Elf des Bundesliga-Spieltags:Flink zum Gegenspieler

Bayern-Torwart Manuel Neuer beginnt das Fußballjahr 2012 mit einer ungewollten Torvorlage, Gegenüber Marc-André ter Stegen geht zur Pause nicht einmal in die Kabine, Dortmunds Kuba schafft seinen ersten Doppelpack "seit 400 Jahren" und ein 18-Jähriger beglückt Freiburg. Die Elf des Bundesliga-Spieltags.

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Shinji Kagawa

Hamburger SV v Borussia Dortmund  - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Bayern-Torwart Manuel Neuer beginnt das Fußballjahr 2012 mit einer ungewollten Torvorlage, Gegenüber Marc-André ter Stegen geht zur Pause nicht einmal in die Kabine, Dortmunds Kuba schafft seinen ersten Doppelpack "seit 400 Jahren" und ein 18-Jähriger beglückt Freiburg. Die Elf des Bundesliga-Spieltags.

Ob einem Angst und Bange werden muss, angesichts des sich anbahnenden Dortmunder Mittelfelds mit Mario Götze, Marco Reus und Shinji Kagawa? Diese drei offensiven Premiumfußballer könnten kommende Saison für viel Kopfzerbrechen bei den Bundesliga-Abwehrreihen sorgen. Wie gut Götze und Reus sind, dürfte bekannt sein und wer vergessen hatte, was der kleine Japaner des BVB so draufhat, der bekam beim Spiel in Hamburg Nachhilfeunterricht: Kagawa war überall - und er war rasend schnell. Vermutlich hätte er in der Halbzeit noch flink zur Fan-Demonstration gegen die hohen Eintrittspreise vor das Stadion flitzen können und er wäre immer noch pünktlich wieder da gewesen. Übrigens bekannte sich der 22-Jährige erst kürzlich zur Borussia - ob wegen oder trotz des Reus-Transfers ist da eigentlich egal. (jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Jakub Blaszczykowski

Hamburger SV v Borussia Dortmund  - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Der Mann, den sie liebevoll "Kuba" nennen, weiß, wie es ist, nicht zu treffen. Jakub Blaszczykowski versiebte in der vergangenen Saison gegen Freiburg auf groteske Weise eine mindestens 4000-prozentige Torchance, was in so mancher Zeitung zu ulkigen Überschriften wie "Blaszczykowski in der Kuba-Krise" führte. Doch mit diesem Makel konnte Dortmunds Pole gut leben, schließlich wurde er mit der Borussia Meister und ist mittlerweile Kapitän der polnischen Nationalmannschaft. Gegen Hamburg traf der 26-Jährige doppelt - seine Krise scheint der Mittelfeldspieler spätestens jetzt überwunden zu haben. Kubas erste beiden Saisontore waren laut Trainer Jürgen Klopp sein "erster Doppelpack seit 400 Jahren." (jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Manuel Neuer

Bayern Munich's Neuer throws away a towel during their German first division Bundesliga soccer match against Borussia Moenchengladbach in Moenchengladbach

Quelle: REUTERS

Mit dem Ball in den Händen oder am Fuß hält sich Bayern-Keeper Manuel Neuer normalerweise nicht lange auf. Zu den vielgerühmten Vorzügen des Nationaltorhüters gehört seine Fähigkeit, das Spiel von ganz hinten besonders flink zu beschleunigen. So landen Neuers Abwürfe oft direkt an der Mittellinie - wer braucht schon ein gemächliches Aufbaugeplänkel? Doch in Mönchengladbach ging diese Taktik schief: Bayerns Nummer eins drosch einen Abschlag genau vor die Füße von Marco Reus und der retournierte die Kugel postwendend ins Gehäuse. "Er will das Spiel immer schnell machen, dabei müsste er auch mal etwas Tempo rausnehmen und etwas bedachter sein," tadelte Jupp Heynckes seinen Schlussmann - dabei war der Bayern-Coach doch früher als Stürmer selbst einer von der zackigen Sorte. (jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Marc-André ter Stegen

Borussia Moenchengladbach - FC Bayern Muenchen

Quelle: dapd

Es war in der Halbzeit beim Spiel Gladbach gegen den FC Bayern. Manuel Neuer hatte bereits seinen schlimmen Fehlpass gespielt und auch Arjen Robbens Theatralik wurde mit einem Gegentreffer bestraft. Die Gladbacher Spieler gingen gutgelaunt in die Kabine. Alle Gladbacher Spieler? Nein, einer blieb draußen: Torwart Marc-André ter Stegen. Er ließ sich von den Ersatzspielern warmschießen. Deutlicher kann man dem Gegner nicht mitteilen: Wenn ihr mich weiterhin nicht beschäftigt, dann hole ich mir noch einen Schnupfen. (jüsc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Marco Reus

Borussia Moenchengldbach's Reus celebrates a goal during their German Bundesliga first division soccer match against Bayern Munich in Moenchengladbach

Quelle: REUTERS

Natürlich sprachen am Freitagabend alle über Manuel Neuer und seinen grotesken Fehler beim 1:3 des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach. Wenn wirklich jemand über Marco Reus redete, dann wurde meist erklärt, dass ihm das Gerede um seinen Wechsel nach Dortmund im Sommer ungefähr so viel ausmache wie ein kleiner Pickel am Kinn. Was kaum einer erwähnte: Wie technisch perfekt Reus seinen Treffer zum 1:0 erzielte. Er nahm den missglückten Abschlag von Neuer auf und schoss den tückisch tickenden Ball aus fast 30 Metern ins Tor. So mancher Bundesliga-Profi hätte so einen Ball auf die Tribüne gesetzt oder sich gar beim Schussversuch verletzt - bei Reus wirkte die Übung wie ein einfaches Allerweltsschüsschen. (jüsc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Patrick Herrmann

Borussia Moenchengladbach v FC Bayern Muenchen  - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Patrick Herrmann ist ein lässiger Typ, das kann erahnen, wer dem jungen Gladbacher beim Fußballspielen zuschaut. Gäbe es in diesem Playstation-geprägten Zeitalter noch die Spezies des "Straßenkickers", wäre der 19-jährige Mittelfeldfreigeist ein Prachtexemplar dieses Genres. Gegen die Bayern kurvte, trickste und wuselte Herrmann so geschickt über den Platz, dass den Münchnern ganz schwindelig wurde. Und wie es sich für einen unbeschwerten Hinterhof-Dribbler gehört, erzielte er fast aufreizend cool zwei entscheidende Treffer: Erst schob er allein vor Manuel Neuer überlegt zum 2:0 ein, dann umspielte er den FCB-Schlussmann entspannt zum 3:0 - und schließlich blieb er auch im Interview mit einem ARD-Reporter völlig ruhig. Wo er diese Nacht zu feiern gedenke, wollte der wissen. "Im Bett," so Herrmann grinsend. (jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Julian Draxler

FC Schalke 04 - VFB Stuttgart

Quelle: dapd

Wer an Märchen glaubt, konnte sich unter der Woche an den Transfer-Fabelgeschichten um Julian Draxler delektieren. Die italienische Sportpostille Gazzetta dello Sport, in Gerüchtefragen stets bestens informiert, verlautbarte ein angebliches Geschachere zwischen Milan und Juve um Schalkes Mittelfeldtalent. Das schmucke Sümmchen von 15 Millionen Euro Ablöse geisterte durch den Meldungswald, doch alles sei ohnehin umsonst, weil Draxler längst einen Vorvertrag mit den Bayern geschlossen habe. So ist das also. Ganz ehrlich: Wer zusah, wie eben jener 18-Jährige gegen Stuttgart ein filigran herausgespieltes Tor schoss, mochte den lieben Italienern ihre kleine Seifenoper glatt glauben.  (jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Sebastian Polter

Nulltarif-Stürmer Polter stellt Magaths Einkaeufe in den Schatten

Quelle: dapd

Gleich acht Neuzugänge wurden im Wolfsburger Stadionheft zum Rückrundenauftakt gegen Köln präsentiert - vier von ihnen durften sich in der Startelf vorstellen. Der Portugiese Vieirinha verletzte sich schon nach 20 Minuten, für ihn kam Sebastian Polter ins Spiel. Viele Zuschauer blätterten verzweifelt in ihrem Stadionheft, um etwas über die Ablösesumme des blonden Hünen zu erfahren. Vergebens: Der 20 Jahre alte Stürmer ist schon seit 2007 im Verein und wurde bis vor kurzem in der zweiten Mannschaft des VfL eingesetzt. Bei Polters Siegtreffer dürfte Magath kurz von seiner Einkaufsliste aufgeblickt haben. Aber nur kurz. Das Transferfenster schließt erst am 31. Januar und es ist nicht auszuschließen, dass die Fans der Wolfsburger in zwei Wochen beim Heimspiel gegen Gladbach wieder das Stadionheft bemühen müssen. (rom)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Matthias Ginter

SC Freiburg - FC Augsburg

Quelle: dpa

Was haben sie in Freiburg diskutiert während der Winterpause und nach dem Weggang von Demba Papiss Cissé zu Newcastle United. Die Fragen waren: Warum hat der Klub derart viele Spieler abgegeben? Hat der Verein mit Cissé den Klassenerhalt verkauft? Und wen holen die Freiburger für das viele Geld (mehr als zwölf Millionen Euro)? Ein paar Antworten lieferte die Partie gegen Augsburg: Der neue Trainer Christian Streich holte Matthias Ginter aus der A-Jugend, wechselte ihn ein und bejubelte dann dessen Siegtreffer. Ginter ist gerade 18 Jahre alt geworden, laut transfermarkt.de ist sein Marktwert "unbekannt". Das sollte sich bald ändern. (jüsc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Michael Skibbe

Berlin's new coach Skibbe reacts during the German Bundesliga first division soccer match in Nuremberg

Quelle: REUTERS

Da ist er also wieder - Michael Skibbe kehrte zum Rückrunden-Beginn als Trainer in die Bundesliga zurück. Doch mit seiner Hertha erlebte er beim 0:2 in Nürnberg kein besonders erheiterndes Debüt. Vielmehr fühlte man sich erinnert an seine Station in Frankfurt, die vor etwas weniger als einem Jahr mit seiner Entlassung endete. Überwintert hatte die Eintracht damals auf einem soliden siebten Platz, doch dann folgten sieben Pleiten in den nächsten zehn Spielen und Skibbe musste gehen. In Berlin hatte der ehemalige DFB-Assistent angekündigt, seiner Mannschaft eine offensive Spiel-Identität zu verpassen, doch davon war in Nürnberg wenig zu sehen. Ängstlich, uninspiriert und fahrig agierte der Hauptstadtklub - ob Skibbe wirklich der Richtige ist für die hohen Ansprüche in Berlin? (jbe)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Manuel Friedrich

Bayer 04 Leverkusen v FSV Mainz 05  - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

So richtig herzhaft jubelte Leverkusens Verteidiger Manuel Friedrich nicht, als er das 2:0 für Bayer gegen Mainz geköpft hatte. Beinahe verlegen trottete der sonst so energische frühere Nationalspieler in Richtung Mittelkreis - er hatte gegen seinen geliebten Ex-Klub getroffen, da wollte er nicht ausufernd feiern. Es war eine feine Geste von Friedrich, der seinen Mainzern eben immer noch sehr verbunden zu sein scheint. Mitte der Nullerjahre war der 32-Jährige unter Jürgen Klopp zum DFB-Verteidiger gereift und man fragt sich manchmal, warum er eigentlich so heimlich wieder aus diesem elitären Kreis verschwand? Vielleicht wegen seiner Verletzungen - auch gegen Mainz musste Friedrich kurz vor Ende angeschlagen vom Platz. (jbe)

© Süddeutsche.de/jbe/hum
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