bedeckt München 21°
vgwortpixel

Energie Cottbus:Statt einem Gespräch gibt es Prügel

Im März 2017 folgte ein Versuch der Gegenwehr: Während eines Spiels in Bautzen warfen zunächst Anhänger von Inferno Cottbus und Unbequeme Jugend brennende Bengalos und Böller auf das Spielfeld. Als ein Ordner eine Fackel löschen wollte, traf ihn ein weiterer Brandsatz. Das Spiel musste unterbrochen werden. Doch dann riefen zahlreiche Fans in Richtung Inferno: "Wir sind Cottbusser und ihr nicht!" Sie rissen eine Blockfahne herunter, unter der sich die Randalierer unbeobachtet von der Polizei schnell umziehen wollten.

Ultras Wie die "Schickeria" bis heute polarisiert
Ultras in den Stadien

Wie die "Schickeria" bis heute polarisiert

Die Bayern-Ultras engagieren sich gegen Rassismus und Homophobie, bewahren das Erbe von Kurt Landauer. Doch eine klare Distanzierung von Gewalt gibt es nicht.   Von Christoph Ruf

Unklar ist, ob es sich dabei wie vom Verein dargestellt um einfache Fans handelte, die Inferno Cottbus die Stirn boten. Oder vor allem um Anhänger der Ultra-Gruppen Ultima Raka und Colletivo Bianco Rosso. So oder so witterte Inferno Verrat. Einem Szenebeobachter zufolge baten deren Anhänger einzelne Personen anderer Fangruppen zum "Gespräch". Doch geredet wurde offenbar nicht wirklich. Stattdessen gab es Prügel.

Sie drohten mit Hausbesuchen

Vor dem Auswärtsspiel gegen Viktoria Berlin passten Anhänger von Inferno andere Energie-Fans ab. Sie drohten mit Hausbesuchen, sollten sie ihre Gruppensymbole im Gästeblock zeigen. Tatsächlich hingen im Stadion das Banner der "Sektion Spreewald" am Zaun und eine Fahne mit der Aufschrift "Fighting Wendish Chosebuz". Beides verschwand während des Spiels. Banner der Gruppierungen Colletivo Bianco Rosso oder Ultima Raka waren Beobachtern zufolge gar nicht zu sehen. Stattdessen T-Shirts von Inferno Cottbus und Unbequeme Jugend. Die Fans reagierten mit Stimmungsboykott. Die anfänglichen Gesänge verstummten fast völlig.

Beim Rückspiel in Babelsberg Ende April kam es dann zu schweren Ausschreitungen. Im Block der Energie-Fans war mehrfach der Hitler-Gruß zu sehen. Mehrere Vermummte stürmten den Platz, darunter Rechtsextreme, die in Cottbus Stadionverbot haben. Sicherheitskräfte verhinderten, dass auch Babelsberger Fans auf das Spielfeld gelangten. Insgesamt nahm die Polizei 19 Strafanzeigen auf, unter anderem wegen Landfriedensbruchs und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.