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Englands frühes WM-Aus:So schlecht wie 1958

Uruguay v England: Group D - 2014 FIFA World Cup Brazil

Schoss ein Tor, doch das reichte nicht: Wayne Rooney verpasst das Achtelfinale bei der WM

(Foto: Getty Images)

Wayne Rooney, Steven Gerrard und Kollegen müssen die Koffer packen: Englands Nationalelf hat keine Chance mehr, das Achtelfinale zu erreichen. Das ist dem Mutterland des Fußballs schon 56 Jahre nicht mehr passiert. Trainer Roy Hodgson muss sich um seine Zukunft dennoch nicht sorgen.

Football's going home: Die englische Fußball-Nationalmannschaft ist bei der WM in Brasilien erstmals seit 56 Jahren in der Vorrunde gescheitert. Blamiert und gedemütigt fährt das Mutterland des Fußballs aus Brasilien zurück in die Heimat.

Medien und Fans gossen nach dem 1:2 (0:1) gegen Uruguay Hohn und Spott über der Mannschaft von Roy Hodgson aus, der Teammanager bekam jedoch eine Jobgarantie vom englischen Verband.

"Blamiert von einem Spieler, der vor einem Monat noch im Rollstuhl saß", schrieb der Telegraph unter Verweis auf den zweifachen Torschützen Luis Suárez (39./85.) und ergänzte: "Gedemütigt, vernichtet und beerdigt - ein hoffnungsloser Fall." Der Independent lästerte: "In den vergangenen Jahren war Englands Untergang immer eine zähe Angelegenheit. Diesmal wird er wenigstens kurz und knackig."

Die Sun jubelte "Wir sind durch!" und zeigte daneben das Bild des weinenden Kai (4), Sohn von Offensivspieler Wayne Rooney. Und Ex-Nationalspieler Gary Lineker spottete mit Blick auf den ebenfalls gescheiterten Weltmeister: "Wir sind fast so schlecht wie Spanien."

Dem stolzen Teammanager Roy Hodgson schien das alles zu viel, und so schloss er einen Rücktritt schon vor dem sicheren WM-Scheitern nicht mehr aus. "Ich habe nicht das Bedürfnis, zurückzutreten, nein", sagte der 66-Jährige: "Allerdings: Wenn der Verband glaubt, dass ich nicht mehr der Richtige bin für den Job...".

Das sehen die entscheidenden Personen aber anders. "Wir sind alle enttäuscht. Aber wir wollen, dass Roy bleibt und weitermacht", sagte FA-Präsident Greg Dyke im Fernsehen. "Wir sehen keinen Sinn darin, Roy zu entlassen. Er hat einen guten Job gemacht. Und wir sehen viel Positives, obwohl wir gegen zwei Mannschaften aus den Top-8 der Weltrangliste verloren haben." Der Präsident machte unter anderem die Unerfahrenheit der Mannschaft und die hohe Anzahl an Ausländern in der Premier League für die bisherigen Resultate verantwortlich.

Auch Hodgson gestand, "dass wir zutiefst enttäuscht sind, am Boden zerstört". Doch er empfand die Niederlage gegen den WM-Vierten von 2010 als ebenso ungerecht wie das 1:2 zuvor gegen Vize-Europameister Italien: "Wir haben in beiden Spielen guten Fußball gespielt", meinte er: "Leider waren die Ergebnisse nicht gut." Und so verlor England zum ersten Mal in seiner WM-Geschichte die ersten beiden Spiele einer Endrunde.

© SZ.de/sid/dpa/sonn
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