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Elf des Bundesliga-Spieltags:Klopp erklärt Lewandowski die Fußballwelt

Dortmunds Robert Lewandowski gibt auf Geheiß seines Trainers die Verfolgung von Gerd Müller auf, auch Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm müssen weniger arbeiten als üblich. Und die Fans von Werder Bremen setzen im Abstiegskampf ein bemerkenswertes Zeichen.

Die Elf des Bundesliga-Spieltags

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Klaar-Jan Huntelaar

FC Schalke 04 - Hamburger SV

Quelle: dpa

Dortmunds Robert Lewandowski gibt auf Geheiß seines Trainers die Verfolgung von Gerd Müller auf, auch Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm müssen weniger arbeiten als üblich. Und die Fans von Werder Bremen setzen im Abstiegskampf ein bemerkenswertes Zeichen.

Die Elf des Bundesliga-Spieltags.

Klaas-Jan Huntelaar: Er fehlte dem FC Schalke sieben Wochen wegen einer Verletzung. Im wichtigen Duell gegen den Hamburger SV gab er sein Comeback und trug maßgeblich dazu bei, dass die Königsblauen weiter auf die Qualifikation für die Champions League hoffen dürfen. Den 1:1-Ausgleich legte er Bastos auf, für die Treffer zwei bis vier sorgte der Holländer selbst. Zwar wurde er jeweils stark freigespielt und musste sich für seinen Dreierpack nicht gerade aufreiben. Sagte selbst: "Das war mein bestes Spiel in diesem Jahr, und für uns ein wichtiger Schritt." Huntelaar macht Schalke besser.

(mane)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Marcel de Jong

FC Augsburg v VfB Stuttgart - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Marcel de Jong: So ein Auftritt ist kaum zu erträumen. Eingewechselt werden in der 82. Minute, Sekunden später den Ball an der Mittellinie bekommen, nach vorne rennen, rennen und rennen, den Ball aus 20 Metern hoch über den gegnerischen Torwart heben zum entscheidenden 2:0. Der Kanadier Marcel de Jong bewirkte in Augsburg eine Explosion an Jubel und Emotionen, er selbst ließ auf sein wunderbares Tor gegen Stuttgart einen ungewöhnlichen Rückwärts-Salto folgen, draußen sprintete die komplette Bankbesetzung des FCA wie von Sinnen über den Platz. Sein Kollege Sascha Mölders sagte nach dem Sieg: "Jetzt haben wir noch drei Wochen harte Arbeit vor uns. Und wenn wir am 34. Spieltag unser großes Ziel erreicht haben, trinke ich eine Woche durch."

(hum)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Torsten Lieberknecht

FC Ingolstadt v Eintracht Braunschweig- 2. Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Torsten Lieberknecht: In Braunschweig werden sie ihm ein Denkmal setzen. Im Mai 2008 übernahm Lieberknecht in der damaligen Regionalliga Nord den Posten des Cheftrainers. Ganz knapp rettete er den Klub vor dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit, seither ging es stetig bergauf. In dieser Saison führte der ehemalige Eintracht-Spieler sein Team zum Aufstieg in die Bundesliga, es ist der dritte in der Vereinsgeschichte des Meisters von 1967. Die obligatorischen Bierduschen im Ingolstädter Stadion waren nur der Anfang. Es folgten eine Disco-Party in Nürnberg und ein Fest im Eintracht-Stadion mit mehr als 10.000 Fans. Selbst der sonst eher zurückhaltende Lieberknecht mutierte da zum Exzentriker: "Wer jetzt nicht feiert in Braunschweig, der soll ins betreute Wohnen gehen", sagte er. Willkommen zurück in der Bundesliga!

(mane)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Özkan Yildirim

Bayer 04 Leverkusen v SV Werder Bremen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Özkan Yildirim: Jede Woche wird in der Elf des Spieltags ein neues, junges Gesicht präsentiert. Nach Maximilian Arnold und Marc Stendera nun Özkan Yildirim. Der 20-Jährige kam in Leverkusen zum Startelf-Debüt für Werder Bremen. Er vertrat unter anderen Marko Arnautovic und Eljero Elia, die am Freitagmorgen um 3 Uhr auf der Autobahn in ihren Luxuswagen mit überhöhter Geschwindigkeit gestoppt worden waren. Wegen aggressiven Verhaltens einiger Beteiligter hatte die Polizei sogar Verstärkung angefordert - Werder Bremen suspendierte am Samstag die beiden Profis. Deshalb zurück zu Yildirim: Er fiel nicht besonders auf, konnte Werder nicht weiterhelfen.

(hum)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Fans des SV Werder Bremen

Bayer 04 Leverkusen v SV Werder Bremen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Fans des SV Werder Bremen: Anhänger, die zu Auswärtsspielen mitfahren, gehören zumeist einer radikalen Fraktion an. Manche randalieren, manche besetzen Busausfahrten - und manche halten zu ihrem Klub wie sonst keiner. Der Block Bremer Fans in Leverkusen könnte am Samstag die Saison des SV Werder gerettet haben, könnte die Stimmung im taumelnden Verein komplett gedreht haben. Die gesamte zweite Halbzeit und noch bis eine Dreiviertelstunde nach dem 0:1 bei Bayer Leverkusen sangen und feierten die Menschen in Grün-Weiß ihre Spieler und auch den Trainer Thomas Schaaf, als stünden sie allesamt vor dem Einzug in die Champions League. Der knorrige Schaaf war direkt gerührt: "Es ist großartig, so etwas zu erleben. Das war in der Kabine nicht zu überhören." Und das nach zehn Spielen ohne Sieg und nur noch zwei Punkte vor den Abstiegsrängen.

(hum)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Mats Hummels

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Quelle: AFP

Mats Hummels: Im Champions-League-Hinspiel schenkte Mats Hummels Real Madrid mit einem Patzer den zwischenzeitlichen Ausgleich, doch Robert Lewandowski machte das mit seinen Toren zwei bis vier vergessen. Fortuna Düsseldorf verwehrte der BVB-Innenverteidiger eine Großchance, weil er im Strafraum mit der Hand auf den Ball fiel. Diesmal half ihm Schiedsrichter Michael Weiner aus der Patsche, er pfiff keinen Elfmeter für die abstiegsbedrohten Rheinländer. Und dann gab es zuletzt auch Gerüchte über einen Wechsel des Dortmunders zum FC Barcelona. Hummels wird froh sein, wenn er am Dienstag in Madrid ausnahmsweise nicht im Mittelpunkt steht.

(mane)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Robert Lewandowski

Fortuna Düsseldorf - Borussia Dortmund

Quelle: dpa

Robert Lewandowski: Der Pole ist ein ehrgeiziger Mensch. Er hätte in diesem Jahr die Rekordmarke von Gerd Müller einholen können, der einmal in 16 Bundesliga-Spielen in Serie getroffen hatte. Doch nach zwölf Treffern in Serie war nun in Düsseldorf Schluss, auch weil ihn sein Trainer Jürgen Klopp bis zur 66. Minute draußen ließ. Klopp sagte: "Ich habe ihm erklärt, dass diese Marke in den nächsten hundert Jahren eh nicht übertroffen wird." Okay. Vielleicht übertrifft Lewandowski stattdessen die Marke der Spekulations-Schlagzeilen in einer Saison. Seine Berater Maik Barthel und Cesary Kucharsky drängen darauf, dass ihr Spieler für viele, viele Millionen den Klub wechseln darf. Und streuen deshalb ständig neue Aussagen in diversen Medien. Lewandowski selbst sagt dazu: nichts, wie immer. Und trifft dann viermal gegen Real Madrid. Deshalb eine Bitte an die Herren Barthel und Kucharsky: Bitte weiter so, mindestens bis zum 25. Mai, Champions-League-Finale.

(hum)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Xherdan Shaqiri

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Quelle: AFP

Xherdan Shaqiri: Wenn der kleine Schweizer am Ende der Saison eine bis drei Trophäe(n) in die Höhe reckt, wird er sich wohl auch selbst fragen, welchen Anteil er an der Rekordsaison des FC Bayern hat. Der feine Techniker überzeugte zwar meist, wenn er auf dem Platz stand, doch seine Einsatzzeit ist äußerst begrenzt, weil bei den Münchnern auch Ribéry, Robben, Kroos und Müller im offensiven Mittelfeld wirbeln. Nächste Saison kommt 37-Millionen-Mann Mario Götze dazu. Beim rauschhaften 4:0 gegen den FC Barcelona durfte Shaqiri in der 88. Minute lediglich zu Zwecken der Spielverzögerung aufs Feld. Doch damit nicht genug: Seinen Freistoß gegen den SC Freiburg berührte Teamkollege Emre Can mutmaßlich noch mit dem Haarschopf. Nicht einmal seine Siegtore sind ihm exklusiv vergönnt.

(mane)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Schweinsteiger und Lahm

FC Bayern München - SC Freiburg

Quelle: dpa

Schweinsteiger und Lahm: Beim FC Bayern hat es derzeit sehr angenehme Seiten, ein Leitwolf zu sein - freies Wochenende inklusive. Kapitän Philipp Lahm (im Bild größtenteils verdeckt) und sein Stellvertreter Bastian Schweinsteiger konnten sich das Spiel gegen den SC Freiburg von der Tribüne aus ansehen. Dort dürfte der Zugang zu Antipasti, Häppchen und alkoholfreiem Weißbier leichter gewesen sein als für Neuer, Gomez, Ribéry, Robben, Dante, Alaba und Martínez. Die mussten sich zumindest ihre Arbeitskleidung anziehen und auf der Bank Platz nehmen. Martínez, Ribéry und Gomez wurden sogar noch eingewechselt. Und das vor dem großen Champions-League-Duell.

(mane)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Diego

VfL Wolfsburg v VfL Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Diego: Es könnte alles so schön sein in Wolfsburg, wenn die eigentlich recht talentierte Mannnschaft öfter derart aufspielen würde wie beim 3:1 gegen Gladbach. Ausnahmsweise sahen die Zuschauer diesmal eine engagierte, enthusiastische und von sich überzeugte Elf - ganz besonders willig zeigte sich dabei Mittelfeld-Könner Diego. Der Brasilianer wirbelte und dribbelte, er legte zwei Treffer auf und erzielte den dritten selbst, ganz so, als wolle er es zum Ende der Saison noch einmal allen beweisen. Dass er es kann, durften Beobachter der Bundesliga schon zu Genüge bestaunen, aber in dieser frustrierenden Spielzeit ging auch der 28-Jährige zu oft unter. Immerhin dürften sich jetzt wieder einige an Diegos Künste erinnern. 

(jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Georg Niedermeier

FC Augsburg - VfB Stuttgart

Quelle: dpa

Georg Niedermeier: Es war ganz und gar nicht das Wochenende des VfB Stuttgart - und schon gar nicht das des Verteidigers Georg Niedermeier. Beim 0:3 in Augsburg präsentierten sich die Schwaben wieder einmal von ihrer ganz schlimmen Seite: Kein Aufbäumen, keine rechte Gegenwehr und auch keine spielerische Klasse. So passte es ins Bild, was sich kurz vor der Halbzeit im Sechzehner des VfB zutrug. Augsburgs Mittelfeldmann Daniel Baier prügelte den Ball mit der Kraft eines Bulldozers direkt an den Kopf von Niedermeier - der Stuttgarter sank zu Boden, als habe ihn eine Rechte von Wladimir Klitschko erwischt. Zum Glück passierte in der Szene nichts Böseres. Leute wie Niedermeier hätte die Elf von Bruno Labbadia an diesem Tag mehr gebrauchen können. 

(jbe)

© SZ.de/jbe/hum

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