Elf des Bundesliga-Spieltags:Mindestens so feinfüßig wie Lewandowski

Mario Gomez zeigt es mit einer edlen Einzelleistung gegen Leverkusen allen Kritikern, Schalkes Julian Draxler wird mit einer kuriosen Aktion zum Billardspieler und Freiburgs Trainer Christian Streich wird zum Prediger der Fußball-Bundesliga.

Die Elf des Spieltags

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Julian Draxler

1. FC Nürnberg - FC Schalke 04

Quelle: dpa

Bayerns Mario Gomez widerlegt mit einer feinen Einzelleistung gegen Leverkusen alle Kritiker an seiner Spielweise, Schalkes Julian Draxler wird mit einer kuriosen Aktion in Nürnberg zum Billardspieler und Dortmunds Nuri Sahin darf sich nach zwei Treffern gegen Freiburg endlich über Liebkosungen des schwarzgelben BVB-Maskottchens freuen.

Die Elf des Spieltags. 

Julian Draxler: Da lag Schalkes großes Talent und sah ziemlich bedröppelt aus. Julian Draxler verfügt zweifelsohne über zwei der begabtesten Füße auf deutschen Fußballplätzen, doch auch er ist eben vor solchen Slapstick-Nummern nicht sicher. Die Sache ging so: Schalke konterte in Nürnberg, Jefferson Farfan flitzte über rechts allen davon und zwang FCN-Keeper Raphael Schäfer zu einer Parade, bei der er den Ball nur noch zur Seite ablenken konnte. Von dort kam Draxler herangesaust, der die Kugel wuchtig an den Pfosten grätschte. Und weil die Szene so noch nicht kurios genug aussah, sprang der Ball von der Stange erneut an Draxlers Bein und von dort wenige Zentimeter neben den Kasten. Billard der absurdesten Art war das - und für den Schalker Mittelfeldmann ein ziemliches Ärgernis. 

(jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Christian Streich

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Quelle: AFP

Christian Streich: Kein Wochenende ohne prägende Aussage des Freiburger Trainers. Mal geht es um "Trösten und Freuen", mal um taktische Kniffe, dann wieder um die Schiedsrichter, die es "wahnsinnig schwer haben". An diesem Spieltag ging es um seine Akteure: "Unsere Spieler werden angeboten wie auf dem Viehmarkt. Ihre Ausstiegsklauseln kann man in den Zeitungen lesen - das ist furchtbar. Aber das sind die Mechanismen in diesem Geschäft." Das wirklich prägende Statement Streichs kam dann aber am Schluss: "Wenn wir noch ein paarmal fünf Dinger kriegen, dann wird sich die Lage auch wieder beruhigen, und wir können wieder normal arbeiten." Könnte eine gute Taktik sein. 

(jüsc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Armin Veh

Eintracht Frankfurt v VfB Stuttgart - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Armin Veh: Frankfurts Trainer ist in diesen Tagen ein gefragter Mann. Trotz der Niederlage gegen Stuttgart leistet der Coach bei der Eintracht erfolgreiche Arbeit, weshalb sie in am Main sicher gerne länger engagieren wollen. Doch Veh ist eben keiner für langfristige Planungen - er gefällt sich als begehrter Jahresarbeiter und schließt meist nur kurzfristige Verträge ab. So will der 52-Jährige erst in der Länderspielpause entscheiden, ob er nun seinem Verein treu bleibt. Noch hat Veh also keine neuen Arbeitspapiere unterschrieben - weder bei Frankfurt noch bei Schalke 04. "Wenn ich das gemacht hätte, hätte ich das schon gesagt", sagte Veh nach dem 1:2 gegen den VfB: "Ich habe mich noch nicht entschieden. Wir müssen noch ein paar Tage warten." Dabei scheint so manches Boulevardblatt längst mehr zu wissen ...

(jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Jan-Ingwer Callsen-Bracker

Hamburger SV - FC Augsburg

Quelle: dpa

Jan-Ingwer Callsen-Bracker: Wer in der Bundesliga beim Torjubel sein Hemd auszieht, der wird vom Schiedsrichter verwarnt, so steht es in den Regeln - wohl deshalb wartete Jan-Ingwer Callsen-Bracker mit dem Striptease bis nach der Partie. Allerdings riss Augsburgs Siegtorschütze in Hamburg dann nicht nur sein Leibchen vom Körper, sondern auch die Hose - so stand er einigermaßen blank vor der Tribüne. "Die Klamotten waren bei den Fans heute sehr beliebt. Das Trikot war schon weg, da musste die Hose her", sagte Callsen-Bracker bei den Interviews danach, die er natürlich in Unterwäsche gab. 

(jüsc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Aaron Hunt

SV Werder Bremen v SpVgg Greuther Fuerth - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Aaron Hunt: Solche Nerven muss man erstmal haben - Aaron Hunt traf gegen Fürth zweimal per Elfmeter, doch wessen Herz für Werder Bremen schlägt, der musste an diesem Wochenende einiges durchmachen. Hunts erster Versuch war schon eine dreiste Nummer, als der den Ball im Schneckentempo über die Linie kullern ließ. Und dann folgte der zweite Elfer: Diesmal schoss Bremens Standardexperte einfach unplatziert aufs Tor und hatte Glück, dass die Kugel Fürths Keeper Max Grün gerade noch so durch die Hände flutschte. Souverän sah vor allem der zweite Schuss nicht aus, aber am Ende wird danach eh keiner mehr fragen. "Ich hatte vor beiden Elfern kein Muffensausen", berichtete Hunt: "Ich bin ja nicht zum ersten Mal angetreten." Interessant wird es, wenn er wieder einmal antritt. Prognose: Mit Schmackes in Kreuzeck!

(jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Artjoms Rudnevs

Hamburger SV v FC Augsburg - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Artjoms Rudnevs: Vor wenigen Tagen musste "Rudi" dem Boulevard sein Tor-Geheimnis verraten. Es ist: der Glaube. "Rudnevs trägt eine goldene Kreuz-Kette als Glücksbringer", wusste die Bild-Zeitung. Der Lette aus Hamburg war ein Held, weil er mit seiner Offenheit die hanseatischen Herzen erobert. Dann vergab er gegen Augsburg Chancen, die selbst der neue Papst genutzt hätte. Der HSV verlor 0:1 und Rudnevs konnte wenig später in großen Lettern lesen, dass er erneut kläglich gescheitert sei. Die Hamburger Presse - das ist kein Geheimnis - hat ziemlich schnell den Glauben verloren.

(fred)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Maximilian Beister

Hamburger SV v FC Augsburg - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Maximilian Beister: Jede Sünde braucht ihren Bock, jede Pleite ihr Gesicht. Maximilian Beister ist das bei der HSV-Enttäuschung gegen Augsburg. Er bekam die rote Karte elf Minuten nach der Einwechslung. Normalerweise gehen Vereine gegen eine Konzentration der Häme auf einzelne Spieler vor. Nicht so der Hamburger SV. Trainer Thorsten Fink wurde deutlich. Schon die Einwechslung war demnach nicht wirklich gewollt: "Mir blieb leider nichts anderes übrig, weil Marcus Berg verletzt ist und ich mehr für die Offensive tun musste. Das war schade, denn er hätte auch mal einen Denkzettel gebrauchen können. Er hat sich jetzt selber weit nach hinten manövriert." In naher Zukunft wird man wohl deutlich weniger Beister sehen. Weder als Bock noch als Gesicht.

(fred)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Leonardo Bittencourt

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Quelle: AFP

Leonardo Bittencourt: Über Dortmunds jüngstes Talent muss man vor allem eines wissen - geboren wurde Offensivflitzer Leonardo Bittencourt am 19.12.1993. 1993!!! In diesem heiligen Jahr der BVB-Historie stand die Borussia gegen Juventus Turin im Finale des Uefa-Cups. Ein gewisser Andy Möller traf damals unter anderem für die Italiener. Heute, knapp 20 Jahre später, traf also Bittencourt zum ersten Mal in der Bundesliga. Beim 5:1 gegen Freiburg grätschte der 19-Jährige den Ball in der 78. Minute über die Linie - und kam trotz einer Kollision mit dem linken Torpfosten aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus. "Es ist so viel Adrenalin in mir. Dass ich mit dem Pfosten zusammengeprallt bin, habe ich gar nicht gemerkt," sagte der Mittelfeldspieler. 

(jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Nuri Sahin

Borussia Dortmund - SC Freiburg

Quelle: dpa

Nuri Sahin: Man kann nach Hause kommen, aber dennoch nicht ankommen. Das weiß Dortmunds ehemals verlorener Sohn spätestens seit diesem Jahr. Im Januar zog er sich nach eineinhalb Jahren wieder das gelbe Leibchen um - von BVB-Maskottchen Emma wurde er aber nun erst Monate später geherzt. Zwei Tore gegen Freiburg, starkes Spiel: Sahin ist jetzt doch angekommen beim Noch-Meister. Trainer Jürgen Klopp fügte ihn behutsam ins wohltemperierte Borussia-Gefüge ein, nun dreht der Rückkehrer wieder in gewohnter Geschwindigkeit. Vielleicht war auch Sohn Ömer schuld. "Er war das erste Mal im Stadion, und da musste ich einfach Leistung zeigen." Na, dann hätte er die Maskottchen-Zärtlichkeiten ja auch früher haben können!

(fred)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Mario Gomez

Bayern Munich's Gomez scores a goal against Bayer Leverkusen during their German first division Bundesliga soccer match in Leverkusen

Quelle: REUTERS

Mario Gomez: Geradezu edel sah es aus, was Bayerns Stürmer da in Leverkusen bei seinem Treffer zum 0:1 vollbrachte. Mario Gomez durfte ja zuletzt selten zeigen, was er alles kann - da wird er sich über diese technisch anspruchsvolle Aktion umso mehr gefreut haben: Einen Flankenball im Mittelfeld von Xherdan Shaqiri nahm der Nationalspieler geschickt mit, dann düpierte die Bayer-Abwehr mit einem durchsetzungsstarken Sprint und schließlich umkurvte er Sebastian Boenisch mit einem Schlenker. Als der Ball im Tor zappelte, dachte man: Und diesem Mario Gomez trauen sie in München nicht zu, genauso gut zu sein wie Robert Lewandowski? 

(jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Philipp Wollscheid

Bayer Leverkusen - FC Bayern München

Quelle: dpa

Philipp Wollscheid: Matthias Sammer ist bei den Bayern bekanntermaßen als Chef-Mahner tätig, aber diesmal ließ er neben allem Tadel auch etwas anderes verlauten: Die Bayern hätten es wieder einmal "menscheln lassen", erklärte der Münchner Sportvorstand. Ob er damit auch Leverkusens Eigentorschützen Philipp Wollscheid gemeint hatte? Der hatte nämlich beim Tor zum 1:2 in aller Einfachheit vorgeführt, dass Bundesliga-Fußballer eben auch nur aus Fleisch und Blut sind. Einen scharf getretenen Freistoß von Bastian Schweinsteiger bugsierte Bayers Abwehrmann mit der Schulter in den eigenen Kasten. "Der Ball wird drei Meter vor mir abgefälscht, ich versuche noch, irgendeine Bewegung zu machen. Das ist einfach unglücklich," sagte der frühere Nürnberger. 

(jbe)

© SZ.de/jbe/ebc
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