Deutsche Eishockey-NationalmannschaftMit vier Neulingen zur WM

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Er wird das DEB-Team in der Schweiz anführen: NHL-Verteidiger Moritz Seider gab nach dem letzten Test gegen die USA seine Zusage.
Er wird das DEB-Team in der Schweiz anführen: NHL-Verteidiger Moritz Seider gab nach dem letzten Test gegen die USA seine Zusage. Uwe Anspach/dpa

Nur 14 Spieler der deutschen Olympia-Auswahl finden sich im Kader für die WM in der Schweiz wieder. Trotz zahlreicher Absagen, unter anderem von Leon Draisaitl, hält Bundestrainer Kreis am Ziel Viertelfinale fest.

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„Hervorragend“ ist eine Vokabel, die Harold Kreis nicht so oft entkommt. Sosehr sich der Eishockey-Bundestrainer mit persönlicher Kritik zurückhält, so lobt er seine Spieler zwar immer eifrig. Aber ein „hervorragend“ bekommen nicht viele ins Zeugnis geschrieben, schon gar nicht, bevor der Test bestanden ist. Die Freude des 67-Jährigen über die Zusage von NHL-Profi Moritz Seider für die Weltmeisterschaft in der Schweiz (15. bis 31. Mai) war aber verständlich. Aus der Olympia-Auswahl, die im Februar in Mailand Platz sechs erreichte, finden sich nur 13 Spieler wieder im 25-köpfigen Aufgebot für diese WM, zahlreiche Absagen zwangen Kreis zum Improvisieren. Da kann man es schon „hervorragend“ finden, wenn in Seider einer der besten Verteidiger aus der National Hockey League (NHL) sein Okay gibt.

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Seider, der eine Verletzung aus der langen NHL-Saison mitschleppte, hatte nach der Generalprobe am Sonntag in Mannheim gegen die USA den Daumen gehoben. „Ich glaube, dem Ganzen sollte nichts mehr im Weg stehen“, sagte der 25-Jährige von den Detroit Red Wings nach seinem persönlichen Härtetest. Für Kreis eine gute Nachricht. „Moritz ist ein unglaublich ehrgeiziger Spieler. Immer wenn es machbar ist, macht er es machbar“, sagte der Bundestrainer.

Seider wird das finale DEB-Aufgebot anführen, das sich am Montag in Zürich versammelte. Wie der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) am Vormittag mitteilte, stößt in Torhüter Jonas Stettmer, den Verteidigern Kai Wissmann und Eric Mik sowie den Stürmern Andreas Eder, Frederick Tiffels und Manuel Wiederer ein Sextett vom deutschen Meister Eisbären Berlin zur Nationalmannschaft. In Samuel Dove-McFalls (Nürnberg), Phillip Sinn (München), Stettmer und Marcus Weber schafften vier Spieler erstmals den Sprung zur WM. Verteidiger Weber, Kapitän der Nürnberg Ice Tigers, ist mit 33 Jahren und sechs Monaten der viertälteste Debütant der deutschen A-WM-Geschichte nach Rick Boehm (1994/34), Benedikt Schopper (2019/34) und Leonard Soccio (2001/33 Jahre, 11 Monate).

Nach dem 2:5 gegen die USA – Weltmeister, Olympiasieger und bei der WM Gruppengegner der deutschen Mannschaft – „haben wir noch mal eingehend über die letzten zu vergebenden Plätze gesprochen und sind überzeugt, die Rollen in der Mannschaft für die Weltmeisterschaft nun optimal besetzt zu haben“, sagte Kreis. Sportvorstand Christian Künast sprach von „keiner leichten Entscheidung“.

Zum Auftakt trifft die DEB-Auswahl am Freitag auf Finnland

Kreis und Künast mussten viele Positionen neu besetzen. Nach den Absagen von Leon Draisaitl, Tim Stützle und John-Jason Peterka wird wahrscheinlich auch Nico Sturm in der Schweiz fehlen. Der Augsburger ist in der Nacht zu Donnerstag zwar mit den Minnesota Wild aus den NHL-Playoffs ausgeschieden, schleppte aber mehrere Verletzungen durch die Saison. In Torhüter Philipp Grubauer (Seattle), Seider sowie den Stürmern Joshua Samanski (Edmonton) und Lukas Reichel (Boston)  stehen Kreis zum WM-Auftakt am Freitag (16.20 Uhr/Pro Sieben und Magentasport) gegen den Olympia-Dritten Finnland somit vier Profis aus der besten Eishockeyliga der Welt zur Verfügung.

Neben dem langjährigen Kapitän Moritz Müller von den Kölner Haien sagte auch der Berliner WM- und Olympia-Silbermedaillen-Gewinner Jonas Müller ab, der seit seiner Premiere 2018 kein WM-Turnier verpasst hat. Zudem fehlen unter anderem Justin Schütz (Mannheim) und Tobias Rieder (München).

In der Gruppe A in Zürich bekommt es Deutschland neben Finnland und den USA mit Gastgeber Schweiz, Lettland, Österreich, Ungarn und Aufsteiger Großbritannien zu tun. Das Ziel, sagte Kreis, sei trotz der vielen Umbauten erst einmal das Viertelfinale.

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