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Fußball-EM:Nordmazedonischer Verband fordert Strafe für Arnautovic

Marko Arnautovic (l.) und Ezgjan Alioski: Viel zu klären nach dem ersten EM-Spiel

(Foto: Justin Setterfield/AFP)

Der Österreicher soll für seine Entgleisungen bestraft werden, finden die Nordmazedonier - ein offizielles Schreiben liege nun bei der Uefa.

Der Fußball-Verband von Nordmazedonien hat eine Bestrafung des Österreichers Marko Arnautovic nach dessen Torjubel beim 3:1-Sieg im EM-Vorrundenspiel am Sonntag verlangt. Arnautovic hatte am Montag Kritik an seinem emotionalen Torjubel zurückgewiesen. Der frühere Bremer soll nach seinem entscheidenden Tor den mazedonischen Spieler Ezgjan Alioski beleidigt und dabei auch rassistische Äußerungen getätigt haben. "Ich bin kein Rassist und werde niemals einer sein", betonte Arnautovic am Montag nach der Rückkehr ins Teamquartier im österreichischen Seefeld.

Der nordmazedonische Verband teilte dagegen am Montagabend auf seiner Facebook-Seite mit, er habe ein offizielles Schreiben an die Europäische Fußball-Union Uefa gerichtet, "in dem wir die schärfste Strafe für den österreichischen Nationalspieler" fordern. Man sei immer "gegen Nationalismus, Diskriminierung und alle anderen Formen von Beleidigungen und Ausbrüchen, die nicht im Sinne des Fußballs und der Werte stehen, für die wir alle zusammenstehen". Man werde immer aufstehen und die Interessen und Würde der mazedonischen Nationalspieler verteidigen, wo immer sie auftreten würden.

Arnautovic sprach dagegen von einem "Wortgefecht in den Emotionen, von der einen wie von der anderen Seite". Politik oder Rassismus hätten dabei aber definitiv keine Rolle gespielt. "Meine Freunde, die zu meiner Familie herangewachsen sind, sind von überall auf der Welt", sagte Arnautovic, der für seine Emotionalität bekannt ist.

In einem ORF-Interview berichtete Arnautovic, dass er sich mit Alioski nach dem Spiel ausgesprochen und am Montag schließlich das Gespräch mit Nordmazedoniens Kapitän Goran Pandev gesucht habe. "Er ist ein guter Freund von mir und hat mir auch gesagt, vergiss alles, ich weiß, wie es im Fußball läuft und wie die Emotionen sind", meinte Arnautovic. Dennoch wolle er "für die ganze Menschheit und für die ganze Welt sagen: Entschuldigung dafür!" Alioski ist albanischer Abstammung, Arnautovic hat serbische Wurzeln. Beide Nationen stehen seit Jahrzehnten im Konflikt.

© SZ.de/dpa/sid/ska
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