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EM-Qualifikation: DFB-Elf:Noch zweimal schlafen

Die DFB-Elf läuft auf Reserve: Khedira und Rolfes fallen aus, Rudy und Holtby werden nachnominiert. Die deutschen Nationalspieler freut am EM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan vor allem eins: Danach ist endlich Urlaub.

Es ist noch nicht so lange her, dass sich die Fußballrepublik milde darüber amüsierte, dass Joachim Löw seine Samstage vorzugsweise in Stuttgart oder Hoffenheim verbrachte. Dort sah er Spielern beim Fußballspielen zu, und wenn sie ihm gefielen, berief er sie in sein Aufgebot. Es war also kein Wunder, dass in diesen Aufgeboten sehr oft Spieler aus Stuttgart oder Hoffenheim auftauchten.

Training DFB-Elf

Bundestrainer Joachim Löw (M.) begrüßt seine zwei Nachzügler Lewis Holtby (l.) und Sebastian Rudy.

(Foto: dpa)

Sebastian Rudy, 21, ist beim VfB Stuttgart ausgebildet worden, bevor er im vorigen Sommer nach Hoffenheim wechselte, er müsste also der logischste Löw-Spieler der Welt sein. Er spielt auch den Fußball, den Löw mag, er ist technisch begabt, wendig und flexibel einsetzbar. Er ist sogar so flexibel, dass er am Sonntag von Italien nach Berlin geflogen ist, um dort ein Visum für Aserbaidschan ausgestellt zu bekommen. Am selben Tag flog er von Berlin weiter nach Wien, und am Montag wird er von Wien nach Vorderasien fliegen, nach Baku/Aserbaidschan, und er hatte noch keine Zeit zu überprüfen, ob er von Baku aus wieder zurückkommt nach Bibione an seinen Strand.

Sebastian Rudys Nominierung fürs EM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan am Dienstag (19 Uhr/MEZ) hat selbst Sebastian Rudy überrascht, trotz Stuttgart, trotz Hoffenheim. Bundestrainer Löw hat ihn ebenso kurzfristig in seinen Reisekader geladen wie den Mainzer Lewis Holtby, 20. Für beide sprach erstens, dass sie bis vergangenen Dienstag mit der deutschen U21 noch im Wettbewerb standen; zweitens, dass sie Mittelfeldspieler sind; und drittens, dass sie nicht Michael Ballack heißen. Womöglich haben Rudy und Holtby am Sonntag irgendwo im Luftraum Sami Khedira und Simon Rolfes getroffen, die in entgegengesetzter Richtung unterwegs waren.

"Samis Muskel ist in Ordnung, aber wir haben Trainer José Mourinho versichert, dass wir kein Risiko eingehen", erläuterte Löw den Verzicht auf den Real-Profi, der beim glücklichen 2:1 gegen Österreich gespielt hatte wie ein Spieler, der seit vier Wochen keinem Ball mehr begegnet ist. Allerdings hatte ihn in Wien nicht wie geplant Simon Rolfes ersetzen können: Dem war im Abschlusstraining ein Ziehen in den Muskel gefahren, das sich beim Warmlaufen vor dem Spiel zur Zerrung verdichtete.

Auch Rolfes ist schon heimgereist, denn auch wenn Löw das nicht laut sagen kann: Er findet, gegen Aserbaidschan reicht es auch so. Ein Sieg noch, "dann war das angesichts der Belastungen ein überragendes Jahr für uns", sagt Löw, mit dann sieben Siegen in sieben EM-Qualifikationsspielen.

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