Nations LeagueEngland demütigt Kroatien

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Männer des Tages: Jude Bellingham (links) traf beim 7:0-Sieg in Rijeka einmal und bereitete drei Tore vor,  Harry Kane (rechts) erzielte seine Länderspieltore 88 und 89 und lieferte einen Assist.
Männer des Tages: Jude Bellingham (links) traf beim 7:0-Sieg in Rijeka einmal und bereitete drei Tore vor,  Harry Kane (rechts) erzielte seine Länderspieltore 88 und 89 und lieferte einen Assist.
Mark Pain/Imago

Die Elf von Thomas Tuchel fügt dem WM-Dritten von 2022 die höchste Niederlage der Verbandsgeschichte zu. Bayern-Torjäger Harry Kane steuert zwei Treffer bei. Nicht nur Luka Modric zeigt sich nach dem Spiel schwer getroffen.

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Angeführt von Kapitän Harry Kane hat die englische Fußball-Nationalmannschaft eindrucksvoll den zweiten Sieg nacheinander in der Nations League gefeiert. Das Team von Thomas Tuchel setzte sich in Rijeka 7:0 (4:0) gegen Kroatien durch und drängte mit einer dominanten Vorstellung zumindest kurzfristig den Finanzskandal um Manchester City in der Heimat in den Hintergrund. England festigte damit den zweiten Tabellenplatz in der Gruppe 3 hinter Weltmeister Spanien. Für die Kroaten war es die höchste Niederlage ihrer Verbandsgeschichte.

Dementsprechend geknickt waren Spieler und Trainer nach der Partie. Der 41 Jahre alte Luka Modric rang um Erklärungen. Seit 20 Jahren reise er zu Kroatiens Fußball-Nationalteam, doch nach diesem 0:7 habe er sich das erste Mal „geschämt“. Man könne verlieren, ergänzte der Rekordnationalspieler des Landes kroatischen Medien zufolge, „aber so zu verlieren und den Ruf zu ruinieren, den wir uns über Jahre erarbeitet haben, ist inakzeptabel.“

So könne man keinen Fußball spielen, gab der schonungslos offene Modric zu: „Wenn man mit zwei Spielern weniger spielt, geht das nicht, und wir sahen aus, als wären wir vier oder fünf Spieler weniger. Ein katastrophaler Abend.“ Er rief dennoch zum Zusammenhalt auf: „Wir haben schon schwierige Situationen gemeistert, wir haben bitter verloren, aber so ein Gefühl habe ich nach einem Spiel in der Nationalmannschaft noch nie erlebt.“

Für Kroatiens Trainer Bilic ist es nach dem 1:4 gegen Spanien der nächste herbe Rückschlag

Auch Nationaltrainer Slaven Bilic, der nach dem 1:4 gegen Spanien am vergangenen Dienstag einen weiteren herben Rückschlag in seiner noch kurzen Amtszeit einstecken musste, zeigte sich zerknirscht: Dies sei „die größte Niederlage überhaupt. Es tut mir leid, wir sind enttäuscht, es tut mir leid für die Fans, es tut mir leid für die Kinder auf der Tribüne“.

108 Tage nach dem direkten Duell bei der WM, das die Engländer zum Auftakt der Gruppenphase mit 4:2 gewonnen hatten, dominierten die Three Lions von Beginn an nach Belieben. Bayern-Star Kane (8./53.) traf dabei doppelt und ist nun der erste Engländer, der in drei verschiedenen Jahren mindestens zehn Tore für das Nationalteam erzielte. Zudem waren Jude Bellingham (21.), Anthony Gordon (39.) sowie Bukayo Saka (45./68.) und Morgan Rogers (87.) für den überlegenen WM-Dritten erfolgreich. Bellingham bereitete insgesamt drei Treffer vor, auch Kane durfte sich noch einen Assist gutschreiben.

Das Heimteam, dem zahlreiche individuelle Fehler unterliefen, kam mit dem Tempo nicht zurecht, schon zur Halbzeit war die Begegnung entschieden. Bilic wechselte direkt nach der Pause dreimal, doch insbesondere die Innenverteidiger Luka Vuskovic, ehemals Hamburger SV, und der frühere Leipziger Josko Gvardiol, aber auch Bayern Münchens Josip Stanisic bekamen in Durchgang zwei ebenfalls kein Bein auf den Boden. Lediglich Torwart Dominik Livakovic präsentierte sich in Normalform und verhinderte ein sogar noch schlimmeres Debakel.

Entsprechend heftig äußerten sich kroatische Medien zu der Demontage. Die überregionale Tageszeitung Jutarnji List etwa schrieb: „Das ist eine unnatürliche, inakzeptable Katastrophe! Nicht, dass wir nicht zur Elite gehören würden, wir sind zu San Marino geworden. Die Träume vom Viertelfinale sind geplatzt, das Aufwachen ist schmerzhafter als nach zwanzig Bieren.“

In Rijeka duellierten sich beide Teams vor einem jungen Publikum: Aufgrund rassistischer Entgleisungen der kroatischen Fans im vergangenen Jahr hatte die Europäische Fußball-Union (Uefa) eigentlich ein Geisterspiel angeordnet. Eine Uefa-Regelung besagt aber, dass Kinder bis zu 14 Jahren trotzdem kostenlos ins Stadion dürfen – und so waren die Tribünen sehr gut besucht.

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