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EM in Rostock:Deutsche Wasserspringer holen zwei Goldmedaillen

Tina Punzel im Finale vom Einmeterbrett.

Tina Punzel im Finale vom Einmeterbrett. 

(Foto: dpa)

Tina Punzel gewinnt Gold vom Dreimeterbrett, das Duo Hausding/Klein siegt im Synchron-Wettbewerb. Golf-Profis Kaymer und Siem halten in München Kontakt zur Spitze. Tyson Gay übertrumpft Usain Bolt und stellt über 100 m eine neue Weltjahresbestzeit auf.

Wasserspringen, Europameisterschaft: Nachwuchsspringerin Tina Punzel hat völlig überraschend EM-Gold vom Drei-Meter-Brett gewonnen. Die 17-jährige Dresdnerin lag am Samstag in Rostock mit 336,70 Punkten 4,85 Zähler vor der großen Favoritin Tania Cagnotto aus Italien. Bronze ging an die Russin Nadeschda Baschina. Punzel war als Vorkampf-Siebte ins Finale gegangen und holte nun den ersten deutschen Europameister-Titel vom Drei-Meter-Brett seit dem Sieg der Leipzigerin Brita Baldus vor 20 Jahren. Die Schülerin hatte zuvor bei ihrem EM-Debüt mit Sascha Klein Team-Silber geholt. Nun gewann Punzel das erste deutsche Gold von Rostock und die insgesamt achte DSV-Medaille dieser EM. Punzel lag von Beginn an auf Medaillenkurs und bewies erneut ihre erstaunliche Nervenstärke. Nach dem vierten von fünf Sprüngen übernahm sie die Führung, Cagnotto konnte nicht mehr kontern.

Patrick Hausding und Sascha Klein gewannen ihren sechsten Titel im Synchron-Wettbewerb vom Turm. Die Olympia-Zweiten von 2008 lagen am Samstag vor den Russen Victor Minibajew und Artjom Tschesakow, 4,44 Punkte Vorsprung verhalfen dem Duo aus Berlin und Dresden zur Fortsetzung seiner Gold-Serie. Rang drei ging an die Ukrainer Olexander Gorschkowozow und Dmitro Meschenskji. Es war die neunte deutsche Medaille.

Golf, BMW International Open: Die beiden deutschen Golf-Profis Martin Kaymer und Marcel Siem haben den Kontakt zur Spitze am dritten Tag der 25. BMW International Open in München gehalten. Die beiden Rheinländer spielten am Samstag im GC Eichenried eine 69er-Runde und lagen mit insgesamt 204 Schlägen nur drei hinter dem Spitzentrio Ernie Els (Südafrika), Alexander Levy (Frankreich) und Alex Noren aus Schweden. Der ehemalige Weltranglisten-Erste aus Mettmann war zufrieden mit der Runde, haderte aber mit den nach dem Regen aufgeweichten Grüns. "Ich habe einige wichtige Putts gemacht, aber einige sind trotz guter Richtung einfach vorbeigelaufen", sagte Kaymer. Seine kurze Magenverstimmung hat der 28-Jährige überwunden.

Leichtathletik, Tyson Gay: Knapp sieben Wochen vor Beginn der Leichtathletik-WM hat US-Sprinter Tyson Gay mit einer Weltjahresbestzeit über 100 Meter für Aufsehen gesorgt. Trotz eines mäßigen Starts gewann der 30-Jährige am Freitagabend (Ortszeit) in Des Moines/Iowa bei den als WM-Ausscheidung gewerteten US-Meisterschaften die 100 Meter in starken 9,75 Sekunden. Damit gewann Gay auch das indirekte Duell gegen Weltrekordler Usain Bolt, der bei den gleichzeitig stattfindenden Meisterschaften Jamaikas 9,94 Sekunden lief. Neben Gay sicherten sich der zweitplatzierte Justin Gatlin (9,89 Sekunden) und der Dritte Charles Silmon (9,98) die WM-Teilnahme. Gay war nach seinem überraschend deutlichen Erfolg gegen Gatlin sichtlich zufrieden. "Es ist ein tolles Gefühl, mit dieser Zeit gewonnen zu haben. Ich bin ein glücklicher Mann", erklärte der dreifache Weltmeister von 2007, der in den vergangenen Jahren immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde. "Noch ist nicht alles perfekt, aber ich bin gesund. Allein das zählt." Für Gay war es die drittschnellste Zeit, die er je in einem Rennen gelaufen ist. In Abwesenheit der verletzten Titelverteidigerin Carmelita Jeter siegte bei den Frauen English Gardner in der Jahresweltbestzeit von 10,85 Sekunden vor Octavious Freeman (10,87) und Alexandria Anderson (10,91).

Fifa, Neuseeland: Der Fußball-Weltverband FIFA hat ein Disziplinarverfahren gegen den neuseeländischen Verband eingeleitet. Im WM-Qualifikationsspiel zwischen den Salomonen und Neuseeland (0:2) am 26. März sollen die Gäste einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt haben. Das teilte die FIFA am Freitagabend mit. Der neuseeländische Verband wurde aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Neuseeland wird allerdings unabhängig vom Ausgang des Disziplinarverfahrens an der Interkontinental-Relegation für die WM-Endrunde in Brasilien gegen das viertplatzierte Team der Nord-, Mittelamerika- und Karibikzone teilnehmen, da die Mannschaft die Ozeanien-Qualifikation mit sechs Punkten Vorsprung auf das zweitplatzierte Neukaledonien abgeschlossen hatte.

Kanu, Weltcup in Cardiff: Fabian Dörfler hat den deutschen Slalom-Kanuten beim Weltcup in Cardiff den ersten Sieg beschert. Der Augsburger paddelte am Samstag im Kajak-Einer beim ersten von fünf internationalen Härteproben im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Prag im September am schnellsten. Teamkollege Sebastian Schubert wurde Zweiter vor US-Amerikaner Fabien Lefevre. Bei den Canadier-Einern umfuhr Europameister Jan Benzien eines der Tore auf dem Wildwasserkanal nicht korrekt und landete mit 50 Strafsekunden abgeschlagen auf Rang neun. Der Olympia-Zweite Sideris Tasiadis schaffte es beim Sieg des Tschechen Stanislav Jezek zumindest auf Rang vier. Bei den nicht-olympischen Canadier-Einern der Frauen wurde die deutsche Teilnehmerin Lena Stöcklin Achte. Am Sonntag werden die Rennen in Wales fortgesetzt, eine Woche später steht in Augsburg der zweite Weltcup des Jahres an. Anfang Juni zum Saisonauftakt hatte die Mannschaft von Bundestrainer Michael Trummer bei den Europameisterschaften in Krakau drei Einzelmedaillen geholt.

Zweite Liga, 1. FC Köln: Mittelfeldspieler Sascha Bigalke wird dem Fußball-Zweitligisten 1. FC Köln mindestens bis zur Winterpause nicht zur Verfügung stehen. Der 23-Jährige erlitt am Freitagabend im Testspiel beim Mittelrheinligisten SF Troisdorf (6:0) einen Kreuzbandriss sowie einen Riss des Innenmeniskus im rechten Knie. Das ergab eine Untersuchung am Samstag in der MediaPark-Klinik. Die medizinische Abteilung der Kölner erwartet eine Pause von bis zu acht Monaten. Bigalke wird voraussichtlich Anfang Juli von Dr. Peter Schäferhoff operiert werden. Derzeit ist das Knie für einen Eingriff zu stark geschwollen.

Basketball, Düsseldorf Baskets: Die Düsseldorf Baskets spielen in der kommenden Saison endgültig nicht in der Basketball Bundesliga. Nach der mündlichen Verhandlung vor dem Schiedsgericht in Köln zogen die Rheinländer am Freitagabend ihre Beschwerde gegen die Nichterteilung der Spielgenehmigung zurück. Dies teilte die Liga anschließend mit. Die BBL hatte den Düsseldorfern zuvor in zwei Instanzen die Lizenz für das Oberhaus verweigert, weil der Club die wirtschaftlichen Bedingungen nach Ansicht der Liga nicht erfüllt hatte. Die Düsseldorfer hatten sich als Vizemeister der Zweiten Liga Pro A sportlich für die Bundesliga qualifiziert. Ob die BBL nun eine Wildcard vergibt oder am 3. Oktober mit 17 Teams in die neue Saison startet, bleibt offen. Bis zum 27. Juni können Clubs eine Bewerbung für den 18. Bundesliga-Startplatz einreichen, ein eventuelles Wildcard-Verfahren fände am 2. Juli in Hagen statt, wie die BBL mitteilte.

Reiten, Nationenpreis: Die deutschen Springreiter haben am Freitagabend den Nationenpreis beim Reitturnier in Rotterdam gewonnen. Das Team mit Christian Ahlmann (Marl) mit Taloubet Z, Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen) mit Embassy, Philipp Weishaupt (Riesenbeck) mit Monte Bellini und Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Chiara kassierte in beiden Umläufen insgesamt vier Fehlerpunkte. Damit siegte das deutsche Quartett vor den US-Amerikanern und den Franzosen, die fünf beziehungsweise neun Punkte auf dem Konto hatten.

Leichtathletik, Kuba: Der frühere Hürden-Weltrekordler Dayron Robles ist nun auch offiziell aus der kubanischen Nationalmannschaft ausgeschlossen worden. Dies gab Alberto Juantorena, zweifacher Olympiasieger 1976 in Montreal und Präsident des kubanischen Leichtathletik-Verbands, am Freitag bekannt. Der Verband wirft Robles Disziplinlosigkeit und unethisches Verhalten vor, weil er Anfang Juni beim Meeting in Turin auf eigene Faust gestartet war. Robles hatte im Januar erklärt, nicht mehr für sein Heimatland laufen zu wollen. Der 26-Jährige, der nach seinem Verletzungsaus im olympischen Finale 2012 in London bis zum Comeback in Turin keinen Wettkampf bestritten hatte, kann ohne Zugehörigkeit zu Kubas Nationalteam nicht an der WM in Moskau (10. bis 18. August) teilnehmen. In Turin war er nicht über Platz sechs in schwachen 13,82 Sekunden hinausgekommen, seinen nächsten Start plant er am 28. Juni in Reims.

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