Elf des Spieltags der Bundesliga:Ein Zwirbler wie Giovane Elber

Thomas Müller schießt ein Trick-Tor wie eines seiner großen Vorbilder, René Adler ärgert sich über das Torwartduell mit Manuel Neuer, Mario Götze muss getröstet werden - Simon Rolfes und Sven Schipplock nutzen ihre wenigen Sekunden auf dem Platz sehr unterschiedlich.

des Bundesliga-Spieltags

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Elf des Spieltags der Bundesliga:Raphael Holzhauser

Borussia Dortmund's Kehl and Stuttgart's Holzhauser head a ball during the German first division Bundesliga soccer match in Dortmund

Quelle: REUTERS

Thomas Müller schießt ein Trick-Tor wie eines seiner großen Vorbilder, René Adler ärgert sich über das Torwartduell mit Manuel Neuer, Mario Götze muss getröstet werden - Simon Rolfes und Sven Schipplock nutzen ihre wenigen Sekunden auf dem Platz sehr unterschiedlich.

Die Elf des Spieltags.

Raphael Holzhauser: Der Österreicher ist ein auffälliger junger Mann: 1,93 Meter groß, mit blondiertem, modisch frisiertem Haar, tätowiertem Arm und einem Teint, der den Verdacht nahelegt, dass er sich hin und wieder gerne unter eine Sonnenbank legt. Im Spiel gegen Borussia Dortmund hat der 19-jährige VfB-Profi wahrscheinlich weniger seinen Marktwert gesteigert, ist aber wohl ein gutes Stück bekannter geworden. Als derjenige, der BVB-Spielführer Sebastian Kehl mit einem heftigen Ellbogen-Check ins Krankenhaus geschickt hat, wo die Ärzte im Gesicht des 32-Jährigen ein angebrochenes Nasenbein fanden. Dass Holzhäuser noch auf dem Platz das schlechte Gewissen anzusehen war, verdankte er Schiedsrichter Felix Zwayer, der ihm nur die gelbe Karte zeigte. Anständig vom Stuttgarter: Er wünschte dem Dortmunder per Fernsehinterview nach dem Spiel sofort gute Besserung.

(mane)

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Elf des Spieltags der Bundesliga:Mario Götze

Borussia Dortmund - VfB Stuttgart.

Quelle: dapd

Mario Götze: Dortmunds feiner Techniker war bei der Fernsehübertragung seiner Mannschaft gegen den VfB Stuttgart immer wieder in Großaufnahme zu sehen. Das lag ganz einfach daran, dass er der auffälligste Spieler auf dem Platz war. Das Bild zeigte jedoch stets das gleiche: einen leeren, unzufriedenen Blick, der verriet, dass Götze haderte. Einmal dribbelte er mit einer wunderbaren Körpertäuschung in den Strafraum, passte aber nicht zum freistehenden Kollegen Reus, sondern drosch den Ball in die Stuttgarter Verteidigung. Kurz vor der Halbzeit brachte er sich selbst um eine gute Chance, weil er ohne Fremdeinwirkung ausrutschte. Und einmal vertändelte er den Ball, obwohl Kollege Lewandowski in zentraler Position vollkommen ungedeckt auf sein Zuspiel wartete. Natürlich war Götze noch an wesentlich mehr Aktionen beteiligt. Hätte der BVB mit seiner Hilfe auch nur ein Tor geschossen, hätten ihn viele für eine überragende Leistung gelobt. Doch so musste ihn Trainer Jürgen Klopp trösten.

(mane)

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Elf des Spieltags der Bundesliga:Simon Rolfes

Bayer Leverkusen - Fortuna Düsseldorf

Quelle: dpa

Simon Rolfes: "Unglaublich, ärgerlich, völlig unnötig", so kommentierte Bayer-04-Profi Simon Rolfes seine rote Karte im Spiel gegen Lokalrivale Fortuna Düsseldorf. Und er hatte recht damit: Unglaublich, weil er erst 75 Sekunden vorher eingewechselt worden war. "Ich habe mich so intensiv warm gemacht, dass ich trotzdem duschen gehe", sagte er. Ärgerlich war der Platzverweis auch, weil Rolfes' Kollegen zu zehnt gegen beherzt kämpfende Düsseldorfer bestehen mussten. Unnötig, weil Schiedsrichter Felix Brychs Entscheidung etwas überhart daherkam - und auch unnötig, weil sich Rolfes den Ball gar nicht hätte so weit vorlegen dürfen. Immerhin: In der Bundesliga war es der zweitschnellste Platzverweis überhaupt. Den Rekord hält immer noch Marcel Titsch-Rivero von Eintracht Frankfurt (43 Sekunden).

(mane)

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Elf des Spieltags der Bundesliga:Sven Schipplock

Hoffenheim's Schipplock scores a goal past Schalke 04's goalkeeper Lars Unnerstall during their German first division Bundesliga soccer match in Sinsheim

Quelle: REUTERS

Sven Schipplock: Wie Simon Rolfes stand Sven Schipplock erste wenige Sekunden auf dem Platz, als er im Spiel seiner Hoffenheimer zum ersten und letzten Mal auffiel. In diesem Fall jedoch ausdrücklich zur Freude seiner Mitspieler, der Fans im Stadion von Sinsheim und auch aller Freunde des FC Bayern: Wenige Sekunden nach seiner Einwechslung schoss Schipplock in der Nachspielzeit das 3:2 gegen Schalke, den ersten Bayern-Jäger. Für Schipplock ein großer Moment: "Das waren Emotionen pur."

(mane)

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Elf des Spieltags der Bundesliga:Thorsten Fink

Hamburger SV - Bayern München

Quelle: dpa

Thorsten Fink: Na gut, dann hatte er sich eben verzockt. Thorsten Fink wäre sicher in einer schwierigeren Lage gelandet, hätte der HSV das Spiel gegen Bayern München nur knapp verloren. 0:1 oder 1:2 - Fink hätte sich rechtfertigen müssen, weshalb er seinen zuletzt besten Stürmer Artjoms Rudnevs in der ersten Halbzeit auf der Bank ließ. Und weshalb er stattdessen ein kurioses 4-6-0-System spielen ließ, mit Rafael van der Vaart als offensivstem Part. Doch auf solche Kleinigkeiten kam es am Samstagabend nicht an. Die Bayern spielten derart souverän, dass niemand ernsthaft behauptete, Fink hätte dem Spiel mit einer anderen Aufstellung eine Wendung geben können. "Wir werden sicher nicht ständig die Taktik ändern, aber wir müssen in gewissen Situationen flexibel bleiben", sagte Fink später. Wie gut, dass für den HSV bald wieder Teams kommen, die eher auf Augenhöhe agieren.

(ebc)

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Elf des Spieltags der Bundesliga:Thomas Müller

Hamburger SV v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Thomas Müller: Thomas Müller wusste nicht, was er mit dem Ball in der 49. Minute anfangen sollte. Also schoss er ihn einfach ins Tor. Zuvor hatte sich der Bayern-Angreifer in eine ungünstige Lage manövriert: Er stand mit dem Rücken zum Tor, fast auf der Grundlinie, musste den Ball auch noch in der Luft annehmen. Als alle mit einer Flanke rechneten, schoss Müller den Ball mit ordentlich Effet ins Netz. Beim HSV erstarrten sie augenblicklich. "Einen Geniestreich", hatte Trainer Thorsten Fink gesehen, Keeper René Adler klagte: "Es gibt nicht viele in der Bundesliga, die den so machen." Müller selbst kramte lieber in der Andenkenkiste. "Ich habe früher Bayern München geguckt, wie der Giovane Elber gegen Hansa Rostock noch ein schwierigeres Tor gemacht hat", erzählte Müller. Er meinte Elbers Kunstschuss aus dem Jahr 1999: "Ich kann es leider nur mit rechts, Giovane mit links - aber es zählt auch nur als ein Tor." (Elbers Tor im Video)

(ebc)

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Elf des Spieltags der Bundesliga:René Adler

Hamburger SV v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

René Adler: Der Torwart des Hamburger SV hatte es ja kommen sehen. Eine Woche lang hatten die Boulevardmedien spekuliert, ob es am Samstag zu einem großen Duell komme: Bayern-Keeper Manuel Neuer gegen HSV-Torwart Adler. War es gar das Duell um die künftige Nummer eins in der DFB-Elf? Adler hatte sich an den Spekulationen kaum beteiligt. Seit Wochen hält er beim HSV bravourös und hat seinem Klub bereits viele Punkte gerettet. Doch er wusste genau: Da kam ja nicht nur Manuel Neuer, sondern auch noch die zehn Bayern-Spieler vor Neuer, die den zehn Spielern vor Adler im Normalfall weit überlegen sind. So geschah es dann auch: "Wenn du Klasseleute wie Müller oder Ribéry spielen lässt, dann sieht jede Mannschaft in der Bundesliga oder viele Mannschaften aus wie eine Schülermannschaft", sagte Adler nach dem 0:3. Auf das vermeintliche Torhüterduell angesprochen, blaffte er genervt: "Das habe ich heute grandios verloren."

(ebc)

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Elf des Spieltags der Bundesliga:Torhüter-Nachwuchs

Borussia Dortmund - VfB Stuttgart.

Quelle: dapd

Torhüter-Nachwuchs: Vor dem Spieltag standen die Torhüter Manuel Neuer und René Adler im Mittelpunkt. Das Spiel des FC Bayern beim Hamburger SV wurde ja teils zum Kampf um die Nummer eins in der deutschen Nationalmannschaft hochgekocht. In den Vordergrund drängten sich jedoch die Keeper Sven Ulreich (VfB Stuttgart, im Bild) und Fabien Giefer (Fortuna Düsseldorf). Beide lenkten Gewaltschüsse des Gegners mit blitzartigen Reflexen an die Latte. Schön anzusehen und äußerst effektiv. Andere können's eben auch.

(mane)

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Elf des Spieltags der Bundesliga:Unerwünschte Jubiläen

Eintracht Frankfurt - SpVgg Greuther Fuerth

Quelle: dapd

Unerwünschte Jubiläen: Runde Jubiläen in der Bundesliga sind für die Betroffenen oft etwas Erfreuliches. Zum Beispiel 100 Bundesliga-Spiele oder 100 Bundesliga-Tore. Die Trainer Armin Veh und Jürgen Klopp dürften sich über ihr Jubiläum jedoch nicht gefreut haben. Klopp holte mit dem BVB seinen 400. Punkt als Bundesliga-Trainer, Veh seinen 300. Lieber wären ihnen sicherlich Siege statt Unentschieden gewesen - und damit 402 beziehungsweise 302 Punkte. Bunte Glückwunschkarten sind daher höchstens aus München zu erwarten.

(mane)

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Elf des Spieltags der Bundesliga:Vermasselte Jubiläen

VfL Borussia Moenchengladbach v SC Freiburg - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Vermasselte Jubiläen: Einen Tag vor dem Spiel seiner Mannschaft gegen den SC Freiburg war Gladbachs Trainer Lucien Favre 55 Jahre alt geworden. Sein Team beschenkte ihn jedoch nicht, und Favre ärgerte sich so sehr über die Entscheidungen des Schiedsrichters Wolfgang Stark, dass ihn dieser auf die Tribüne schickte. Hinterher gab der Coach sich kleinlaut: "Das kann passieren, das gehört dazu. Vielleicht waren es ein oder zwei Fehler von mir", sagte er. Borussia-Vorstandsmitglied Hans Meyer feierte am Tag des Spiels sogar seinen 70. Geburtstag. Auf ein erhofftes, spektakuläres Statement verzichtete er jedoch. Konnte er auch, er blickt bereits auf eine stolze Sammlung an Sprüchen als Trainer zurück.

(mane)

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Elf des Spieltags der Bundesliga:Timo Gebhart

1. FC Nuernberg v VfL Wolfsburg - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Timo Gebhhart: Der 1. FC Nürnberg hatte bis zum 1:0 gegen den VfL Wolfsburg in der Bundesliga seit sieben Monaten kein Heimspiel mehr gewonnen, war davor sechsmal in Serie nicht als Sieger vom Platz gegangen und hatte etwa 450 Spielminuten kein Tor mehr erzielt. Freunde der Statistik hätten bestimmt noch mehr Negativserien parat gehabt. Wie viele, war Club-Trainer Dieter Hecking vollkommen egal. "Ich bin einfach froh, dass diese Serien weg sind", sagte er. Das Wegmachen erledigte Timo Gebhart, mit einem einzigen Tor. Es war das erste für seinen neuen Verein. Noch eine Serie weniger.

(mane)

© Süddeutsche.de/mane/ebc
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