bedeckt München 22°

Entlassung von Trainer Fink:HSV schickt das Bayern-Gen nach Hause

Nach nur fünf Spieltagen trennt sich Fußball-Bundesligist Hamburger SV von Thorsten Fink. Der Trainer verantwortete deftige Pleiten und traf häufig falsche Entscheidungen, moniert Sportchef Oliver Kreuzer. Zum Verhängnis wurde ihm auch eine Reise nach München.

Am Dienstag hat sich Thorsten Fink von seinen Spielern verabschiedet, er kam in die Kabine, hielt eine kurze Ansprache, das Training wurde verschoben, bis er fertig war. Dann war er wieder weg. "Der Verein ist mir in den letzten zwei Jahren arg ans Herz gewachsen", sagte Fink später, "ich denke, wir sind im Guten auseinander." Nun sei es noch früh genug für den Hamburger SV, die gesetzten Ziele zu erreichen, "auch noch mit einem anderen Trainer".

So klingt keiner, der seine Demission nicht hat kommen sehen. Obwohl der Saisonstart wieder einmal misslang, was immerhin für Finks Selbstvertrauen spricht. Vier Punkte nach fünf Spieltagen, Platz 15 in der Tabelle, dazu schon 15 Gegentore, woran die bittere 2:6-Pleite am Samstag gegen Dortmund großen Anteil hatte. Gleich nach dem Spiel war Fink nach München geflüchtet, zu seiner Familie, wie er es oft macht, übertrug den Waldlauf am Sonntag seinen Assistenten. Am Montag reiste Sportdirektor Oliver Kreuzer ebenfalls nach München. Und teilte dem Trainer seine Entlassung mit.

Wäre Fink in Hamburg geblieben, vielleicht hätte er das Derby gegen Werder Bremen noch miterlebt. Doch die Reise zu seiner Familie nach München, in dieser Situation, nach der bislang härtesten Pleite der Saison - das war zu viel für die Verantwortlichen des Klubs. "Unglücklich" nannte Kreuzer den Kurztrip noch am Montag, da war die Entscheidung gegen Fink bereits gefallen.

Hamburger SV HSV entlässt Trainer Fink
Nach nur fünf Spieltagen

HSV entlässt Trainer Fink

Der Hamburger SV hat sich von Trainer Thorsten Fink getrennt. Hohe Niederlagen in der Bundesliga und Kurzreisen zur Unzeit sollen den 45-Jährigen seinen Posten gekostet haben, berichten verschiedene Medien. Erste Nachfolgekandidaten sind im Gespräch.

So ist es eine durchaus kuriose Situation. Sie waren stets stolz gewesen beim HSV, in Fink einen Trainer aus dem Umfeld des Rekordmeisters zu haben, der nach sportlich dünnen Jahren zumindest einen Hauch des legendären Bayern-Gens mit in die Hansestadt bringen sollte. Und dann wird Fink ausgerechnet eine Reise nach München zum Verhängnis.

Den gesamten Montag über wurde zwischen der HSV-Vorstandschaft und Kreuzer intensiv diskutiert. Über Fink, über die sechs Gegentore in Dortmund, über die bisherigen fünf Spieltage, eigentlich über einen Großteil der vergangenen zwei Jahre. Kreuzer sprach von einem immer fortwährenden "Wirrwarr" im HSV-Spiel, das Fink nicht abzustellen vermochte. "Wir haben nicht mehr geglaubt, dass Thorsten in der Lage ist, den Turnaround zu schaffen", erklärte der Sportchef. Auch Vorstandsboss Carl-Edgar Jarchow hatte zuvor gesagt: "Die Defensive ist unser Schwachpunkt, diese Fehler müssen wir umgehend abstellen." Das Abstellen beginnt nun mit einem neuen Trainer.

Fink war seit 2011 in Hamburg, hat zweimal die Saisonziele erreicht, wie er stets betonte, führte den Klub, den er in großer Abstiegsgefahr übernahm, zum Ende der vergangenen Saison überraschend auf Platz sieben. Ein großer Konzepttrainer war Fink jedoch tatsächlich nie, zuletzt probierte er vieles, doch ihm gelang wenig, was die Zweifel an seiner Eignung hätte verhindern können.