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Fußball-EM:Was passiert mit den Dritten?

Wer ins Achtelfinale der EM einzieht, entscheidet sich im Härtefall an der Anzahl der gelben und roten Karten. Eine komplizierte Konstellation könnte sich in Gruppe B mit Dänemark ergeben.

Von Martin Schneider

Seit der Erweiterung der Europameisterschaft auf 24 Teams im Jahr 2016 erreichen auch vier von sechs Gruppendritten das Achtelfinale. Beim Turnier in Frankreich reichten Nordirland und dem späteren Turniersieger Portugal darum ganze drei Punkte fürs Weiterkommen. Um die besten Gruppendritten zu ermitteln, zählt bei Punktgleichheit zunächst das Torverhältnis aus allen Gruppenspielen, dann die Anzahl der mehr erzielten Tore und dann die Fairplay-Wertung, wobei gelbe Karten einen Minuspunkt und rote Karten drei Minuspunkte geben.

Bei Ermittlung der Platzierung innerhalb der Gruppe zählt jedoch wie bei Uefa-Turnieren üblich - und im Gegensatz zur WM - bei gleicher Punktzahl zunächst der direkte Vergleich. Eine komplizierte Konstellation könnte sich darum in der Gruppe B ergeben. Sollte Dänemark das abschließende Spiel gegen Russland gewinnen und Finnland gegen Belgien verlieren, hätten alle Mannschaften außer Belgien drei Punkte.

In diesem Fall würde zunächst eine "Tabelle ohne Belgien" erstellt, mit einem Dreier-Direktvergleich. Sollte auch da keine Entscheidung fallen (was bei einem 1:0-Sieg der Dänen der Fall wäre, denn dann hätten alle drei Teams je drei Punkte und 1:1 Tore), gilt das Torverhältnis aus allen Gruppenspielen. Sollte auch das, inklusive geschossener Tore, gleich sein, zählt auch hier die Fairplay-Wertung. Zuletzt wurde dieser Fall bei der WM 2018 der Mannschaft des Senegal zum Verhängnis. Die Afrikaner schieden mit vier Punkten, 4:4 Toren und sechs zu vier gelben Karten gegen Japan aus.

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