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Entwurf für ein Anti-Doping-Gesetz:"Das ist eine Kampfansage an Doper"

  • Der Entwurf für das Anti-Doping-Gesetz ist im Bundestag vorgestellt worden. Die Minister halten ihr Projekt für einen "Meilenstein".
  • Auch die Nationale Anti-Doping-Agentur ist angetan von dem Entwurf.

Entwurf für ein Anti-Doping-Gesetz vorgestellt

Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) haben am Mittwoch den Entwurf für ein Anti-Doping-Gesetz vorgestellt und die neuen Regelungen als "Meilenstein" bezeichnet.

"Das Ziel des Gesetzes ist es, die Integrität des Sports zu bewahren und Doping zu bekämpfen. Wir stellen ein wirksames, kurzes, klares - aber auch ein hartes Gesetz vor", sagte de Maiziére am Mittwoch in Berlin. "Das ist ein Statement für sauberen Sport und eine Kampfansage an Doper", sagte Maas: "Wir glauben, dass dies ein Meilenstein ist. Das Gesetz war überfällig."

Was im Gesetzesentwurf steht

Der insgesamt 46-seitige Entwurf beinhaltet unter anderem eine Höchststrafe für gedopte Sportler von bis zu drei Jahren, erstmals können damit auch Athleten strafrechtlich verfolgt werden. Zudem wird bereits der Besitz von Dopingmitteln unter Strafe gestellt, egal in welcher Menge. Voraussichtlich im kommenden Jahr soll das Gesetz verabschiedet werden.

Den Hintermännern der Dopingsünder droht bei schweren Vergehen sogar eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Gelten soll das Gesetz nur für diejenigen Sportler, die im Testpool der Nationalen Anti Doping Agentur (Nada) sind. Dies beträfe etwa 7000 Athleten. "Wir wollen sagen, das ist nicht nur etwas, was den Sport angeht. Sondern das ist ein strafwürdiges Verhalten, was die Gesellschaft als Ganzes für strafwürdig hält", sagte de Maiziére.

Was im Entwurf fehlt

Zudem soll durch einen entsprechenden Passus auch die derzeit umstrittene Sportgerichtsbarkeit gestärkt werden. Außerdem dürfen staatliche Stellen wie Gerichte oder Staatsanwaltschaften Daten und Informationen an die Nada übermitteln. Im Entwurf fehlt bisher allerdings eine Kronzeugenregelung mit der wie beispielsweise im Fall Lance Armstrong die Doping-Netzwerke besser ausgehebelt werden könnten. Zudem können Mediziner weiterhin nicht zu einer Aussage gezwungen werden.

Wie die Nada reagiert

Die Wada und die Nada haben das geplante Anti-Doping-Gesetz begrüßt. "Das ist ein klarer Schritt in die richtige Richtung. Es ist ein klares Zeichen für den sauberen Sport", sagte die Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur, Andrea Gotzmann, am Mittwoch in Berlin. Der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur, Craig Reedie, betonte: "Es geht legal in die richtige Richtung. Ich sehe keinen Grund, warum die Sportgerichtsbarkeit und das zivile Recht nicht nebeneinander existieren können."

Gotzmann lobte zudem den geplanten Datenaustausch. Künftig sollen Gerichte und Staatsanwaltschaften der Nada personenbezogene Daten aus Strafverfahren übermitteln dürfen. "Das ist ganz wichtig, um an die Hintermänner heranzukommen, um die Arbeit effektiver zu gestalten", sagte Gotzmann. Auch die Nada werde weiterhin Informationen an die Behörden weiterreichen. "Das darf nicht eine Einbahnstraße sein."

© Süddeutsche.de/sid
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