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Eisschnelllauf:Früh in Form

EISSCHNELLLAUF Nico IHLE am 28 10 2016 während der Deutschen Meisterschaft über 500 m Herren in de

"Das tat richtig gut": Der Chemnitzer Nico Ihle hat mit seinem 500-Meter-Sieg in Nagano der ganzen Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft ein Erfolgserlebnis beschert.

(Foto: Ernst Wukits/imago)

Beim Weltcup in Nagano sorgt Nico Ihle für den ersten 500-Meter-Sieg eines Deutschen seit 1992. Damit verschafft er seinem Verband ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis.

Nach eineinhalb Jahren ohne einen Platz auf dem Siegerpodest hat Nico Ihle der krisengebeutelten Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) wieder ein Erfolgserlebnis beschert. Nach dem zweiten Platz im Teamsprint gewann der Chemnitzer am Sonntag in Nagano überraschend das Einzelrennen über 500 Meter. Es war der bislang größte Erfolg in seiner Laufbahn und der erste Weltcupsieg für die DESG seit die Erfurterin Judith Dannhauer im Februar 2015 in Heerenveen ebenfalls über 500 Meter gesiegt hatte. Bei den Männern war zuletzt vor fast 25 Jahren ein Deutscher auf dieser Distanz vorne gewesen: der zweimalige Olympiasieger Uwe-Jens Mey im Januar 1992 in Davos.

Auf der Olympia-Bahn von 1998 in Nagano gewann Nico Ihle nun in 34,82 Sekunden vor dem Niederländer Jan Smeekens (34,89) und Cha Min-Kyu (34,96) aus Korea. Dem deutschen Meister, beim Weltcup vor einer Woche in Harbin/China noch in der B-Gruppe gelistet, gelang im ersten von zehn Paaren ein guter Start auf der Außenbahn (9,76 Sekunden). Anschließend setzte er die Tagesbestmarke, die für seine Konkurrenten nicht zu unterbieten sein sollte. Als im letzten Duell auch der Weltmeister Pawel Kulischnikow aus Russland patzte, machte Ihle im Innenraum einen Luftsprung und zeigte die Siegerfaust. "Ich hätte mich über jede Top-10-Platzierung gefreut, aber so ist das richtig klasse. Das tat richtig gut", sagte Ihle, der seinem deutschen Rekord von 34,64 Sekunden sehr nah gekommen war. "Eigentlich laufe ich nicht gern ganz früh, aber dann habe ich die anderen schockiert", fügte der 30-Jährige nach seinem zweiten Weltcup-Sieg hinzu. Das erste Mal hatte er am 7. Dezember 2014 über 1000 Meter in Berlin triumphiert. "Das war überragend", lobte Coach Danny Leger: "Er soll den Moment genießen, aber er hat noch deutliche Reserven in der Kurve."

Ihle bestätigte mit dem Erfolg seine starke Frühform. Bereits am Samstag hatte er an der Seite seines älteren Bruders Denny sowie des Inzellers Joel Dufter den zweiten Platz im Teamsprint (1:21,27 Minuten) belegt und mit Platz fünf über 1000 Meter (1:08,96) Selbstvertrauen auf der Einzelstrecke getankt. Zum Feiern blieb freilich wenig Zeit: Bereits um drei Uhr morgens ging der Bus zum Flughafen. Trainer Leger hofft nun darauf, dass nach der Vorsaison ohne eine einzige Podestplatzierung nun ein Ruck durch das gesamte Team geht. Der dritte Weltcup wird in zwei Wochen in Astana/Kasachstan ausgetragen - bis dahin will auch der grippekranke Patrick Beckert aus Erfurt wieder fit sein.