Es braucht Mut, Bundeskaderathlet zu sein. Nicht nur, um auf schmalen Kufen mit Geschwindigkeiten um 50 km/h um die Kurven zu jagen. Sondern auch, um sich auf einen Stuhl zu setzen, wenn die Kamera läuft, und über seine Wahrnehmung von Entscheidungen im Verband zu reden. „Ich fühle mich eingeschüchtert, ich fühle mich bedrängt“, sagte ein Eisschnellläufer vor mehr als einem Monat in einem Bericht der ARD. Ein zweiter fühlte sich „niedergemacht“. Andere sprachen von einer „inakzeptablen“ Situation, hatten „schlaflose Nächte“, sahen Beruf und Karriere „in Gefahr“. Und manchen beschäftigte die Frage, ob die bloße Äußerung von Gefühlen in dieser Lage erlaubt sei: „Oder ist das verboten, was ich gerade mache?“
SportpolitikEskalation auf dem Eis
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Bedrohtes Biotop? Deutsche Eisschnellläufer bei den nationalen Meisterschaften in Teamwettbewerben im März 2026 in Erfurt.
Sascha Fromm/Funke Foto Services/ImagoDie Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft kommt nicht zur Ruhe, das jüngste Beispiel: Streit um den Erfurter Bundesstützpunkt. Das Rumoren in einem kleinen Verband erzählt aber auch viel über die Strukturprobleme des deutschen Sports.
Von Barbara Klimke und Johannes Knuth
