Holland - Uruguay:Kahn hätte ihn gehabt

Holland steht zum ersten Mal seit 1978 im Finale einer Weltmeisterschaft. Die Elf erreicht das Endspiel nicht mit bezauberndem Fußball, sondern mit Paukenschlägen.

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Holland steht zum ersten Mal seit 1978 im Finale einer Weltmeisterschaft. Die Elf erreicht das Endspiel nicht mit bezauberndem Fußball, sondern mit Paukenschlägen. Kronprinz Willem-Alexander und seine Frau Maxima ließen es sich nicht nehmen, dem Halbfinale beizuwohnen - in Holland gab es auch keine Diskussion über die Reisekosten wie hierzulande beim Flug der Kanzlerin zum Viertelfinale der deutschen Elf.

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Gleich zu Beginn führte sich Mark van Bommel ein, wie sich van Bommel eben einführt - mit einer Grätsche nach 23 Sekunden. Es wird für immer ein Geheimnis bleiben, wie der Deutsche Thomas Müller es schaffen konnte, ein Spiel gesperrt zu sein, während van Bommel alle sieben WM-Spiele machen wird.

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Als die Zuschauer glaubten, einem langweiligen Spiel beizuwohnen, passierte es: Giovanni van Bronckhorst schoss aus 37 Metern aufs Tor, Uruguays Torhüter Fernando Muslera musste den Ball vorbeilassen. Oliver Kahn sagte während der Halbzeitpause: "Für solche Bälle trainierst Du als Torwart." Er wollte sich allerdings nicht festlegen, ob er zu besten Zeiten diesen schnurgeraden Schuss gehalten hätte.

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Sicher ist: Der Jabulani war nicht schuld an der Flugbahn, der häufig kritisierte Spielball flug schnurgerade an den Pfosten und von dort ins Tor. Vielleicht muss man diesen Treffer einfach als Traumtor verbuchen.

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Gerade als sich die Zuschauer von dem Schock des überraschenden Treffers erholt hatten und wieder glaubten, einem langweiligen Spiel beizuwohnen, da gab es den nächsten Paukenschlag: Diego Forlan tanzte Joris Mathijsen aus und schoss einfach aufs Tor. Der Ball drehte sich zwar tückisch, erreichte das Tor aber nach exakten Berechnungen von sueddeutsche.de genau in der Mitte.

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Dass der Ball dennoch ins Tor flog, war das Verdienst des holländischen Torhüters Marten Stekelenburg. Er ging einen Schritt nach rechts, sprang dann nach links und versuchte mit einer grotesken Bewegung, das Spielgerät abzuwehren - es misslang.

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Eine typische Szene aus diesem Spiel: Es wurde viel gegrätscht, meistens blieb es jedoch im Rahmen des Regelwerks. Angriffe oder gar kreative Spielzüge wurden damit indes unterbunden.

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Noch eine typische Szene: Arjen Robben versuchte sich nicht an seinem mittlerweile weltweit bekannten Trick, sondern in allen Variationen des Dribblings. Das war sehr abwechslungsreich, hatte jedoch einen Nachteil: Er blieb stets an einem Gegenspieler hängen.

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Und noch eine typische Szene: Robin van Persie und Wesley Sneijder stehen um den Ball herum. Das Bild zeigt zwar den Moment vor einer Standardsituation, doch ähnelt es dem, was auch sonst auf dem Platz passierte. Wieder warteten die Zuschauer auf den Paukenschlag - und der sollte kommen.

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Nachdem Holland in der zweiten Halbzeit nicht einmal aufs Tor geschossen hatte, probierte es Wesley Sneijder in der 70. Minute - und traf sogleich. Sein Schuss wurde abgefälscht, flog am abseitsverdächtigen Robin van Persie vorbei und ins Tor. Den hätte nicht mal Kahn gehabt.

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Und dann gab es noch eine Premiere: Weil Arjen Robben am Boden dauernd vom Ball getrennt wurde, schlich sich der Schlingel einfach in den Strafraum und versuchte es per Kopf. Der Ball ging tatsächlich ins Tor, es war das 3:1 für Holland und der wohl erste Kopfballtreffer Robbens im Erwachsenenbereich.

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Uruguay erholte sich von diesem Schock nicht mehr - und weil Diego Forlan ausgewechselt wurde, gab es nur noch einen Paukenschlag durch Maxi Pereira kurz vor dem Schlusspfiff. Der Traum der Oranje-Fans vom ersten WM-Titel hat Flügel bekommen, die Elftal steht im Finale.

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