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EM-Auslosung:Zwei Gegner fürs DFB-Team gesucht

Deutsche Fußball-Nationalmannschaft

Zwei der deutschen EM-Gruppengegner wird Bundestrainer Joachim Löw an diesem Samstag erfahren.

(Foto: dpa)

Auf wen kann die deutsche Mannschaft bei der EM treffen? Und wie funktioniert die Ziehung? Fragen und Antworten zur Auslosung an diesem Samstag in Bukarest.

Wo und wann findet die Auslosung statt?

Am Samstag (18 Uhr ARD ONE und Sky Sport News HD) im Romexpo Exhibition Centre von Bukarest.

Wer ist dabei?

20 Nationen haben sich bereits für die EM qualifiziert. Neben Deutschland sind das Portugal, Frankreich, Belgien, Italien, Russland, Polen, Ukraine, Spanien, England, Tschechien, Türkei, Finnland, Schweden, Österreich, Kroatien, Schweiz, Dänemark, die Niederlande und Wales. Die übrigen vier EM-Teilnehmer werden in den Play-offs der Nations League Ende März 2020 ermittelt.

Wie funktioniert die Ziehung?

Es werden sechs Vierergruppen ausgelost, wobei die Teams in vier Lostöpfen auf der Grundlage der Leistungen in der Qualifikation eingeteilt sind. Doch weil die Gastgeberländer der paneuropäischen EM in der Vorrunde automatisch Heimrecht haben und einige Duelle aus politischen Gründen (zum Beispiel Russland gegen die Ukraine) untersagt sind, stehen einige Paarungen schon vor der Auslosung fest. Russland, Belgien und Dänemark werden zum Beispiel in der EM-Gruppe B spielen.

Wie sehen die Lostöpfe aus?

Topf 1: Deutschland, Italien, Belgien, England, Spanien,Ukraine

Topf 2: Frankreich, Kroatien, Polen, Russland, Niederlande, Schweiz.

Topf 3: Portugal, Dänemark, Österreich, Schweden, Tschechien, Türkei

Topf 4: Wales, Finnland und die vier Sieger der Play-offs

Auf welche Gegner kann Deutschland treffen?

Es droht eine "Hammergruppe" mit Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal. Doch auch vermeintlich leichtere Gegner wie Polen und Tschechien sind möglich. Klar ist, dass Deutschlands dritter Kontrahent zunächst ein "Blanko-Los" sein wird: Er wird erst in den Play-offs ermittelt.

Welche Nationen kommen dabei infrage?

Der Sieger des Play-off-Pfads A mit Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Island. Nur wenn sich hier Rumänien durchsetzt, trägt es seine Heimspiele automatisch in Bukarest aus, und Deutschland bekommt es mit dem Sieger des Play-off-Pfads D (Georgien, Weißrussland, Nordmazedonien, Kosovo) zu tun.

Wie weit müssen die deutschen Fans reisen?

In der Gruppenphase zumindest nicht ins Ausland. Die DFB-Elf bestreitet ihre Vorrundenspiele ausnahmslos in München (16./20./24. Juni). Im Achtelfinale wären die Spielorte Bukarest, Dublin, Bilbao und Budapest eine Option, ein Viertelfinale könnte erneut in München, St. Petersburg, Rom oder Baku steigen. Die Halbfinals und das Endspiel finden in London statt.

Was sagt der Bundestrainer?

Auch Joachim Löw war anfangs mit dem Modus überfordert, dennoch freut er sich auf die Auslosung, die dem Turnier "ein Gesicht" gebe. Einen Wunschgegner hat Löw nicht. "Ich bin sehr gelassen, wir nehmen es, wie es kommt", sagt der 59-Jährige: "Man muss bei der EM jeden Gruppengegner so ernst nehmen, dass man es wie ein Endspiel oder ein K.o.-Spiel betrachtet."

Gibt es Kritik?

Ja. Belgiens Kevin De Bruyne sagte, der Modus sei eine "Schande" und nehme für die Auslosung "alle Spannung und jedes Vergnügen". Dem niederländischen Bondscoach Ronald Koeman geht es ähnlich: "Ich habe schon im Verband nachgefragt, ob ich wirklich zu dieser Auslosung am 30. November gehen soll." Allerdings: Eine völlig freie Auslosung hätte ebenfalls zu Verdruss geführt, wenn den Gastgebern dadurch Heimspiele entgangen wären.

Hat Russland als Co-Gastgeber und EM-Starter wegen der möglichen Vierjahressperre im Zuge der Doping-Affären ein Problem?

Nein. Laut Welt-Anti-Doping-Agentur ist die Euro von drohenden Sanktionen nicht betroffen, weil es "ein kontinentales Einzelsportereignis ist".

© SZ.de/sid/chge
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