bedeckt München
vgwortpixel

Deutsche Nationalmannschaft:"Nur Potenzial alleine hilft dir am Ende nicht weiter"

Deutschland - Weißrussland

Hat für seine Mitspieler noch einige Verbesserungsvorschläge: Joshua Kimmich (r.).

(Foto: dpa)
  • Das DFB-Team kann in der EM-Quali sogar noch Gruppenerster werden.
  • Die Nationalspieler verfallen aber nicht in Euphorie.
  • Leon Goretzka sagt, man könne sich "eigentlich in fast allen Bereichen" verbessern.

Es war kein schlechtes Zeichen fürs DFB-Team, was sich da nach einer guten Stunde im Mönchengladbacher Stadion zutrug. Klar, diese La Ola hätte noch etwas solider ausgesehen, wenn im südlichen und südöstlichen Oberrang Zuschauer gesessen hätten, die sich hätten beteiligen können. Und welche Rolle der Drang der Menschen spielte, sich einfach zu bewegen und damit warmzuhalten, das war auch nicht ganz klar. Andererseits: Nach gut einer Stunde, beim Stand von 3:0, ging minutenlang eine La Ola durchs Mönchengladbacher Stadion, und das war zumindest kein Ausdruck von gewaltiger Unzufriedenheit.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihre Fans in diesem Jahr vor manches Rätsel gestellt, sie hat teils hübschen Fußball gespielt und teils sehr fahrlässigen. Sie hat beide Elemente auch am Samstagabend ausgepackt, aber weil der Schwerpunkt auf dem des hübschen Fußballs lag, stand am Ende nicht nur ein 4:0 (1:0) gegen Weißrussland, sondern auch die Qualifikation für die Europameisterschaft 2020. Man habe das Ziel "recht souverän erreicht", befand Toni Kroos, der selber recht souverän zwei Tore beigesteuert hatte. Und, diese Wendung gehörte auch zum Abend: Das DFB-Team kann mit einem Sieg gegen Nordirland nun tatsächlich noch Gruppenerster werden.

DFB-Elf in der Einzelkritik

Verteidiger verblüfft mit Hackentrick

Wer den deutschen Spielern hinterher zuhörte, der stieß auf zwei grundsätzliche Bewertungsansätze. Der eine enthielt die Zufriedenheit mit dem Abend und dem Erreichten. Der andere und oft wiederholte war eine Art Mahnung, dass noch viel Arbeit vor dem Team liege. Und beide hatten ihre Berechtigung.

DFB-Team zweimal im Glück

Die deutsche Elf hatte von Beginn an dominiert, sie hatte Chance um Chance, wenn auch nicht Großchance um Großchance. Dass Matthias Ginter dann das 1:0 vor der Halbzeit erzielte, in Mönchengladbach, als Innenverteidiger, als erstmaliger A-Team-Torschütze, mit der Hacke zudem - das war eine nette Pointe dieses Spiels, auch wenn Ginter dabei leicht im Abseits stand. Auch bei den Toren von Leon Goretzka und dem ersten von Toni Kroos wirkte er als Gegner-Verwirrer beziehungsweise als Vorbereiter mit (wobei beim 3:0 Timo Werner im Abseits stand).

"Wir haben größtenteils das Spiel sehr gut kontrolliert, in der einen oder anderen Phase nach dem 3:0 haben wir vielleicht die eine oder andere Chance zu viel zugelassen", bilanzierte Bundestrainer Joachim Löw - wobei Weißrussland schon in der ersten Hälfte Manuel Neuer zum Fliegen gebracht hatte. Nach einem Foul von Robin Koch durfte der DFB-Kapitän dann noch einen Elfmeter parieren.