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Eröffnung der Handball-WM in Katar:Nur Beyoncé fehlt

Handball-WM Eröffnungsfeier

Katar und Handball, zusammengebracht von einem Jungen bei der Eröffnungsfeier der WM.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Auch an der Eröffnungsfeier wird nicht gespart: Die Handball-WM in Katar startet mit einer pompösen Licht-Show, für die sich das Publikum mehr begeistert als für die Sportler. Das erste Spiel bekommen viele gar nicht mehr mit.

Erst wurde es draußen dunkel, im Freien, dann auch drinnen, in der Halle. Und dann ward Licht. Viel Licht. Und sehr bunt. Blau, rot, grün und gelb leuchteten die Armbänder, mit denen die Zuschauer auf den 15 300 Plätzen der Lusail Multipurpose Hall von Doha am Donnerstagabend ausgestattet worden waren für die Eröffnungsfeier der Handball-Weltmeisterschaft. Mittels einer Licht-Choreographie wurde das Publikum zum Teil einer Show, wie man sie in dieser Sportart noch nicht gesehen hat.

Einen kulturübergreifenden Musik- und Tanzmix aus westlichen Komponenten und arabischen Einflüssen (oder umgekehrt), sowie alles, was Computer-, Animations-, Illuminations- und Illusionstechniken heutzutage so hergeben, setzten die WM-Organisatoren aus Katar ein. Und zwar so kurzweilig und effektvoll, dass man fast übersah, dass mit dem Spektakel eine Botschaft verbunden war; eine, die sogar über ein Handballfeld hinaus reicht.

Handball-WM in Katar

Umstritten wie nie zuvor

Katar, der Kleinstaat am Persischen Golf, zeigte der Welt, worauf sich sein künftiger Reichtum gründen soll: auf Sport - und auf die Bildung seiner Kinder, Jungen wie Mädchen. Der Gewinn aus dem Eintrittskartenverkauf, das erfuhr man so nebenbei, wird in die Ausbildungsförderung von Jugendlichen gesteckt, damit sie Ärzte, Architekten, Ingenieure oder Geschäftsleute werden.

Schöner Schein

Sport und Bildung sind Anliegen von Scheich Tamim bin Hamad Al Thani. Katars Staatsoberhaupt eröffnete das Turnier persönlich, schaute sich das anschließende Spiel zwischen seiner Mannschaft und Brasilien (28:23) aber nicht mehr auf der Tribüne an - wenn er es überhaupt gesehen hat.

Im besten Fall hat sich der Emir, der durchaus den Ruf eines Handball-Freundes genießt, in eine der Logen im Mittelring der Arena zurückgezogen. Aber er hat ganz sicher nicht die Mehrheit der Zuschauer mitgenommen, die ihre Plätze nach der Eröffnungsfeier ebenfalls räumte. In Katar können sie ganz offensichtlich nicht viel mit Handball anfangen. Dafür verstehen sie zweifellos eine Menge vom schönen Schein, wie sie mit ihrer Eröffnungsshow demonstrierten.