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Enttäuschung bei Olympia:Deutsche Volleyballer scheitern im Viertelfinale

Gegen Bulgarien verpassen die DVV-Männer eine weitere Überraschung und scheiden aus, zwei Deutsche könnten im Turmspringen eine Medaille erreichen. Schwedens Handballer werfen überraschend Dänemark raus, Gewichtheber Steiner erleidet bei seinem Hantel-Missgeschick kleinere Verletzungen.

Halbfinale über 200 Meter

Wenn Usain Bolt joggt

Volleyball: Deutschlands Volleyballer sind im Olympia-Viertelfinale von London gescheitert. Das Team um Angreifer Georg Grozer unterlag nach der schwächsten Vorstellung des Jahres deutlich mit 0:3 (20:25, 16:25, 14:25) gegen Bulgarien, fährt aber als Fünfter trotzdem mit der besten deutschen Olympia-Platzierung seit 40 Jahren nach Hause. 1972 hatte die DDR mit Silber den bis dato einzigen Podestplatz für den deutschen Männer-Volleyball bei Sommerspielen geschafft.

Bulgariens Gegner im Halbfinale am Freitag wird Gold-Favorit Russland sein, der Polen mit 3:0 besiegte. Peking-Olympiasieger USA war zuvor überraschend schon im Viertelfinale von London entthront worden. Der Top-Favorit unterlag klar mit 0:3 gegen Italien. Die Azzurri treffen auf Weltmeister Brasilien, der zuvor souverän mit 3:0 gegen Argentinien triumphiert hatte.

Basketball: Das Dream Team hat ihr Viertelfinalspiel gegen den Ozeanien-Meister 119:86 (56:42) gewonnen und trifft nun in der Runde der letzten Vier wie schon 2008 und 2004 auf Argentinien. Im zweiten Halbfinale misst sich Europameister Spanien mit dem Überraschungsteam aus Russland. Es war mit Ausnahme der letzten Minuten nicht das ganz große Spektakel, das das Team von Coach Michael Krzyzewski gegen den krassen Außenseiter Australien auf das Parkett legte. Doch immer wenn das aufopferungsvoll kämpfende Team aus Down Under in die Nähe eines Ausgleichs kam, drückten die Amerikaner aufs Tempo und zogen wieder davon.

Am völlig verdienten Erfolg änderten auch die 26 Punkte von Australiens Topscorer Patrick Mills nichts. Kobe Bryant machte 20 Punkte für das amerikanische Team, das sich im folgenden Duells gegen die Argentinier erwartungsgemäß deutlich weniger Kreativpausen nehmen darf. Der amtierende Amerika-Meister besiegte seinerseits die Auswahl Brasiliens 82:77 (46:40). Dabei bestimmten die Argentinier über weite Strecken das südamerikanische Duell, mussten aber nach einigen Unkonzentriertheiten zum Ende kurzzeitig noch um den Erfolg bangen. Erfolgreichster Korbjäger bei den Argentiniern war Luis Scola mit 16 Zählern. Bei Brasilien waren Marcelinho Huertas und Leandrinho Barbosa (jeweils 22 Punkte) die Topscorer.

Eine härtere Aufgabe galt es dagegen für die Spanier zu bewältigen. Die Iberer besiegten in einer Neuauflage des letztjährigen Europameisterschafts-Finals die Auswahl Frankreichs mit 66:59 (34:37) und treffen in der Runde der letzten Vier am Freitag auf das Überraschungsteam aus Russland, das sich mit 83:74 (32:27) gegen Litauen behauptete und damit den größten Erfolg der russischen Basketballgeschichte feierte.

Turmspringen: Die deutschen Wasserspringerinnen Christin Steuer und Maria Kurjo haben das olympische Halbfinale vom Turm erreicht. Steuer (Riesa) kam im Vorkampf mit ihren fünf Sprüngen auf 341,75 Punkte und belegte damit einen hervorragenden dritten Platz. Die 29-Jährige war kurzfristig für Nora Subschinski nachgerückt, die wegen anhaltender Probleme mit der Halsmuskulatur auf ihren Start verzichten musste. Bei ihrem dritten Anlauf kam Steuer bei Olympia erstmals in die zweite Runde. Der sieben Jahre jüngeren Kurjo gelang dies bereits bei ihrem Debüt. Die EM-Dritte aus Berlin zog mit 319,65 Zählern als 16. in die Vorschlussrunde der besten 18 ein. Die beste Vorkampfleistung zeigte Weltmeisterin und Titelverteidigerin Chen Ruolin (China/392,35), die in London schon Gold im Synchronwettbewerb gewonnen hat. Die ersten zwölf Springerinnen des Halbfinals am Donnerstag (11.00 Uhr MESZ) springen am Abend (20.00 MESZ) um die Medaillen.

Handball: Im olympischen Handball-Turnier ist Europameister Dänemark überraschend ausgeschieden. In keiner Phase beim 22:24 (9:11) gegen Schweden wurden die Dänen ihrer Favoritenrolle gerecht. Zwar konnten sie einen zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand in der zweiten Halbzeit wettmachen, verloren aber in der hektischen Schlussphase den Überblick. Niklas Ekberg sorgte mit zwei Treffern kurz vor dem Ende für die Entscheidung zugunsten der Schweden, die nun auf Ungarn treffen. Indes darf Olympiasieger Frankreich weiter auf Gold hoffen. Die Mannschaft um Nikola Karabatic setzte sich im Viertelfinale in vorletzter Sekunde 23:22 (9:12) gegen Spanien durch. Damit blieb ihr nach dem elften Platz bei der EM Anfang des Jahres in Serbien eine weitere Enttäuschung erspart.

Leichtathletik: Die Regensburgerin Corinna Harrer ist im Halbfinale über 1.500 Meter ausgeschieden. Bei ihren ersten Olympischen Spielen kam die 21-Jährige auf 4:05,70 Minuten und wurde in ihrem Lauf Siebte. Nur die besten Fünf schafften den Einzug in den Endlauf am Freitag (21.55 Uhr MESZ). "Ich habe mich sehr gut präsentiert. Das war ein echt guter Lauf", sagte Harrer, die ihre persönliche Bestzeit nur um rund eine Sekunde verfehlte.

Wasserball: Beim olympischen Wasserballturnier der Männer trifft im Halbfinale am Freitag Europameister Serbien auf Weltmeister Italien, der WM-Dritte Kroatien hat es mit Vizeeuropameister Montegenro zu tun. Im Viertelfinale am Mittwoch warf die Squadra Azzurra den EM-Dritten Ungarn mit 11:9 (2:2, 3:2, 3:1, 3:4) aus dem Rennen, das zuletzt dreimal in Folge Gold gewonnen hatten. Die Kroaten schalteten die USA mit 8:2 (2:0, 3:0, 2:2, 1:0) aus, die in Peking noch Silber gewonnen hatten. Australien stand gegen Europameister Serbien kurz vor einer Sensation, als es mit einer 8:6-Führung inss letzte Viertel ging, dort aber nicht mehr traf. Am Ende siegte der Bronzemedaillen-Gewinner von Peking mit 11:8 (2:3, 2:4, 2:1, 5:0).

Halbfinale über 200 Meter

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