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Eisschnelllauf:Ein erstaunliches Kleinfirmen-Geflecht

Das Ende einer seltsamen Dienstreise des Geschäftsführers der Powerplay-Agenturfiliale Permedia. Diese "Powerplay", die Pechstein intensiv umgibt, ist ein erstaunliches Kleinfirmen-Geflecht. Der Powerplay-Permedia-Chef J. sagt zu seinem Hamar-Ausflug nur, er sei mit journalistischen Recherchen beschäftigt, die im Fall Pechstein der Wahrheitsfindung dienen sollen. "Im Rahmen dieser Tätigkeiten, über die ich zur Zeit im Detail keine Auskunft geben möchte, habe ich auch in Hamar recherchiert", sagt J.

Der oberste Chef der Powerplay heißt Ralf Grengel, er betreut die Eisschnellläuferin seit Jahren und ist Schwiegersohn von deren langjährigem Trainer Joachim Franke. Grengel ist es, der seine Klientin medial durch diese Krise zu steuern versucht. Zu seinem Mitarbeiter sagt er, der führe nur den Bereich journalistische Dienstleistungen.

"Natürlich wusste ich, dass er dort recherchiert hat. Das aber nicht nur in Hamar, auch andernorts. Er hat auch schon Material zusammengetragen, das ist seine Aufgabe in der Unternehmensgruppe. Wenn es im Laufe der Recherchen in Hamar Probleme gab, werden wir im Anschluss an meinen Urlaub darüber reden." Für besagte Unternehmensgruppe Powerplay finden sich auf der Website gerade mal fünf Personen, darunter eine Archivarin.

Anwälte gehen auf Distanz

Neben "Powerplay" hat Pechstein auch eine juristische Betreuung, die übt der Berliner Anwalt Simon Bergmann aus. Sportrechtliche Schützenhilfe erhält ihre Partei zudem von Fachmann Marius Breucker, der bislang die Wada in Deutschland vertrat, in dieser Causa aber den deutschen Eisverband DESG vertritt: Der ist offiziell "neutraler Beteiligter", ficht aber massiv für Pechstein.

Am Freitag distanzierten sich beide Anwälte von den Ereignissen in Hamar. Bergmann teilte mit, seine Mandantin habe den Agenten "weder beauftragt noch gebeten, für sie tätig zu werden, insbesondere Informationen zu beschaffen. Das Tätigwerden des Herrn, von dem unsere Mandantin erst jetzt erfahren hat, gehört mithin nicht zur Verteidigungsstrategie meiner Mandantin." Breucker erklärt: "Der geschilderte Vorgang ist der DESG bislang nicht bekannt und betrifft, wenn er zutrifft, offenbar auch nicht Vertreter oder Mitglieder der DESG." Die DESG wolle sich informieren und "nach Kenntnis des Sachverhaltes über das Weitere entscheiden".