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Eiskunstlauf:Freiheit für Bruno Massot

Paarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot

Endlich startberechtigt: Die deutsche Eiskunstläuferin Aljona Savchenko und Bruno Massot dürfen ihre Hebe-Figuren nun auch auf dem Eis vorführen.

(Foto: Oliver Mehlis/dpa)
  • Aljona Savchenko darf nun mit ihrem neuen Partner Bruno Massot starten.
  • Die Deutsche Eislauf-Union musste allerdings den Franzosen 30 000 Euro zahlen.
  • Die Summe wird als "Aufwandsentschädigung" deklariert. Erpressungsbeute käme der Wahrheit näher.

"Wir sind frei": Fast 19 Monate lang hat Aljona Savchenko warten müssen, bevor sie diese drei kurzen Worte sagen konnte. Am vergangenen Dienstag war es so weit. Da stellte die Internationale Eislauf-Union (ISU) das sogenannte Clearance Certificate für ihren neuen Eislaufpartner Bruno Massot aus. Das Papier bedeutet: Der Franzose ist ab sofort für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) startberechtigt. Das heißt: Er ist überhaupt wieder startberechtigt, weil es zum Paarlaufen nun einmal zwei braucht und der 26-Jährige mit Blick auf die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang beschlossen hat, sich mit der fünf Jahre älteren Savchenko zusammenzutun, die für die DEU bereits fünf WM- Titel gesammelt hat.

Von Chemnitz nach Oberstdorf gezogen

Nationenwechsel sind im Eiskunstlauf nichts Ungewöhnliches. Es gibt Athleten, die für drei unterschiedliche Nationen an den Start gingen. Alles kein Problem. So lange die nationalen Verbände mitspielen. In Brunos Fall aber spielte der Französische Eissport-Verband nicht mit. Genauer gesagt: FFSG-Präsident Didier Gailhaguet spielte nicht mit. Er nutzte die Gelegenheit, um ein Exempel zu statuieren, das, wenn es nach ihm geht, bald Schule machen wird und die traditionsreiche Sportart grundlegend verändern könnte.

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Savchenko darf mit ihrem neuen Partner starten

Die Paarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot sind für Deutschland startberechtigt. Hockey-Bundestrainer Markus Weise wechselt zum DFB. Zlatan Ibrahimovic stellt einen Weltrekord auf.

Aljona und Bruno. Bruno und Aljona. Der durchtriebene Didier. Der ambitionierte Didier. Es ist eine Geschichte, die sich aus vielen Perspektiven erzählen lässt.

2018 will sie nach Gold greifen

Die sportliche ist die einfachste: Aljona Savchenko beschloss nach ihrer Bronzemedaille mit Robin Szolkowy bei den Spielen in Sotschi: Das soll es noch nicht gewesen sein! 2018 will sie noch ein letztes Mal nach Gold greifen. Weil Szolkowy seine Karriere beendete, brauchte sie einen neuen Partner. So kam der 1,84 Meter große und wirklich starke Massot aus der Region Basse-Normandie ins Spiel. Dass es mit dem Nationenwechsel nicht einfach werden würde, zeichnete sich früh ab. Weil Savchenko aber niemand ist, die sich leicht von etwas abbringen lässt, beeindruckte sie das wenig.

Um sich mit Szolkowy zusammenzutun, hatte sie einst ihre Familie in der Ukraine zurückgelassen. Um es mit Bruno zu versuchen, trennte sie sich von Trainer Ingo Steuer und zog nach elf Jahren in Chemnitz nach Oberstdorf. "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal dort leben würde", sagt sie, "Oberstdorf war für mich immer klein und weit weg." Inzwischen gefällt es ihr dort ausgesprochen gut. Es sollte längst nicht die einzige überraschende Wendung in dieser Geschichte bleiben.

Am 14. September 2014 erklärte Bruno Massot schriftlich, dass er für Deutschland starten wolle. Am 28. November 2014 teilte ihm der französische Verband mit: Daraus wird - zumindest vorerst - nichts. Massot wurde die Starterlaubnis verweigert. Auch fürs Schaulaufen. Keine Wettbewerbe, keine Schaulaufen - das bedeutete: keine Gagen, kein Preisgeld. Als einzige Stütze blieb ihm die Sporthilfe. Die überwies 200 Euro monatlich. Massot hat sich die fünf Olympischen Ringe auf den rechten Oberarm stechen lassen. Olympischem Glanz nachzujagen, kann aber nicht nur im Tattoo-Studio schmerzen.