Trauer um Trainer Éric RoyDer König ist gegangen

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„Tschüss, König“: In Brest nehmen Verein und Fans mit einem bretonischen Gruß Abschied von Trainer Éric Roy, der an einer Krebserkrankung gestorben ist.
„Tschüss, König“: In Brest nehmen Verein und Fans mit einem bretonischen Gruß Abschied von Trainer Éric Roy, der an einer Krebserkrankung gestorben ist. Fred Tanneau/AFP
  • Éric Roy, Trainer von Stade Brest, ist im Alter von 58 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben, von der nur wenige wussten.
  • Roy führte Brest 2024 völlig überraschend auf Platz drei der Ligue 1 und damit in die Champions League.
  • 2500 Fans versammelten sich nach seinem Tod vor dem Vereinsgelände, um Abschied von ihrem verehrten Coach zu nehmen.
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Trainer Éric Roy, der Stade Brest 2024 völlig überraschend in die Champions League geführt hatte, ist an Krebs gestorben. Ein Nachruf.

Von Stefan Galler

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Fehlendes Selbstvertrauen konnte man Éric Roy wahrlich nicht attestieren. Der Trainer von Stade Brest war keiner, der sich leicht geschlagen gab. Nachdem er im Februar 2025 in der Champions-League-Playoff-Runde das Hinspiel gegen Paris Saint-Germain mit 0:3 verloren hatte, kündigte er in der Pressekonferenz vor dem Rückspiel Großes an: Er habe schon einmal aus einem 0:4-Halbzeitrückstand einen 5:4-Sieg gemacht und nun seien ja sogar 90 Minuten Zeit für eine Trendwende. „Sagen wir mal, das ist etwas, das in meinen Möglichkeiten liegt“, so Roy damals. Und auch wenn das Rückspiel im Prinzenpark mit einem 7:0 für PSG endete, hatte der Trainer wieder mal eine Duftmarke gesetzt – in Frankreich nannte man ihn nicht nur wegen seines Nachnamens „The King“.

Als am späten Mittwochabend die Nachricht kam, dass Roy im Alter von 58 Jahren gestorben ist, war das für die meisten Beobachter des französischen Fußballs sehr überraschend. Der in Nizza geborene frühere Profi litt seit dreieinhalb Jahre lang an Bauchspeicheldrüsenkrebs, doch nur ein ganz enger Kreis wusste darüber Bescheid. Umso größer sind nun Bestürzung und Trauer in der Bretagne, wo der Coach seit der sensationellen Saison 2023/24 und der folgenden Champions-League-Kampagne verehrt wird. Nach der Bekanntgabe seines Todes versammelten sich 2500 Fans vor dem Vereinsgelände, viele trugen sich in eines der beiden ausgelegten Kondolenzbücher ein, manche weinten.

„Immer wieder schaffte er es, etwas zu vermitteln, das die mentale und emotionale Ebene berührte und einem einen zusätzlichen Schub gab“, wird Kapitän Brendan Chardonnet in der Sportzeitung L’Équipe zitiert. Neben Roys menschlichen Qualitäten dürfe man auch seine Kompetenz nicht vergessen: „Er wusste alles über den Fußball.“

Der Beste des Jahres: Éric Roy (links) wird von Nationaltrainer Didier Deschamps als Coach der Saison 2023/24 in der Ligue 1 ausgezeichnet.
Der Beste des Jahres: Éric Roy (links) wird von Nationaltrainer Didier Deschamps als Coach der Saison 2023/24 in der Ligue 1 ausgezeichnet. Franck Fife/AFP

Als defensiver Mittelfeldspieler stand Roy zunächst für seinen Stammverein OGC Nizza auf dem Feld, später unter anderem für Lyon und Marseille, betritt 27 Spiele in der englischen Premier League für Sunderland sowie zwölf Partien in der spanischen La Liga für Rayo Vallecano. Nach der aktiven Karriere wurde er zunächst Direktor für Marketing und Kommunikation in Nizza, später Sportdirektor. Im März 2010 hievten ihn die Südfranzosen vorübergehend auf den Trainerposten, obwohl ihm damals die nötige Lizenz fehlte. Seine Zeit in Nizza endete im Streit: Der Klub entließ ihn, weil er mit einem nicht lizenzierten Berater unerlaubt zu einer Spielbeobachtung nach Argentinien reiste. Den folgenden Prozess gewann Roy, er erhielt 300 000 Euro Entschädigung. Später wurde er Sportdirektor bei Racing Lens und beim englischen Profiklub FC Watford. Als Brest im Januar 2023 einen neuen Trainer suchte, entschied man sich für Roy, obwohl der zuvor elf Jahre lang nicht mehr in dieser Rolle tätig gewesen war.

Es folgte eine große Erfolgsgeschichte: In der ersten Saison schafften die Bretonen mit ihrem neuen Coach ziemlich ungefährdet den Klassenerhalt, anschließend spielten sie die beste Saison der Vereinsgeschichte, beendeten die Ligue 1 auf Rang drei und zogen direkt in die Champions League ein. Roy wurde als bester französischer Trainer der Saison 2023/24 ausgezeichnet. In der Königsklasse gewann das Team vier der acht Partien in der Ligaphase, rang Bayer Leverkusen ein 1:1 ab und lag bis zum 6. Spieltag in den Top 8 der Tabelle. Das Aus in den Playoffs kam gegen den späteren Sieger PSG – obwohl zumindest der König es ja eigentlich draufgehabt hätte.

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