Aktuelles LexikonWas sind Enhanced Games?

Auch er sucht, nun ja, eine neue Herausforderung: Schwimmer Marius Kusch will an den Enhanced Games teilnehmen.
Auch er sucht, nun ja, eine neue Herausforderung: Schwimmer Marius Kusch will an den Enhanced Games teilnehmen. (Foto: Asanka Brendon Ratnayake/AP/dpa)

„Erweiterte Spiele“, also Wettbewerbe mit offen dopenden Sportlern, über deren Sinnhaftigkeit sich trefflich streiten lässt.

Von Martin Schneider

Es ist ein bisschen wie auf einer Straße, auf der sich öfter mal jemand nicht ans Tempolimit hält. Auf dem Schild steht „50“, aber die Autos fahren 55, 60, 70 Kilometer pro Stunde, geblitzt wird selten. Was tun? Mehr Radarkontrollen? Oder gleich das „50“-Schild abmontieren? Zu letzterem Schluss kam metaphorisch gesprochen Aron D’Souza, Australier, Geschäftsmann und Erfinder der „Enhanced Games“, also der „erweiterten Spiele“, die in Wirklichkeit Dopingspiele sind.

Bei seinem Event kommenden Mai in – wo sonst? – Las Vegas sind alle leistungssteigernden Mittel erlaubt, ein Arzt soll vorab die Wettkampftauglichkeit bescheinigen, der Athlet oder die Athletin soll die konsumierten Medikamente zumindest offenlegen. Gesundheitsrisiken? Vorbildfunktion, besonders für Kinder? Es gehe darum, die Grenzen des Menschen zu verschieben, so D’Souza. Wettbewerbe in der Leichtathletik, im Schwimmen und im Gewichtheben sind geplant. Die Investoren, Peter Thiel, der deutsche Milliardär Christian Angermayer und auch Donald Trump Jr., glauben an den Erfolg. Aber Vorsicht: Wer teilnimmt, dürfte für immer sein Recht verwirken, in den regulären Sport zurückzukehren. Dort gelten nämlich Regeln.

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