Eiskunstlauf:Eisige Zeiten

Eiskunstlauf WM in Stockholm

Akrobaten auf dem Eis: die Eistänzer Katharina Müller/Tim Dieck aus Dortmund bei ihrer WM-Premiere.

(Foto: Martin Meissner/dpa)

Die DEU-Läufer erreichen bei der WM nur das Minimalziel. Die Hoffnungen für Peking 2022 ruhen auf dem Paarlauf.

Von Barbara Klimke, Stockholm/München

Noch bevor das Schaulaufen in Stockholm begann, war Nicole Schott, Deutschlands beste Eiskunstläuferin, zurück in Oberstdorf, mit einer gemischten persönlichen WM-Bilanz. Mit ihrer Vorstellung in der Kür war sie zufrieden, nicht aber mit dem Makel im Kurzprogramm, einer fehlenden Umdrehung bei den Kombinationssprüngen, der der fünfmaligen Meisterin letztlich nur Rang 18 bescherte: "Das ärgert mich, weil das Training immer fehlerlos war." Das Tüfteln an den Kombinationen gehört zu ihren Zielstellungen für die kommende Saison.

Das Minimalziel hat das kleine deutsche Team bei der WM in Schweden, der ersten seit 2019, erreicht. Mehr allerdings auch nicht: In drei von vier Disziplinen konnten die Läufer der DEU Quotenplätze für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking sichern. Der 13. Rang der Berliner Paarläufer Annika Hocke/Robert Kunkel war das beste Resultat; im Eistanz stand für Katharina Müller/Tim Dieck aus Dortmund wie für Schott Platz 18 zu Buche. Nur der Berliner Paul Fentz (Platz 26) muss bei der Nebelhorn Trophy im Herbst noch einige Extrarunden laufen, sonst findet Olympia in der Männerkonkurrenz ohne einen DEU-Athleten statt.

"Die Lage ist kritisch. Da müssen wir reden", lautete das Fazit von Reinhard Ketterer, Vizepräsident der DEU. Vom Weltstandard, wie ihn etwa bei den Frauen das russische Trio Anna Schtscherbakowa, Elisaweta Tuktamischewa und Alexandra Trusowa setzte, das Gold, Silber und Bronze abräumte, sind die deutschen Kufenspezialisten drei Jahre nach dem Paarlauf-Olympiasieg von Aljona Savchenko/Bruno Massot weit entfernt. Savchenko, 37, liebäugelt noch immer mit einem Comeback aufs Eis, müsste aber zuvor ihren Partner Massot, der in der Schweiz als Trainer arbeitet, überzeugen; bis Peking sind nur noch elf Monate Zeit. Und so ruhen die Hoffnungen der DEU in mehrfacher Hinsicht weiter auf dem Paarlauf, der mit Abstand erfolgreichsten Disziplin. Denn in Stockholm fehlte das verletze Berliner Duo Minerva Hase/Nolan Seegert, 2020 immerhin Fünfte der EM. Auch Hocke/Kunkel haben einen großen Schritt nach vorn gemacht: In Peking ist allerdings nur für ein Duo Platz.

© SZ/bkl
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