nervös, aber als wir aggressiver wurden, sind wir ins Rollen gekommen", resümierte Lucic beim übertragenden Sender Magentasport.

Während die Berliner am zweiten Spieltag auch ihr zweites Spiel verloren (nach dem 73:80 bei Maccabi Tel Aviv in der vorigen Woche), glichen die Münchner ihr Konto aus nach der bitteren Heimniederlage gegen Mailand (79:81 nach Verlängerung) und den schwierigen Auswärtsaufgaben in der nächsten Woche gegen Tel Aviv (Mittwoch) sowie Tabellenführer Fenerbahce Istanbul (Freitag). "Daran denken wir aber erst ab Morgen", sagte FC-Bayern-Trainer Andrea Trinchieri, der im TV-Interview von einem "süßen Auswärtssieg" sprach. Mit dem haben die Münchner fürs erste wieder klargestellt, wer die stärkste Mannschaft hierzulande ist. Und sie haben sich bestimmt auch einigen Ärger in den Köpfen der Berliner Spieler hinterlassen.

© SZ vom 10.10.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema