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Elf des Spieltags:Bayern-Besieger im Grinsemodus

Augsburgs Trainer Markus Weinzierl genießt den historischen Erfolg seiner Mannschaft mit prächtiger Laune. Beim FC Bayern wächst der nächste David Alaba heran und Rudi Völler poltert wieder einmal in gewohnter Manier los. Die Elf des 29. Bundesliga-Spieltags.

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Elf des Spieltags:Sami Hyypiä

Leverkusen entlässt Trainer Sami Hyypiä

Quelle: dpa

Augsburgs Trainer Markus Weinzierl genießt den historischen Erfolg seiner Mannschaft mit prächtiger Laune. Beim FC Bayern wächst der nächste David Alaba heran und Rudi Völler poltert wieder einmal in gewohnter Manier los. Die Elf des 29. Bundesliga-Spieltags.

Sami Hyypiä: Vielleicht hat Sami Hyypiä einen kurzen Moment lang an sein Hochzeitslied gedacht, "You'll never walk alone", vorgetragen von Campino. Der Finne wurde als Trainer von Bayer Leverkusen entlassen, nach der 1:2-Niederlage beim HSV entschied sich die Klubführung zur Trennung von dem 40-Jährigen. In den vergangenen zwölf Pflichtspielen hatte Hyypiä nur einen Sieg holen können. In Vergessenheit geraten wird er dennoch nicht - aus diesen Gründen: Erstens sein wundersamer Aufstieg vom Praktikanten zum Teamchef im Jahr 2012. Zweitens sein Champions-League-Sieg als Spieler im Jahr 2005 mit dem FC Liverpool - nachdem das Team zur Halbzeit 0:3 gegen den AC Mailand hinten gelegen hatte. Drittens sein Stolperfallenname, der in der Liste gleich nach Henrikh Mkhitaryan kommt. Und in seiner finnischen Heimat ist für den x-fachen Fußballer des Jahres ohnehin klar: You'll never walk alone.

(ska)

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Elf des Spieltags:Rudi Völler

Bayer 04 Leverkusen v SL Benfica - UEFA Europa League Round of 32

Quelle: Bongarts/Getty Images

Rudi Völler: Rudi Völler ist gemeinhein als Verfechter von Fairness und Werten bekannt, aber diesmal kam wieder der Polter-Völler zum Vorschein. Bayer hatte 1:2 in Hamburg verloren, Völler musste Sami Hyypiä entlassen - da brauchte es ein Ventil. Fündig wurde Völler beim Schiedsrichter. Bastian Dankert bekam den vollen Völler-Frust ab. "Es gab nur einen Grund, wieso wir am Freitag verloren haben: Der 13. Mann des HSV war Herr Dankert", sagte der Weltmeister von 1990 im Sport1-Doppelpass. Zynisch fügte Völler hinzu: "Wenn der HSV den Antrag stellt, dass Herr Dankert noch eines der letzten Spiele pfeift, werden sie definitiv nicht absteigen." Dankert hatte Bayer in mehreren strittigen Szenen einen Elfmeter verweigert - für Völler Grund genug für eine ausgiebige Sonntagsschelte.

(jbe)

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Elf des Spieltags:Frieden in Niedersachsen

Eintracht Braunschweig v Hannover 96 - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Frieden in Niedersachsen: Die Befürchtungen waren beträchtlich, denn ein Duell zwischen Braunschweig und Hannoverist im Fußball keine kuschelige Angelegenheit. Sicherheitsexperten hatten vor Wurfgeschossen, Fan-Randale und vor Überfällen auf Busse gewarnt. Doch der Plan der Braunschweiger Polizei ging auf, gröbere Zwischenfälle blieben aus. Ein paar Böller flogen dann doch noch - allerdings in Hannover. Der Zorn der 96-Fans entlud sich vor dem eigenen Stadion, sie forderten den Rücktritt von Klubchef Martin Kind und Manager Dirk Dufner. Erst durch konsequentes Einschreiten konnte die Polizei die aufgeregte Versammlung beenden. Es gibt Frieden in Niedersachsen, bei 96 aber nicht.

(jbe)

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Elf des Spieltags:Armin Veh

Eintracht Frankfurt v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Armin Veh: Frankfurts Coach hatte nach dem Sieg seiner Elf gegen Mainz von der historischen Bayern-Pleite in Augsburg erfahren - da fragte er sich natürlich, wie es zu diesem Erdrutsch kommen konnte. Drei Jugendspieler in der Startelf der Münchner, kein Robben oder Ribéry, das ärgerte Armin Veh - auch wenn er weit weg war. "Natürlich kann man gegen Augsburg verlieren. Aber wenn ich mir die Aufstellung ansehe, muss ich sagen, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied", sagte der Eintracht-Trainer. "Wenn man das gegen Mannschaften macht, die um die Europa-League-Plätze oder gegen den Abstieg spielen, und du schenkst nur ab, finde ich das nicht gut." Abschenken! Da war wieder dieses Wort, das zuletzt ausgerechnet Veh selbst ins Spiel brachte. Beim 0:5 gegen die Bayern hatte er im Februar einige Profis wegen drohender Gelbsperre geschont. Dass Veh nun grummelt, wenn Kollege Guardiola ähnlich agiert, ist zumindest etwas verwunderlich.

(jbe)

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Elf des Spieltags:Max Kruse

1. FC Nuernberg v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Max Kruse: Gladbachs Stürmer trug in Nürnberg seinen ganz persönlichen Wettbewerb gegen Torwart Raphael Schäfer aus. Gleich mehrfach probierte es Max Kruse aus dem Spiel, doch seine Schüsse prallten entweder am starken FCN-Keeper oder am Pfosten ab. Kruse gegen Schäfer, dieses Duell erhielt dann noch eine besondere Note: Als der Borusse im Sechzehner Club-Abräumer Mike Frantz begegnete, flog er im hohen Bogen auf den Boden und holte so einen Elfmeter heraus. Ein Strafstoß, der nach Betrachtung der Videobilder nicht unbedingt gerechtfertigt war. Kruse pfiff drauf, er trat an und traf zum 2:0. Schäfer regte sich gehörig auf, im Kabinengang fuhr er den sichtlich verdutzten Kruse an: "Du bist Nationalspieler! Das hat mit Profifußball doch nichts zu tun!" Der Gladbacher musste kurz schlucken, dann erklärte er, noch nie eine Schwalbe gemacht zu haben. So unterschiedlich können Ansichtsweisen manchmal sein.

(jbe)

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Elf des Spieltags:René Adler

Hamburger SV - Bayer Leverkusen

Quelle: dpa

René Adler: Schon häufig ist die undankbarer Rolle des Torhüters im Allgemeinen und beim Fußball im Besonderen thematisiert worden. Wohl selten hat sich diese undankbare Rolle jedoch zu einer Dramatik verdichtet wie bei Hamburgs Keeper René Adler im Spiel gegen Bayer Leverkusen. Bisweilen hatte es den Eindruck, als ob der 29-Jährige nicht zwei Arme hat, sondern drei, vier oder gar sechs. Irgendwie brachte er seine oberen Extremitäten immer an den Ball und die Leverkusener Angreifer zur Verzweiflung. Er schien unüberwindbar - bis, ja bis er ein Schüsschen von Julian Brandt durch seine Hände gleiten ließ, ein Ball, den jeder E-Jugend-Torhüter gefangen hätte. 1:1 lautete das Ergebnis daraufhin - viel zu wenig im Hamburger Existenzkampf. Viele wären an solch einem Patzer zerbrochen, sie hätten womöglich noch mehr folgenschwere Fehler gemacht. Adler schüttelte sich einmal - und hielt, als wäre nichts passiert. Der Lohn: der späte Siegtreffer des HSV durch Heiko Westermann.

(schma)

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Elf des Spieltags:Sascha Mölders

Augsburg's Moelders celebrates after he scored against Bayern Munich during their Bundesliga soccer match in Augsburg

Quelle: Michael Dalder/Reuters

Sascha Mölders: Er war lange verletzt, hatte kaum gespielt und in dieser Saison erst ein einziges Mal getroffen. Im Oktober. Doch gegen den übermächtigen FC Bayern schoss Augsburgs Stürmer Sascha Mölders abgeklärt das entscheidende Tor. "Das ist natürlich wunderbar", sagte sein Trainer nach dem Spiel. "Solche Geschichten schreibt nur der Fußball." Und Sascha Mölders? Der stand in Badelatschen vor den Journalisten, redete und redete, seine kleine Tochter zupfte an seinem Ärmel. Sie trug ein Augsburg-Trikot, auf der Rückseite stand: "Papa". Wie die Mannschaft den Sieg nun feiern werde, wollte jemand wissen. "Ich fahre jetzt nach Hause und schaue Deutschland sucht den Superstar", sagte Mölders - und dann ging er. Die Tochter hüpfte vor Freude.

(sonn)

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Elf des Spieltags:Markus Weinzierl

Augsburg's coach Markus Weinzierl gestures during their German first division Bundesliga soccer match against Bayern Munich in Augsburg

Quelle: Michael Dalder/Reuters

Markus Weinzierl: Das Grinsen wich einfach nicht aus seinem Gesicht. Der kleine FC Augsburg hatte eben den FC Bayern zu Fall gebracht und natürlich trug Markus Weinzierl einen entscheidenden Anteil daran. Der Trainer hatte seine Elf, die als die Überraschung der Saison gilt, einmal mehr perfekt eingestellt. Die Augsburger spielten mutig, frech, selbstbewusst und abgeklärt. Auch als die Bayern in der zweiten Hälfte aufdrehten, fand die Mannschaft stets das richtige Gegenmittel. Seit längerem wird spekuliert, dass der erfolgreiche Weinzierl womöglich bald von einem größeren Klub abgeworben wird. Gerade ist in Leverkusen ein Trainerposten frei geworden. "Ich habe keine Gespräche mit Bayer geführt", versicherte Weinzierl. Dann musste er wieder grinsen.

(sonn)

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Elf des Spieltags:Dominik Kohr

l r im Zweikampf Aktion mit Dominik Kohr 21 FC Augsburg und Toni Kroos 39 FC Bayern Muenchen

Quelle: imago sportfotodienst

Dominik Kohr: Wie hartnäckig Fußballer sein können, bewies Dominik Kohr (mi.) nach dem Erfolg gegen den FC Bayern. Thomas Müller hatte ihm versprochen, nach dem Spiel mit ihm Trikot zu tauschen. Doch Müller war nun einfach im Bauch des Stadions entschwunden. Statt noch ein wenig mit seiner Mannschaft den Sieg zu feiern, machte sich Kohr auf die Suche nach dem Bayernspieler und spürte ihn auf, als er gerade einem TV-Sender ein Interview gab. Kohr wartete und wartete. Als Müller gerade dabei war, erneut zu entwischen, stupste der 20-Jährige ihn am Ärmerl an. Müller schaute auf, verschwand kurz in der Kabine - und kam mit dem Trikot zurück. Kohrs zweiter Sieg an diesem Nachmittag.

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Elf des Spieltags:Ivica Olic

Borussia Dortmund v VfL Wolfsburg - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Ivica Olic: Für die unfreiwillige Komik konnte Ivica Olic wirklich nichts. Es ging alles viel zu schnell, nach ein paar Hundertstel Sekunden war alles schon vorbei, als dass jemand dem Kroaten im Dress des VfL Wolfsburg irgendeinen Vorwurf hätte machen können. Es war Pech, Schicksal oder einfach nur ein dummer Zufall, dass der Ball zweimal an die Latte krachte, kurz nacheinander. Beim ersten Mal zielte er zu hoch, beim zweiten Mal wurde Olic auf dem Boden liegend einfach angeschossen. Es wäre sein zweites Tor an diesem Nachmittag bei Borussia Dortmund gewesen. 2:0 hätten die Wolfsburger geführt. Doch sein Führungstor interessierte anschließend niemanden mehr, nicht nach dieser blöden 1:2-Niederlage. Nur sein doppelter Lattentreffer - er wird in keinem Jahresrückblick fehlen. Er war einfach zu kurios. So etwas hatte die Bundesliga in fast 51 Jahren bisher noch nicht gesehen.

(schma)

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Elf des Spieltags:Ylli Sallahi

FC Augsburg - FC Bayern München

Quelle: dpa

Ylli Sallahi: Als der Österreicher Ylli Sallahi (li.) mit 16 Jahren seinen Heimatverein SV Kapfenberg verließ, um es beim großen FC Bayern zu versuchen, waren viele skeptisch. Nun ist Sallahi an diesem Sonntag 20 Jahre alt geworden und hat eben seine ersten 50 Minuten Bundesliga hinter sich gebracht. Natürlich lief beim Spiel gegen Augsburg noch nicht alles pefekt für den linken Außenverteidiger, er verlor zu viele Zweikämpfe, mancher Pass erreichte den Gegner. Doch in der Steiermark wird wohl niemand mehr daran zweifeln, dass es die richtige Entscheidung war, nach München zu ziehen. Österreicher in München - das passt seit einem gewissen David Alaba eh.

(sonn)

© SZ.de/bavo
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