Elf des Spieltags:Neun Finger für Lewandowski

BVB-Coach Jürgen Klopp verzeigt sich beim Elfmeter und schickt Lewandowski statt Mkhitaryan zum Punkt. Markus Gisdol hält die schönste Wutrede seit Bruno Labbadia - auch weil Bremens Philipp Bargfrede mit der Rückennummer 44 das 4:4 erzielt. Die Elf des 14. Spieltags.

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Elf des Spieltags:Der Elfmeter

FC Schalke 04 - VfB Stuttgart

Quelle: dpa

BVB-Coach Jürgen Klopp verzeigt sich beim Elfmeter und schickt Lewandowski statt Mkhitaryan zum Punkt. Markus Gisdol hält die schönste Wutrede seit Bruno Labbadia - auch weil Bremens Philipp Bargfrede mit der Rückennummer 44 das 4:4 erzielt. Die Elf des 14. Spieltags.

Der Elfmeter: Der Elfmeter war einst die Diva unter den Spielereignissen im Fußball. Tauchte sie auf, raunte das Stadion, blieb sie fern, legte sich Enttäuschung übers Volk. Diese Zeiten sind vorüber, die Diva ist zum gewöhnlichen B-Promi verkommen. Acht Elfmeter wurden am Wochenende verhängt, so viele an einem Spieltag hatte es zuletzt 1999 gegeben. Vor allem die Partien Hoffenheim gegen Bremen sowie Mainz gegen Dortmund machten mit drei Elfern von sich reden. Hoffnung bringt eine Uralt-Statistik: Der Rekord liegt bei zwölf Elfmetern an einem Spieltag, in der Saison 1971/72. Womöglich kann sich die Diva noch einmal rehabilitieren.

(ska)

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Elf des Spieltags:Elkin Soto

1. FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund

Quelle: dpa

Elkin Soto: "When it rains, it pours", besagt ein englisches Sprichwort. Der Mainzer Elkin Soto (re.) wird nach diesem Wochenende bestätigen, dass ein Unglück selten allein kommt. Bereits unter der Woche wurde ihm sein Geländewagen gestohlen. Unterstützung bei der Tätersuche gab es aus den eigenen Reihen: "Achtung, kein Scherz! Haltet den Dieb! Auf gehts Mainzer, suchen und finden!", schrieb der FSV Mainz 05 auf seiner Facebook-Seite und stellte als Finderlohn eine VIP-Dauerkarte für die kommende Saison in Aussicht. Nun lief es für Soto auch beim 1:3 gegen Borussia Dortmund schlecht. Der 33-Jährige wollte heldenhaft einen Treffer der Borussia abwehren, verursachte aber in bester Torwartmanier einen Handelfmeter und flog mit Rot vom Feld. Ob Mainz 05 den Finderlohn nach Sotos Fauxpas zurückgezogen hat, ist nicht überliefert.

(fued)

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Elf des Spieltags:Jürgen Klopp

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Quelle: AFP

Jürgen Klopp: Jürgen Klopp ist der Marionetten-Papa der Bundesliga. Spätestens seit diesem Spieltag ist klar, dass sein Wille geschehe - mit sämtlichen Nebenwirkungen. Als es im Spiel seiner Dortmunder gegen Mainz 05 darum ging, einen Elfmeterschützen zu bestimmen, sorgten seine Handzeichen für Verwirrung. Der sicherste Verwandler Henrikh Mkhitaryan, Rückennummer 10, legte sich den Ball zurecht, doch Klopp reckte neun Finger in die Höhe - die Nummer von Robert Lewandowski. "Ich habe von der Linie die Nummer 9 angezeigt, meinte aber die 10. Erst hat Lewa Mkhitaryan grünes Licht gegeben, dass er schießen darf. Aber dann haben sie die neun gesehen und Lewa hat sich den Ball wieder genommen", erklärte Klopp später. Lewandowski traf, Mkhitaryan lief verärgert davon, ließ sich aber mit einer Entschuldigung von Klopp nach der Partie besänftigen. Der Trainer hatte sich einfach verzeigt.

(ska)

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Elf des Spieltags:Pierre-Emerick Aubameyang

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Quelle: AFP

Pierre-Emerick Aubameyang: Als die 70. Minute im Spiel zwischen Mainz 05 und Borussia Dortmund lief, saß Marco Reus wegen Wadenproblemen ausgewechselt auf der Bank. Er musste von außen beobachten, wie sich auf dem Spielfeld ein neuer mannschaftsinterner Konkurrent im Freistoßschießen hervortat: Pierre-Emerick Aubameyang (re.). Der gabunisch-französische Offensivspieler machte es im Grunde wie Reus: Er schlenzte den Ball aus 25 Metern halb mit dem Innenrist und halb mit dem Spann hoch über die Mainzer Mauer - am Ende senkte sich die Kugel in den Torwinkel, als wäre sie bleischwer. Weil er anschließend auch den Elfmeter herausholte, der zum zweiten Dortmunder Treffer führte, war das 3:1 des BVB zu mindestens 50 Prozent Aubameyangs Verdienst.

(fued)

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Elf des Spieltags:Mirko Boland

FC Bayern München - Eintracht Braunschweig

Quelle: dpa

Mirko Boland: Die Überlegenheit des Tabellenersten gegen den Tabellenletzten war groß. Dass der FC Bayern am Ende nur 2:0 gegen Braunschweig gewann, lag daran, dass die Münchner nach der Pause mehrere Gänge zurückschalteten - und an Mirko Boland (li.). Der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler verhinderte in der 20. Minute ein Kopfballtor von Dante: Der Braunschweiger Torwart war schon geschlagen, also platzierte sich Boland auf der Linie, hüpfte im richtigen Moment hoch und köpfelte den Ball aus der Gefahrenzone. Nach der Pause war es immer wieder Boland, der mit guten Aktionen dafür sorgte, dass nun auch die Braunschweiger nach vorne spielten und zu Chancen kamen. Für ein Tor reichte es nicht mehr, aber immerhin ging das Spiel nur 0:2 verloren.

(sonn)

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Elf des Spieltags:Arjen Robben

Bayern Muenchen v Eintracht Braunschweig - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Arjen Robben: Was ist mit Arjen Robben passiert? Der 29-Jährige hat sich in dieser Saison noch gar nicht verletzt und grummelte bislang nur ein einziges Mal beleidigt, als er einen Elfmeter nicht treten durfte. Außerdem hat er sich vom egoistischen Kicker zum - zumindest derzeit - wichtigsten Spieler für die Mannschaft entwickelt. Gegen Braunschweig erzielte der Bayern-Spieler die einzigen Tore der Partie: Nach 111 Sekunden traf er per Kopf nach eigener Pfosten-Vorlage, in der 30. Minute hatte er mit dem Arjen-Robben-Antäuscher-Trick Erfolg. Eine Angewohnheit hat der Bayern-Spieler allerdings aus seinem früheren Fußballerleben beibehalten: Er hasst Kälte und war auf dem Platz mal wieder der einzige Münchner mit Strumpfhosen.

(sonn)

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Elf des Spieltags:Nürnberger Aluminium-Treffer

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Quelle: AFP

Nürnberger Aluminium-Treffer: Im Grunde müsste ein beständiges Krächzen die Bundesliga begleiten, so viele Pechvögel haben sich in dieser Saison schon zusammengefunden - vor allem in Nürnberg. Makoto Hasebe (im Bild) ließ gegen Leverkusen ein bekanntes Geräusch erklingen: Ein lautes "Ploing", das signalisierte: Nürnberg hat wieder Aluminium getroffen. So oft ist das in dieser Saison schon passiert, dass sich die Statistiker der Liga schwindelig gerechnet haben. Der "Club" selbst vermeldet auf seiner Homepage 14 Treffer an Pfosten oder Latte, in den Nachrichtenagenturen kursieren die Zahlen 12 und 13. Wie auch immer: Es hätte glücklicher laufen können für Nürnberg. Immerhin lebt die Hoffnung noch, wie Per Nilsson verlauten lässt: "Irgendwann muss sich das Blatt ja mal zu unseren Gunsten wenden".

(ska)

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Elf des Spieltags:Philipp Bargfrede

1899 Hoffenheim v Werder Bremen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Philipp Bargfrede: Zahlenfreunde, aufgepasst! Als begabter Torschütze ist Bremens Philipp Bargfrede bislang mitnichten in Erscheinung getreten, allein deshalb hatte sein später Ausgleichstreffer gegen Hoffenheim Seltenheitswert. Mehr noch: Das 4:4 wurde vom Spieler mit der Rückennnummer 44 erzielt - eben Bargfrede. "Etwas Schöneres hätte ich mir nicht vorstellen können", sagte der Torschütze erfreut, "nach dem Tor hatte ich noch mal Luft für ungefähr drei Spiele." Es war übrigens nicht nur das 4:4 von der Nummer 44, sondern auch Bargfredes 88. Bundesligaspiel - wer glaubt da noch an Zufall?

(ebc)

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Elf des Spieltags:Markus Gisdol

1899 Hoffenheim - Werder Bremen

Quelle: dpa

Markus Gisdol: Zuletzt hatte Bruno Labbadia mit der "Trainer-sind-nicht-die-Mülleimer-von-allen"-Ansprache seinen Blutdruck in bedenkliche Höhen getrieben. Am Samstag unterhielt nun Hoffenheims Trainer Markus Gisdol das Fußballvolk mit der nächsten Wutrede. Was ihn empörte? Nach 2:0 gegen Bremen stand es plötzlich 2:2, nach dem 4:2 auf einmal 4:4. "Langsam wird das alles echt nervig. Wir spielen 43 Minuten fantastisch, dann bekommen wir aus dem Nichts zwei Tore", sagte Gisdol. Das war noch die anständigsten Worte, die er an diesem Wochenende wählte. "Das geht mir total auf den Sack. Das ist jede Woche dasselbe. Ich glaube nicht mehr daran, dass wir in diesem Kalenderjahr nochmal ein normales Spiel abliefern werden", führte er fort und lieferte noch weitere harsche Worte: "Wir haben die Scheiße an den Beinen", "wenn wir irgendwann mal sieben Tore schießen, bekommen wir sicher auch sieben." Über letzteres würde sich das geneigte Fußball-Volk wohl kaum beschweren.

(ska)

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Elf des Spieltags:Rudi Völler

Rudi Völler

Quelle: dpa

Rudi Völler: Zugegeben: Rudi Völler hatte in Sachen Wutrede noch vor dem Spieltag vorgelegt. Der Sportdirektor von Bayer Leverkusen war erbost über die harsche Medienkritik nach dem 0:5 in der Champions League gegen Manchester United. Anders als Gisdol wählte Völler aber recht besinnliche Worte: "Die Mannschaft hat es nicht verdient, so behandelt zu werden. Dazu hat sie in den vergangenen Monaten zu viel richtig gemacht". Das Image des Vereins sei "viel besser, als es nach der Niederlage beschrieben wurde", sagte Völler und wurde dann anschaulich: "Der Stachel sitzt noch immer tief und wird erst herausgezogen, wenn die Mannschaft gegen Nürnberg gut spielt. Aber ich bin sicher, alle Spieler werden sich auskotzen." Die Mannschaft spielte gut und beschenkte sich selbst mit einem 3:0, das Völler aber wegen einer Nierenkolik vom Krankenhaus aus verfolgen musste. Genesungswünsche überbrachte Gonzalo Castro: "Ich hoffe, dass wir Rudis Schmerzen mit dem Sieg etwas lindern konnten."

(ska)

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Elf des Spieltags:Raffael

Borussia Mönchengladbach - SC Freiburg

Quelle: dpa

Raffael: Es gibt Fußballspiele, die vor sich hinplätschern wie ein kleiner Springbrunnen im Wartezimmer des Hausarztes: unspektakulär und beruhigend. So verlief auch die Partie am Sonntagabend zwischen Borussia Mönchengladbach und dem SC Freiburg. Beide Teams standen hinten sicher und ließen wenig zu - und als eine Stunde gespielt war, deutete vieles auf ein torloses Unentschieden hin. Nur ein kleiner Brasilianer in Diensten der Borussia wollte sich mit dem monotonen Wasserplätschern nicht abfinden. Also flitzte Raffael in der 63. Minute nach vorne in den gegnerischen Strafraum, stand am Ende einer Gladbacher Ballstafette goldrichtig und erzielte das Tor des Tages. Es war sein siebter Treffer im 14. Spiel, zudem sorgte er für einen neuen Vereinsrekord von sieben Heimsiegen hintereinander vom Saisonstart an.

(fued)

© Süddeutsche.de/ska/fued/sonn/ebc/jkn
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