Inmitten des Streits um eine Strukturreform im deutschen Eisschnelllauf ist die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein zur Bundestrainerin Mehrkampf aufgestiegen. Die 54-Jährige übernimmt die Aufgabe, die sie kommissarisch bereits seit 16. Mai ausübte, mit Wirkung vom 1. August.
Pechstein verfüge über „eine außergewöhnlich langjährige sowie international herausragende Erfahrung im Eisschnelllauf“, teilte die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) mit. Ihr fachlicher Hintergrund und der Abschluss eines Diplom-Trainer-Studiums mache sie zu einer Trainerpersönlichkeit, „die für diese Position in einzigartiger Weise prädestiniert erscheint“, begründete der Verband die Entscheidung.
Pechsteins bisherige Aufgabe als Bundesstützpunkttrainer in Inzell übernimmt der Kanadier Mike Hall. Außerdem wurde ebenfalls zum 1. August der Pole Pawel Abratkiewicz als neuer Bundestrainer Sprint verpflichtet. Über die Laufzeit der Verträge machte die DESG keine Angaben.
„Wir wollen zurück an die Weltspitze – und wir schaffen dafür jetzt nicht nur die strukturellen, sondern auch die personellen Voraussetzungen“, sagte Verbandschef Matthias Große. Pechstein ist seine Lebensgefährtin.
Zuletzt löste die DESG mit einer Strukturreform eine Kontroverse aus. Vorgesehen ist eine Konzentration der Bundeskader auf die Standorte Inzell (Allround) und Berlin (Sprint). Die Kaderathleten vom Bundesstützpunkt Erfurt, die einen großen Teil der Olympiamannschaft stellten, hatten sich geweigert, eine Athletenvereinbarung ohne Zusatzbedingungen zu unterschreiben, die die neue Struktur besiegelt.

