bedeckt München 17°
vgwortpixel

Coronavirus:Fußball-EM findet erst im Sommer 2021 statt

  • Wegen der Verbreitung des Coronavirus wird die Fußball-EM erst im Sommer 2021 stattfinden. Neuer Termin ist der 11. Juni bis 11. Juli 2021.
  • Die 55 Nationalverbände sowie die nationalen Ligen und die Europäische Clubvereinigung ECA haben der Entscheidung zugestimmt.

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat auf die Coronavirus-Pandemie reagiert und die für dieses Jahr geplante EM auf kommenden Sommer verschoben. Das beschloss das Uefa-Exekutivkomitee am Dienstag nach einem Krisengipfel, an dem per Videoschalte unter anderem Vertreter aller 55 Mitgliedsverbände, der nationalen Ligen sowie der Europäischen Clubvereinigung ECA teilnahmen.

Das Turnier sollte in diesem Jahr vom 12. Juni bis zum 12. Juli in zwölf Ländern ausgetragen werden, als deutscher Spielort war München vorgesehen. Als neuen Termin für die Endrunde schlug die Uefa den Zeitraum vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 vor.

"Es war wichtig, dass die Uefa als Dachverband des europäischen Fußballs den Prozess anführte und das größte Opfer brachte. Die Verschiebung der Euro 2020 ist für die Uefa mit enormen Kosten verbunden, aber wir werden unser Bestes tun, um sicherzustellen, dass die lebenswichtige Finanzierung des Breiten- und Frauenfußballs und die Entwicklung des Spiels in unseren 55 Ländern nicht beeinträchtigt wird", wurde Uefa-Präsident Aleksander Ceferin in einer Verbandsmitteilung zitiert.

Jetzt muss sich die Uefa mit der Fifa arrangieren

Angesichts der raschen Verbreitung des Virus ruht derzeit in fast allen europäischen Ligen der Spielbetrieb. Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) hatte am Montag beschlossen, dass in der Bundesliga und 2. Bundesliga bis mindestens 2. April nicht gespielt wird. Bis zuletzt hatte die Uefa noch strikt am Terminkalender für die Euro festgehalten. Durch die Verschiebung haben die nationalen Ligen nun den dringend benötigten Puffer, um die Saison noch im Sommer zuende spielen zu können.

Aktuelles zum Coronavirus - zweimal täglich per Mail

Alle Meldungen zur aktuellen Coronavirus-Lage in Deutschland und weltweit sowie die wichtigsten Nachrichten des Tages - zweimal täglich mit SZ Espresso. Unser Newsletter bringt Sie morgens und abends auf den neuesten Stand. Kostenlose Anmeldung: sz.de/espresso

Die deutsche Nationalmannschaft hatte sich als Gruppenerster für die EM qualifiziert. Als Gegner waren der DFB-Elf Frankreich, Portugal sowie der Gewinner einer Play-off-Partie zugelost worden. Eine "Hammergruppe" wie Bundestrainer Joachim Löw befand. Die Nationalmannschaft wollte im Sommer endgültig Wiedergutmachung leisten für die desolate Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Russland, die für den Deutschen Fußball-Bund bereits nach der Vorrunde beendet war.

Der EM-Modus mit über den gesamten Kontinent verteilten Gastgeberorten war zur Feier des EM-Jubiläums gewählt worden, vorgeschlagen vom früheren Uefa-Präsidenten Michel Platini. Neben München und Rom wurden Amsterdam, Kopenhagen, Bilbao, Sankt Petersburg, Bukarest, Budapest, Baku, Glasgow, Dublin und London als Gastgeber ausgewählt. Die britische Hauptstadt bekam unter anderem beide Halbfinals und das Endspiel zugesprochen.

Durch eine Verlegung in den Sommer 2021 muss sich die Uefa mit dem Weltverband Fifa arrangieren, der zu dem Zeitpunkt eigentlich die Premiere der millionenschweren Klub-WM feiern will. Dieses Turnier war zuletzt auf 24 Mannschaften aufgestockt worden, ursprünglich sollten acht davon aus Europa kommen. Möglicherweise entsendet die Uefa im Gegenzug für eine Verlegung der Klub-WM aber nun mehr Vereine.

© SZ.de/sid/ebc
1899 Hoffenheim - Bayern München

Meinung
Corona und Dietmar Hopp
:Es steckt viel Ironie in dieser Geschichte

Wegen Anti-Hopp-Protesten standen Bundesliga-Spiele zuletzt vor dem Abbruch. Jetzt liegt es an Visionären wie Hopp, die nach Impfstoffen forschen lassen, ob überhaupt wieder gespielt werden kann.

Kommentar von Klaus Hoeltzenbein

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite